Donnerstag, 15. Dezember 2016

Blogparade: Astronomische Vorsätze für 2017

Nimm di nix för, dann geit di nix fehl“ sagte meine Oma mütterlicherseits immer, was so viel bedeutet wie: Nehme Dir nichts vor, dann geht Dir auch nichts daneben!“ Ein Grundsatz, den ich leider allzu oft nicht beherzige und dann merke, dass das, was man sich vorgenommen hat, sich am Ende dann doch wieder nicht realisieren ließ.

Ein Wunsch wäre es, den Stand von über 200 visuellen Sonnenbeobachtungen zu halten, was schwer genug werden wird, wenn das Wetter im Norden, wie so oft, wieder nicht mitspielt.

Ich nehme mir, wie in jedem Jahr, vor, möglichst viele astronomische Veranstaltungen zu besuchen. Arbeit und viele Überstunden haben das besonders im Jahr 2016 oft verhindert und auch Vereinstreffen bei der GvA-Hamburg konnte ich praktisch nicht mehr besuchen. Und selbst die monatlichen, von mir geleiteten, GvA-Sonnenworkshops mussten wegen der vielen beruflichen Arbeit sehr oft ausfallen. Durch Übernahme einer neuen Tätigkeit könnte sich das ändern, muss aber nicht. Ich hoffe nur, dass ich wieder zur ATT fahren kann, das hatte ja dieses Mal auch erst im letzten Moment geklappt, weil ich Termine verschieben konnte.

Vor vielen Jahren hatte ich mir mal vorgenommen, die Sonnenfinsternis am 21. August 2017 in den USA zu beobachten und das mit einer Reise zu den dortigen Sternwarten zu verbinden. Daraus wird nichts, weil ich in der fraglichen Zeit keinen Urlaub nehmen kann. Im September ist Bundestagswahl und dann werde ich voll mit der Organisation in einem Teilbereich beschäftigt sein, zumal ich schon seit Jahren ein eigenes Wahllokal leite und dann mitten in den Vorbereitungen stecke.

Im Frühjahr soll es dann wieder mal einen einwöchigen Astrourlaub geben, mal schauen, ob der vom Wetter her besser wird, als die 2016er, wo außer Spesen nichts gewesen ist. Immerhin werde ich an der 40. SONNE-Tagung teilnehmen, weil diese in Hamburg an der Bergedorfer Sternwarte stattfindet und ich an der Organisation beteiligt bin. Auf dem Plan habe ich auch wieder die Bochumer Herbsttagung und das Treffen der Astronomiehistoriker, dass im kommenden Jahr in Lilienthal bei Bremen abgehalten wird.

Finsternisse machen sich hierzulande relativ rar und nur die Halbschatten-Finsternis vom 11. Februar 2017 sowie die partielle Mondfinsternis am 7. August 2017 wären theoretisch machbar.

Was ich mir sonst vornehme: wie jedes Jahr mehr Zeit für das Hobby Astronomie zu haben, mehr praktisch zu beobachten, auch nachts. Allerdings befürchte ich, dass ich wie in den letzten Jahren auch, nur sehr wenig von den Vorhaben werde umsetzen können und so wird es mit den Vorsätzen sicher wie mit den „normalen“ zum neuen Jahr laufen: Sie vergehen so schnell wie die ersten Stunden des neuen Jahres ...

Astrobilanz 2016: mehr schlecht als recht

Eigentlich ist es noch ein wenig früh, um irgendeine Form einer Bilanz für das astronomische Jahr 2016 zu ziehen, dennoch hat sich viel ereignet, oder eben auch nicht, je nach Betrachtungsweise.

Mehr oder weniger spontan geplant waren zwei Astrourlaube, die Teilnahme an Astroveranstaltungen wie dem Norddeutschen Astrofotografentreffen, dem ATT und der Bochumer Herbsttagung. Und eigentlich wollte ich auch mal wieder bei den Astronomiehistorikern der VdS vorbeischauen. Daneben standen der Merkurtransit am 9. Mai und die Halbschattenmondfinsternis vom 16. September ganz oben auf der Agenda. Beruflich wollte ich mir Freiräume schaffen, um mehr Zeit fürs Hobby herauszuschlagen. Und ich wollte neben der Sonne am Tag auch vermehrt nachts Planeten und Deep-Sky-Objekte beobachten. Aus letzterem wurde im ganzen Jahr wieder mal nichts.

Dabei hatte ich durchaus einige Erfolge. So konnte ich den Merkurtransit bis auf den Beginn bei gutem Wetter beobachten, wenn auch die Technik teilweise versagte, die Mondfinsternis fiel dann gleich wieder Wolken zum Opfer. Der Monat April war für meine Sonnenbeobachtungen eine echte Katastrophe, so wenig hatte ich zuletzt 2002 beobachtet und mein Jahresziel von mindestens 200 Beobachtungen rückte zunächst in weite Ferne. Erst im November, einen Monat später als in den letzten beiden Jahren, konnte ich diese magische Grenze erreichen und überschreiten. Dabei verpasste ich viele Beobachtungen einfach dadurch, dass ich tagsüber auf der Arbeit war und erst nach Sonnenuntergang wieder zu Hause ankam.

Selbst die kleine „Beobachtungskatastrophe“ Ende November konnte ich nicht nutzen, weil ich da oft erst so spät zu Hause war, dass sich ein Rausfahren zu unserer Außensternwarte nicht mehr lohnte. Und eine Nacht am Wochenende konnte ich wegen anderer Verpflichtungen nicht astronomisch nutzen, oder musste am Wochenende arbeiten.

Ende Juni ging mein Arbeitskollege in Rente und dessen Stelle wurde nicht wiederbesetzt, sodass ein geplanter längerer Urlaub ins Wasser fiel, während gleichzeitig die Zahl der Überstunden von Monat zu Monat stieg. Dabei hatte ich gerade die, die Ende letzten und Anfang diesen Jahres entstanden waren, einigermaßen abbummeln können. Die Folge war, dass ich bisher nur 2x je eine Woche frei machen konnte. Zum Glück gab es aber einige Veränderungen, sodass ich nun doch über Weihnachten ein paar Tage frei machen kann.

Der erste meiner beiden Astrourlaube in Kirchheim war astronomisch gesehen eine fast völlige Pleite, weil es keine einzige wirklich durchgehend klare Nacht gab. Erst nach unserer Abreise besserte sich das Wetter. Umgekehrt war es beim zweiten Astrourlaub im Oktober. Da endete die Schönwetterperiode zwei Tage vor unserer Ankunft und es gab wieder keine klare Nacht, nur eine für die reine Wolkenlückenastronomie, in der ich dann noch mit technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Zumindest konnte ich den ATT besuchen, verzichtete aber weitgehend auf Neuanschaffungen, die ich sowieso nicht nutzen kann. Anfang Juli erfolgte dann mal wieder eine erfolgreiche Teilnahme an der jährlichen SONNE-Tagung, die dieses Mal in Kirchheim in Thüringen stattfand.

Die angedachte Teilnahme am Herbst-NAFT in Bremen und der Bochumer Herbsttagung hingegen musste ich aufgrund Zeitmangels und Wochenendarbeit absagen.

Das einzige, was wirklich noch läuft sind meine Führungen über die Bergedorfer Sternwarte und das Schreiben von Artikeln und Blogbeiträgen. Astronomische Erlebnisse im Sinne einer simplen Beobachtung oder Fotografie in der Nacht ohne besonderen Anlass gab es auch 2016 praktisch nicht mehr.

Die für den Oktober erhofften Nachtbeobachtungen fielen samt und sonders dem Wetter zum Opfer und die Monate November und Dezember zeichneten sich wie in den letzten Jahren auch nicht gerade durch astronomisch nutzbares Wetter aus. Aussichten auf Beobachtungen bis zum Jahresende sind daher wohl auch weitgehend illusorisch.


Hatte ich früher immer über die Leute den Kopf geschüttelt, die meinten, dieses oder jenes würden sie erst machen können, wenn sie in Rente sind, so stelle ich fest, dass es bei mir jetzt anscheinend ganz genauso ist. Und so werde ich wohl über kurz oder lang meine Astroaktivitäten noch weiter zurückfahren müssen, als es bereits jetzt der Fall ist, wenn noch ein Rest an wirklich freier Zeit verbleiben soll.