Freitag, 29. Dezember 2017

Astrobilanz 2017: Schlimmer geht immer

Zwei Tage vor dem Ende des Jahres 2017 ist es wieder einmal Zeit, eine kleine (astronomische) Bilanz zu ziehen. War schon das Jahr 2016 nicht so ausgefallen, wie ich es mir gedacht hatte, so wurde es 2017 trotz aller Hoffnungen in gleich mehrfacher Hinsicht nicht besser.

Wie immer hatte ich mir vorgenommen, an allen möglichen Astroveranstaltungen des Jahres teilzunehmen. Überdies hatte ich die ehrenvolle Aufgabe, die SONNE-Tagung in Hamburg mitzuorganisieren. Besuchen wollte ich die ATT in Essen die beiden Norddeutschen Astrofotografentreffen, das Treffen der VdS-Astronomiehistoriker in Lilienthal bei Bremen und die BoHeTa in Bochum. Außerdem wollte ich endlich mehr Zeit für die praktische Astronomie haben und die Zahl meiner Sonnenbeobachtungen abermals auf über 200 zu treiben.

Wie immer, kam fast alles ganz anders. Zwar konnte ich am 11. März am Norddeutschen Astrofotografentreffen in Hildesheim teilnehmen, die »Lange Nacht der Museen« auf der Bergedorfer Sternwarte besuchen und zur ATT-Börse nach Essen fahren. Alles für mich besonders schöne Erlebnisse.

Ende März und Anfang Mai ging es dann jeweils für eine Woche zum Astrourlaub in die Eifel, was sehr schön war und wo ich unter bisher nie gekannten Bedingungen beobachten und fotografieren konnte. Es war der beste Himmel, den ich seit Jahren erleben durfte, während gleichzeitig Hamburg und Umgebung abermals im Wolkenschmodder versank. Damit ging auch gleichzeitig die beste Phase des Jahres zu Ende.

Aus der Organisation der SONNE-Tagung musste ich mich weitgehend zurückziehen, da ich in der Zeit extrem viele Überstunden machen musste und ein geplanter Urlaub nicht genommen werden konnte.

Einen »Ersatzurlaub« bekam ich nicht und auch die drei Wochen im August / September, die ich auf der Ostseeinsel Usedom verbrachte, waren sozusagen nur mit »Ausnahmegenehmigung« möglich und auch nur kurzfristig. Aufgrund des beruflichen Stresses war er dann auch alles andere als erholsam. Ein geplanter Astrourlaub im Oktober platzte und aufgrund einer Erkrankung bin ich seit Mitte Oktober krank geschrieben. Daher konnte ich natürlich nicht am 40jährigen NAFT, der BoHeTa und der Astrohistorikertagung teilnehmen und auch die ganzen Aktivitäten in meinem Verein, der GvA Hamburg, blieben liegen.

Mitte des Jahres gab ich, zusammen mit einem Freund, die Redaktion des Sternkiekers nach Erscheinen der Nummer 250 auf, weil mir die Zeit dazu fehlte und es nach 21 Jahren Zeit wurde, dass mal andere die Arbeit machten. Über diesen Schritt bin ich derzeit nun doch sehr froh, ich hätte die letzten beiden Ausgaben auch zeitlich nicht mehr hinbekommen.

Was die geplante praktische astronomische Beobachtung angeht, so beschränkte die sich auf die zwei Wochen in der Eifel, danach waren keine weiteren, nächtlichen, Aktivitäten mehr möglich. Viel Arbeit, schlechtes Wetter und dauerhaftes Pech waren die Gründe. Überdies gab es hier im Norden schon seit Monaten keine durchgängig klare Nacht mehr: entweder Wolken, Nebel und Regen oder es klarte nur mal für 1-2 Stunden in der Nacht auf, oder kurz nach Sonnenuntergang bzw. kurz vor Sonnenaufgang.

Schlecht sah es auch bei meinen Sonnenbeobachtungen aus. Erstmals seit 2013 konnte ich die 200er-Grenze nicht mehr überschreiten und bleibe mit dem heutigen Tage bei 193 Beobachtungstagen hängen. Nur mit Glück kommt vielleicht noch eine Beobachtung dazu. Gegenüber 2016 bedeutet dies ein Rückgang von mindestens 19 Beobachtungen, also fast einem ganzen Monat. In keinem einzigen Monat konnte ich mehr Daten gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres gewinnen. Schon im ersten Quartal erreichte ich nur noch die Hälfte der Beobachtungen des Vergleichszeitraums von 2016. Den Verlust konnte ich nie mehr aufholen und es wurde nicht besser. Die SONNE-Tagung war dann auch die erste, auf der seit Jahren nicht mehr die Sonne beobachtet werden konnte und auch die geplanten Nachtbeobachtungen auf der Bergedorfer Sternwarte fielen aus. Grund: Bewölkung und Dauerregen.

Konstant bergab ging es auch mit meiner Gesundheit und ich weiß auch nicht, wann es wieder besser wird. Für 2018 rechne ich daher mit weiteren Verschlechterungen sowohl bei der Gesundheit, als auch mit meinen Astroaktivitäten. Einen Urlaub kann ich derzeit für 2018 nicht planen, weder wann, noch in welchem Umfang. Es kann zwar alles anders kommen, seit vielen Jahren aber geht es bei mir nicht mehr nach oben, sondern nur noch nach unten bzw. es stagniert. Und das nicht nur bei meinen Astroaktivitäten. Daher erwarte ich für 2018 nichts mehr und wäre dankbar, wenn es wenigstens nicht deutlich schlechter werden würde, wie von 2016 auf 2017!