Sonntag, 23. April 2017

Lange Nacht der Museen 2017 in Bergedorf

Am 22. April 2017 gab es die mittlerweile 7. Lange Nacht der Museen in Hamburg, an der auch die astronomische Forschungsstätte Sternwarte Hamburg-Bergedorf als Kulturdenkmal unter dem Motto »Ein Park voller Stars und Sterne« teilnahm. Zeitgleich trafen sich die Sternfreunde des Fördervereins der Sternwarte und einige andere zum 5. Bergedorfer Teleskoptreffen (BTT) auf dem Sternwartengelände.

Wagenburg zum 5. Bergedorfer Teleskoptreffen
Sie unterstützten später am Abend und in der Nacht mit ihren Instrumenten vor dem Sonnenbau die Sternwarte bei der Präsentation des realen Sternenhimmels, der natürlich auch durch Profiteleskope wie dem 1m-Spiegel beim Café »Raum und Zeit« beobachtet werden konnte. Man begann bereits in der heraufziehenden Dämmerung mit der Beobachtung des Mehrfachsystems Castor, später wurde Jupiter zum »Star des Abends«.

Dabei sah es zunächst nicht danach aus, als ob man an diesem Abend überhaupt etwas beobachten könnte. Tagsüber war ein Sturm über Hamburg hinweggezogen, der neben niedrigen Temperaturen nur wenige sonnige Abschnitte und viel Regen sorgte. Diese machten mir bei meiner regulären Führung ab 14 Uhr auch ein wenig zu schaffen. Danach waren auf der Wiese vor dem Sonnenbau schon die ersten Sternfreunde mit ihren Sonnenteleskopen erschienen und man konnte einen leider häufig durch Wolken gestörten Blick im H-alpha-Licht auf unser Tagesgestirn werfen.

Erste Aktivität vor dem Sonnenbau
Sonnenbeobachtung im H-alpha-Licht an einem Amateurinstrument

Mit zunehmender Dämmerung fielen die Wolken allerdings in sich zusammen und gaben den Blick auf den Himmel in der ersten Nachthälfte frei, was von den Besucher*innen der Sternwarte gut angenommen wurde.

Die niedrigen Temperaturen sorgten sich nur für gute Besucherzahlen im Café,
sondern auch dafür, dass viele Familien mit Kindern das Geländer leider schon frühzeitig wieder verließen, zumal man mit der Eintrittkarte praktisch alle Museen in Hamburg besuchen konnte.

Wer angesichts der Kälte kein Interesse an praktischer Astronomie hatte, der konnte im Hauptgebäude Ausstellungen besichtigen, sich über die wissenschaftlichen Forschungen verschiedener Arbeitsgruppen der Sternwarte, beispielsweise der Digitalisierung des Fotoplattenarchivs, informieren oder einem der zahlreichen Vorträge, etwa zur Kosmologie, der Entwicklung unseres Universums oder dem Leben des Optikers Bernhard Schmidt, beiwohnen. In der Bibliothek konnten darüber hinaus einige der bibliophilen Kostbarkeiten der Sternwarte bestaunt werden.






Wenn die kalte Witterung auch einige Besucher*innen von einem längeren Verbleib auf der Sternwarte abhielt, so verblieb am Ende ein harter Kern von Interessierten, die mehr über die Sternwarte und die Astronomie erfahren wollten. Erfreulich war auch, dass viele Eltern mit ihren Kindern kamen, deren Begeisterung für die Astronomie bemerkenswert war, auch wenn die Astronomie, etwa im schulischen Bereich, in Hamburg keine hohe Priorität genießt!