Sonntag, 6. April 2014

Ein Astronomietag (fast) ohne Astronomie

Am gestrigen 5. April 2014 gab es den jährlichen Astronomietaginitiiert von der VdS und durchgeführt von vielen örtlichen Sternfreunden, Sternwarten, Planetarien und Fachinstituten, um in Form eines Tages der offenen Tür auf sich und ihre Arbeit hinzuweisen.

Dieses bundesweite Ereignis wird in Hamburg leider seit vielen Jahren nicht begangen. Die GvA Hamburg hat hier noch nicht einmal eigene Vereinsräume (beteiligt sich aber regelmäßig z.B. an der Langen Nacht der Museen, wie am kommenden Samstag). Lediglich das Planetarium beteiligt sich in Form von Shows in einigen Jahren am Astronomietag. Daher war auch für dieses Jahr geplant, zusammen mit den engagierten Sternfreunden aus Handeloh den Astronomietag auf der Außensternwarte zu begehen. Das hat all die Jahre immer sehr gut geklappt und so sollte es auch dieses Mal wieder sein.

Allerdings war der Zeitpunkt wohl ungünstig gewählt, denn im Vorfeld sagten viele Helfer ihre Beteiligung wegen anderer Termine ab und auch ich hatte mir für diesen Tag etwas anderes vorgenommen.

Der bundesweite Astronomietag ist immer etwas Besonderes, aber, wie so oft im Norden, spielte das Wetter überhaupt nicht mit. Alle Wettermodelle widersprachen sich, aber ab 18 Uhr war eigentlich zunächst aufklarender Himmel vorhergesagt worden, wenn auch nicht von allen. Doch je näher der Tag rückte, um so schneller verschlechterten sich die Wettermodelle und in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zog ein fettes Regengebiet herein, das nichts Gutes erahnen ließ. Der Freitag - bei einigen Sternfreunden waren schon für diesen Abend Aktionen geplant – verlief weitgehend völlig verregnet. 

So begann auch der Samstag. Gegen Mittag entschied man sich dann, die gemeinsame Aktion in Handeloh wegen des Dauerregens abzusagen. Das ist auch vollkommen verständlich, denn niemand will am Rande eines Planetenpfades – hier wollten sich die Handeloher Sternfreunde präsentieren - im Regen stehend seine Teleskope zeigen und erklären, warum es grad nichts zu sehen gab. Aber man behielt sich die Option offen, ggf. am Abend doch noch etwas zu bieten.

Da am 31. März der Sterbetag meines Vaters war und ich mich gesundheitlich nicht so fit fühlte, sagte ich meine Teilnahme am Astronomietag ab, hoffte aber inständig, wenigstens ausgiebig die Sonne beobachten zu können. Gleich vorweg: Daraus wurde nichts!

Der Gang zum Friedhof Ohlsdorf war ohnehin emotional geprägt, aber als ich das Parkgelände betrat, traf ich hier auf dicken Nebel. Alles, aber auch wirklich alles, war vor Feuchtigkeit triefend. Meine Gießkanne wurde auf dem kurzen Weg vom Auto zum Grab klatschnass, ich selber war binnen Minuten durchgeschwitzt und das bei Temperaturen unter 20°. Gleichzeitig kam ich mir vor wie in einem alten Horrorfilm oder einem Klassiker aus der Edgar-Wallace-Reihe. Der Höhepunkt war dann, als ich während der Grabpflege plötzlich in einem Art Sturzbachregen stand und auch das letzte Teil trockener Klamotten dann richtig durchtränkt wurde. Viel Arbeit am Grab war ohnehin nicht notwendig, denn der Boden war völlig durchmatscht und der sonst eher mittelgraue Grabstein kam nunmehr dunkelgrau daher. Blieb nur die Feststellung, dass man mir schon wieder eine Grabvase geklaut hatte. Von ehemals fünf waren jetzt nur noch zwei vorhanden, auf die ich drei Blumensträuße verteilen durfte, die dann auch ein ums andere Mal entwendet werden.

Angesichts des immer schlimmer werdenden Regens – der Wetterbericht hatte für den Nachmittag diesen überhaupt nicht vorhergesagt – verließ ich ziemlich schnell die Grabstätte. Also nichts wie zurück zum Auto. Als ich da ankam, war der Regen - oder der Spuk – wieder vorbei und so entschloss ich mich kurzerhand, meinen Eismann auf dem Dulsberg aufzusuchen, wo wir per Radio und iPhone dem Bundesliga-Spieltag verfolgten. Irgendwann ging es dann wieder nach Hause und nun schlug auch hier der Nebel zu. Zu dem Zeitpunkt, als es aufklaren sollte, wurde die Sicht immer schlechter, es wurde immer diesiger und die Dächer der Autos glänzten vor Feuchtigkeit, aber es blieb zumindest weitgehend ohne Regen. Erst spät in der Nacht sah ich dann am Küchenfenster für wenige Augenblicke schemenhaft den Mond durch die Nebelschicht hindurch schimmern, die sich dann aber relativ schnell wieder verdichtete. Und auch der heutige Morgen begann mit Nebel.

Und worin bestand das Astronomische am Astronomietag? Es beschränkte sich auf das Lesen einiger kleiner aktueller Artikel in der „Welt“, die bei meinem Eismann auslag, und die sich mit aktuellen Themen zur Raumfahrt befassten. So blieb am Ende der Astronomietag fast ohne Astronomie.

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