Sonntag, 29. Dezember 2013

2013: das bislang schlechteste Astrojahr (II)


Wie schon im ersten Teil Ende September beschrieben, ist das jetzt ausklingende Jahr das schlechteste in meiner gesamten Astrokarriere, mit einer Ausnahme: vom 27. September bis zum 4. Oktober war ich auf der Sternwarte Kirchheim und erlebte dort meine erste Beobachtungskatastrophe seit Jahren. Fast jede Nacht war es klar und man konnte fotografieren und beobachten, wenn uns auch bisweilen durchziehende Wolkenfetzen ärgerten. So viel Astronomie in kurzer Zeit, das konnte nichts Gutes bedeuten, denn danach ging praktisch nichts mehr. Die Murphys nahmen deutlich zu und es gab noch mehr Pleiten, Pech und Pannen.

Der Bochumer Herbsttagung blieb ich fern, weil wir hier den Kometen ISON beobachten wollten, aber just an dem Tag war es wieder bewölkt, sodass ich weder BoHeTa, noch den Kometen für mich verbuchen konnte. Auch die Astronomiehistorikertagung in München fiel wegen der zu langen Anfahrt mitten in einer beruflichen Projektarbeit ins Wasser. Das wird dann, das ist heute schon sicher, auch im kommenden Jahr der Fall sein, wenn man sich in Dresden trifft.

Gegen Ende November setzte bei mir eine immer heftiger werdende Erkrankung in Leber-Gallen-Bereich ein, weswegen ich 11 Tage lang ins Krankenhaus musste. Natürlich, man kann es fast schon ahnen, fiel in diese Zeit auch eine längere Schönwetterperiode, die an dem Tage endete, als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Das war am 4. Dezember. Seit diesem Tag gab es praktisch keine durchgehend klare Nacht mehr und bei meinen Sonnenbeobachtungen fast nur Ausfälle. Aufgrund des niedrigen Sonnenstands, der umliegenden Häuser und der nervigen Botanik kann ich nur zwischen 12 und 13:15 Uhr wirklich die Sonne beobachten, aber nur an bislang drei Tagen passte es wirklich. An wesentlich mehr Tagen schien die Sonne vorher oder nachher oder es zog um kurz nach 12 Uhr zu, sodass ich trotz der Tatsache, dass ich seit dem 22. November durchgehend krank geschrieben bin, nur magere drei Beobachtungen zustande gebracht habe, während Vereinskollegen aus der Hamburger Sonnengruppe auf mehr als das doppelte davon kamen.

Verpasst habe ich dadurch natürlich fast alle Weihnachtsfeiern und sämtliche weitere, diesbezügliche Veranstaltungen. Nur den Adventstee bei den Lübecker Sternfreunden konnte ich dann wirklich genießen. Für morgen ist ein teilweise sonniger Tag angekündigt, aber ob der wirklich was bringt, bleibt abzuwarten.

Durch den Krankenhausaufenthalt hatte ich dann wenigstens nicht den Stress mit irgendwelchen vergeblichen Beobachtungsbemühungen wegen des aufgelösten Kometen ISON. Immerhin konnte ich das Ereignis per iPhone verfolgen und durch das Fenster erst Jupiter in dem einen, dann in dem anderen Zimmer Mond und Venus sehen, von Beobachtung kann man dabei ja nicht wirklich sprechen.

So geht nun in zwei Tagen ein Jahr zu Ende, das weder in gesundheitlicher Hinsicht, noch in astronomischer wirklich ein Gutes war. Und ob 2014 besser wird, bleibt abzuwarten, denn in den vergangenen Jahren habe ich eigentlich stets erlebt, dass eher etwas schlechter, aber sehr selten etwas besser wurde. Daher würde es mich auch nicht wundern, wenn meine lange Krankheit Probleme und weitere Enttäuschungen auf der Arbeit nach sich ziehen, zumal ich bei wichtigen Besprechungsterminen, wo ich unbedingt dabei sein sollte, weil es um die Zukunft meines Arbeitsgebietes ging, im Krankenhaus lag. Dass sich was verändert hat, wurde mir schon avisiert, nur nicht, was, aber es klang nicht gut ...