Donnerstag, 15. Dezember 2016

Astrobilanz 2016: mehr schlecht als recht

Eigentlich ist es noch ein wenig früh, um irgendeine Form einer Bilanz für das astronomische Jahr 2016 zu ziehen, dennoch hat sich viel ereignet, oder eben auch nicht, je nach Betrachtungsweise.

Mehr oder weniger spontan geplant waren zwei Astrourlaube, die Teilnahme an Astroveranstaltungen wie dem Norddeutschen Astrofotografentreffen, dem ATT und der Bochumer Herbsttagung. Und eigentlich wollte ich auch mal wieder bei den Astronomiehistorikern der VdS vorbeischauen. Daneben standen der Merkurtransit am 9. Mai und die Halbschattenmondfinsternis vom 16. September ganz oben auf der Agenda. Beruflich wollte ich mir Freiräume schaffen, um mehr Zeit fürs Hobby herauszuschlagen. Und ich wollte neben der Sonne am Tag auch vermehrt nachts Planeten und Deep-Sky-Objekte beobachten. Aus letzterem wurde im ganzen Jahr wieder mal nichts.

Dabei hatte ich durchaus einige Erfolge. So konnte ich den Merkurtransit bis auf den Beginn bei gutem Wetter beobachten, wenn auch die Technik teilweise versagte, die Mondfinsternis fiel dann gleich wieder Wolken zum Opfer. Der Monat April war für meine Sonnenbeobachtungen eine echte Katastrophe, so wenig hatte ich zuletzt 2002 beobachtet und mein Jahresziel von mindestens 200 Beobachtungen rückte zunächst in weite Ferne. Erst im November, einen Monat später als in den letzten beiden Jahren, konnte ich diese magische Grenze erreichen und überschreiten. Dabei verpasste ich viele Beobachtungen einfach dadurch, dass ich tagsüber auf der Arbeit war und erst nach Sonnenuntergang wieder zu Hause ankam.

Selbst die kleine „Beobachtungskatastrophe“ Ende November konnte ich nicht nutzen, weil ich da oft erst so spät zu Hause war, dass sich ein Rausfahren zu unserer Außensternwarte nicht mehr lohnte. Und eine Nacht am Wochenende konnte ich wegen anderer Verpflichtungen nicht astronomisch nutzen, oder musste am Wochenende arbeiten.

Ende Juni ging mein Arbeitskollege in Rente und dessen Stelle wurde nicht wiederbesetzt, sodass ein geplanter längerer Urlaub ins Wasser fiel, während gleichzeitig die Zahl der Überstunden von Monat zu Monat stieg. Dabei hatte ich gerade die, die Ende letzten und Anfang diesen Jahres entstanden waren, einigermaßen abbummeln können. Die Folge war, dass ich bisher nur 2x je eine Woche frei machen konnte. Zum Glück gab es aber einige Veränderungen, sodass ich nun doch über Weihnachten ein paar Tage frei machen kann.

Der erste meiner beiden Astrourlaube in Kirchheim war astronomisch gesehen eine fast völlige Pleite, weil es keine einzige wirklich durchgehend klare Nacht gab. Erst nach unserer Abreise besserte sich das Wetter. Umgekehrt war es beim zweiten Astrourlaub im Oktober. Da endete die Schönwetterperiode zwei Tage vor unserer Ankunft und es gab wieder keine klare Nacht, nur eine für die reine Wolkenlückenastronomie, in der ich dann noch mit technischen Problemen zu kämpfen hatte.

Zumindest konnte ich den ATT besuchen, verzichtete aber weitgehend auf Neuanschaffungen, die ich sowieso nicht nutzen kann. Anfang Juli erfolgte dann mal wieder eine erfolgreiche Teilnahme an der jährlichen SONNE-Tagung, die dieses Mal in Kirchheim in Thüringen stattfand.

Die angedachte Teilnahme am Herbst-NAFT in Bremen und der Bochumer Herbsttagung hingegen musste ich aufgrund Zeitmangels und Wochenendarbeit absagen.

Das einzige, was wirklich noch läuft sind meine Führungen über die Bergedorfer Sternwarte und das Schreiben von Artikeln und Blogbeiträgen. Astronomische Erlebnisse im Sinne einer simplen Beobachtung oder Fotografie in der Nacht ohne besonderen Anlass gab es auch 2016 praktisch nicht mehr.

Die für den Oktober erhofften Nachtbeobachtungen fielen samt und sonders dem Wetter zum Opfer und die Monate November und Dezember zeichneten sich wie in den letzten Jahren auch nicht gerade durch astronomisch nutzbares Wetter aus. Aussichten auf Beobachtungen bis zum Jahresende sind daher wohl auch weitgehend illusorisch.


Hatte ich früher immer über die Leute den Kopf geschüttelt, die meinten, dieses oder jenes würden sie erst machen können, wenn sie in Rente sind, so stelle ich fest, dass es bei mir jetzt anscheinend ganz genauso ist. Und so werde ich wohl über kurz oder lang meine Astroaktivitäten noch weiter zurückfahren müssen, als es bereits jetzt der Fall ist, wenn noch ein Rest an wirklich freier Zeit verbleiben soll.

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