Dienstag, 16. April 2013

LNdM und BTT in Bergedorf


Am 13. April 2013 gab es zum 13. Mal die Lange Nacht der Museen in Hamburg (LNdM) und vom 12. bis 14. April das 1. Bergedorfer Teleskoptreffen (BTT). Mehr als ein Grund also, auf die altehrwürdige Sternwarte im Osten Hamburgs zu fahren, auf der der Autor ohnehin des Öfteren anzutreffen ist.

Die „Lange Nacht der Museen“ in Hamburg bot an 53 Hamburger Museen, Ausstellungshäusern und der Bergedorfer Sternwarte – die eigentlich mehr Forschungsstätte als Museum ist - von 18 bis 2 Uhr die Möglichkeit, die teilnehmenden Einrichtungen und deren Themen in zwangloser Atmosphäre kennen zu lernen. Das Programm der Sternwarte Bergedorf war wieder sehr umfangreich und beinhaltete neben Vorträgen zur hauseigenen Geschichte („Richard Schorr und die Gründung der Sternwarte in Bergedorf: Neue Sternstunden für Hamburg“, „Sternstunden in der Entwicklung des Weltbildes“, „Sternstunden – Restaurierung des 1m – Spiegelteleskops“, „Geschichtliche Entwicklung von mechanischen Planetarien“), Sonderausstellungen („Astronomischer Modelle von der Antike bis heute“, „Sterne über Hamburg“, „Sternstunden der Schmidtfotografie“, „Zeitmessung und Hamburger Zeitball“, „Sternstunden – Restaurierung und Sanierung“) und Führungen über das Gelände. Dazu gab es musikalische Untermalung aus dem Großen Refraktor. Dort hatte in einem Nebenraum der kleine Sternwartenshop geöffnet. Für das leibliche Wohl sorgte das bewährte Team vom Café „Raum und Zeit“.


Ausstellung der Grundrisse der Sternwartengebäude

Anlässlich der LNdM konnte auf der Wiese vor dem Sonnenbau das 1. Bergedorfer Teleskoptreffen veranstaltet werden. Schon am Freitag waren die ersten Sternfreunde angereist, erlebten allerdings eher eine „ITV-Nacht“ mit Regen, kurzen Gewittern, aber auch einigen Wolkenlücken.

Da ich am Freitag noch keine Zeit und zu spät Feierabend hatte, fuhr ich erst am Samstagmittag zusammen mit André Wulff zur Sternwarte, in der Hoffnung, dort noch die Sonne beobachten zu können, was sich aber nicht ergab, da die dichte Bewölkung – was man am Morgen bei Nieselregen noch nicht erwartet hatte – gegen Abend tatsächlich aufriss. Rund 30 bis 40 Sternfreunde der Bergedorfer Amateurgruppe und der GvA Hamburg brachten Teleskope aller Größenordnungen mit. Vom einfachen Einsteigerteleskop über 6 Zoll-Refraktoren, etlichen Newton und einem 12 Zoll-Selbstbaudobson warren am Ende auf der Wiese versammelt. Gleichzeitig gab es Verkaufsstände vom astro-shop und der Fa. Conrad.


Groß und klein einträchtig beieinander
Am Abend sollte es nach einigen Vorhersagen möglicherweise noch ein Polarlicht zu sehen geben; André und ich suchten nach einem Streifzug durch die Gebäude, um die Teleskope unter besserem Licht zu filmen und zu fotografieren, nach einem Standort für Polarlichtfotos und fanden diesen dann auf dem Balkon vom Oskar-Lühning-Teleskop. Nur was dann nicht kam, war das Polarlicht, der erwartete Impakt fand irgendwie nicht statt. Die einschlägigen Seiten im Web wurden aufgerufen, doch es zeigte sich außer einer gewissen Unruhe im Erdmagnetfeld kein Impakt solarer Teilchen. Auch der später für 21 Uhr UT vorhergesagte Zeitpunkt verstrich, ohne dass sich etwas getan hatte.


Der fertig restaurierte 1m-Spiegel
Teleskoptreffen vor dem Sonnenbau
Inzwischen halfen wir an verschiedenen Stellen mit, bauten das Zelt am Eingang mit auf, verteilten Zettel usw. Zum Zeitpunkt des Beginns der Langen Nacht lösten sich die Wolken auf und die ersten Besucherinnen und Besucher konnten am aufgehellten Dämmerungshimmel Jupiter und die schmale Mondsichel beobachten, später wurden prominente Deep-Sky-Objekte gezeigt.

Die Teleskope der Sternfreunde waren dabei ebenso umlagert wie der 60 cm-“Lippert-Cassegrain“ und der 40 cm-“Salvador“-Reflektor. Die Luftfeuchtigkeit war enorm hoch, Teleskope, Wohnmobile und andere Fahrzeuge klatschnass und die Kälte drang auch sehr schnell in die Klamotten ein. Dennoch wurde nach Einschätzung der Bergedorfer Sternfreunde eine scheinbare visuelle Grenzgröße von 5,0 mag erreicht.

Irgendwann – die Luftfeuchtigkeit hatte noch mehr zugenommen - zogen wir uns von der Veranstaltung zurück und fuhren nach Hause, wobei wir dann in Höhe des „Jenfeld“-Abzweigers der A1 durch vereinzelte Nebelbänke fuhren. Zwischendurch hatte ich meine Eindrücke von beiden Veranstaltungen via Twitter verzwitschert und etliche Fotos hochgeladen.

Es dürften mehrere hundert Interessierte die Veranstaltung besucht haben – zum Aufwärmen konnte man sich im Café u.a. Suppen bestellen, die an diesem doch noch recht kühlen Abend anscheinend der Renner waren.

Insgesamt gesehen dürfte sowohl die Lange Nacht der Museen, als auch das 1. Bergedorfer Teleskoptreffen für Besucher und Ausrichter ein voller Erfolg gewesen sein.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen