Montag, 11. April 2016

16. LNdM und 4. BTT in Bergedorf

Am 9. April 2016 gab es die 16. Lange Nacht der Museen (LNdM) in Hamburg und die Sternwarte Bergedorf nahm mit einem umfangreichen Programm daran teil. Aus diesem Anlass fand vom 8. bis zum 10. April auf dem Freigelände vor dem Sonnenbau gleichzeitig das 4. Bergedorfer Teleskoptreffen statt.

Kurz nach Mittag holte ich einen Astrokollegen ab und kaum angekommen, begrüßten wir die Teilnehmer des Treffens, die teilweise von weither gekommen waren und ihre Fahrzeuge zu einer Wagenburg auf dem Freigelände neben dem Beamtenwohnhaus zusammengestellt hatten.

Schon Wochen vor der Veranstaltung hatte ich mich als Mitglied des Fördervereins der Sternwarte bereit erklärt, beim Aufbau mitzuhelfen und am Abend bei einer der Ausstellungen Aufsichtsdienst zu übernehmen. Gleichzeitig sollte auch ein kleines Sonnenbeobachtertreffen stattfinden, was aber mangels Beteiligung nicht wirklich zustande kam.

Amateurteleskope auf der Wiese mit Blickrichtung Westen. Im Hintergrund das Beamtenwohnhaus, daneben die "Wagenburg". Das gelbe Haus im Vordergrund ist das letzte verbliebene Mirenhaus, über das man vom Meridianhaus aus die Nordrichtung einpeilen konnte
Amateurteleskope mit Blickrichtung Osten vor dem Sonnenbau
Auf der Wiese vor dem Sonnenbau stand eine erkleckliche Zahl von Teleskopen unterschiedlichster Bauart und Öffnung. Einige hatte Sonnenfilter vor dem Objektiv und so durften und konnten wir sie zur Beobachtung der gerade sichtbaren großen Fleckengruppe 12529 nutzen. 

Schon am frühen Nachmittag – die LNdM begann offiziell erst um 18 Uhr – erschienen die ersten Besucherinnen und Besucher auf der Sternwarte und kamen so in den Genuss einer öffentlichen Sonnenbeobachtung. Kurz nach 15 Uhr half ich mit, im Bereich des Nebeneingangs in der August-Bebel-Straße ein Zelt für Kasse und den Infostand aufzubauen. Danach gab es eine kleine Stärkung im Café Raum und Zeit im Besucherzentrum, das wieder mal mit einigen kulinarischen Höhepunkten aufwartete und die Besucherinnen und Besucher bis spät in die Nacht hinein mit schmackhaftem Essen und Getränken bestens versorgte. Deren Dienste wurde umso stärker in Anspruch genommen, je dunkler und je kälter es draußen wurde.
Ab 18 Uhr begann das offizielle Programm im „Astronomiepark Hamburger Sternwarte“ zahlreichen mit Führungen und Vorträgen unter dem Motto „Raum und Zeit“. Bei den Führungen konnte man nicht nur Teleskope besichtigen, sondern auch durch sie hindurchschauen, und auch bei den Sternfreunden wurde eifrig zusammen mit den Interessierten Mond und Jupiter beobachtet. Leider zog der Himmel später zu, zwischendurch gab es aber einige klare Phasen, in denen man auch ein paar Deep-Sky-Objekten gezeigt bekam.

Bei den relativ gut besuchten Vorträgen ging es u.a. um die „Vermessung des Himmels mit dem Schmidtspiegel“, „Weltbild und Vermessung des Himmel“, „Einsteins rätselhafter Kosmos“, „Zeitmessung und Navigation – der Hamburger Zeitball“, „Historische astronomische Photoplatten in der Forschung von heute“ oder „Raum und Zeit – Einstein und die Kosmologie“.

Im Hauptgebäude gab es im Keller, der Bibliothek und im 1. Stock interessant gestaltete Sonderausstellungen zu den Themen: „Bibliophile Kostbarkeiten - Raum und Zeit“, „Vermessung von Raum und Zeit“, „Raum und Zeit - Einstein und die Kosmologie“, „Vermessung des Himmels mit dem Schmidtspiegel“‚ „Zeitmessung und Navigation – der Hamburger Zeitball“, „Historische astronomische Photoplatten in der Forschung von heute“ und „Sterne über Hamburg“. Abgerundet wurde das Ganze durch musikalische Darbietungen des LOLA Chors Bergedorf im Vortragsraum des 1m-Gebäudes.


Bildposter Kopernikus I
Bildposter Kopernikus II



Modell des Hamburger Schmidtspiegels, der sich seit 1975 auf dem Calar 
Alto befindet und dort 2001 außer Dienst gestellt wurde  
Der "Ur-Schmidt"
Wenn auch etwa 30% weniger Leute als im letzten Jahr die Veranstaltung besuchten, so taten sie dies doch in guter und ausgelassener Stimmung und so verging meine von 19 bis 20 Uhr und von 21 bis 23 Uhr dauernde Dienstzeit im Keller wie im Fluge, zumal ich auch viel über die Ausstellung und das Schmidt-Museum befragt wurde.

Gegen 23 Uhr verabschiedete ich mich dann, zumal der Himmel jetzt endgültig zugezogen war.  Nach diesem arbeitsreichen Tag war ich trotzdem sehr zufrieden. Es war eine gelungene Veranstaltung bei der alle ihren Spaß hatten und auf ihre Kosten kamen.