Montag, 1. April 2013

17.2.2013: 225. Todestag von Johann Georg Palitzsch


Als Sohn eines gestrengen Landwirts am 11. Juni 1723 in Prohlis bei – heute in – Dresden geboren, sollte er eine Laufbahn als Bauer eingehen und wurde dahingehend schon seit Kindestagen vom Vater erzogen. Interesse hatte er jedoch eher an Naturwissenschaft, was ihm sein Vater jedoch nicht erlaubte. So unterrichtete sich Palitzsch quasi im Selbststudium in Astronomie, Physik und Botanik.

Bestärkt, diesen Weg zu gehen, hatten ihn Predigten in der Kirche zu Leubnitz und das Studium der Bibel. Vor allem das Buch „Vorhof der Astronomie“ von Christian Pescheck (1676 - 1744), einem aus Königgrätz am Rande des Riesengebirges stammenden Mathematiker und Astronomen, der auch als „Rechenmeister“ weithin bekannt war, beeinflusste Palitzschs Weg zur Astronomie. Dieses führte ihn dann auch zu Vorlesungen im „Mathematischen Salon“ in Dresden. Durch die Beziehungen zu einem Händler in Tolkewitz kam er in Kontakt zu Gleichgesinnten. Zum ersten Mal von sich reden machte Palitzsch durch das Auffinden des Halleyschen Kometen am 25. Dezember 1758 mit bloßem Auge, was man seinerzeit für unmöglich hielt, dessen Wiederkehr von Edmond Halley (1656 - 1742) im Jahr 1705 vorhergesagt worden war. Das brachte Palitzsch bald den Beinamen als „Bauernastronomen“ ein, und das zu einer Zeit, als in der Gegend um Dresden zwischen 1756 und 1763 der Siebenjährige Krieg tobte, den einige Historiker wegen der Kampfhandlungen in Europa, Amerika und Asien gelegentlich auch als den ersten echten Weltkrieg bezeichnen, und gerade die Bauern von Plünderungen, Raub und Mord nicht verschont blieben.

Gerade vor diesem Hintergrund ist Palitzschs Leistung besonders hervorzuheben. Seine „Entdeckung“ führte zu weiteren Kontakten. So lud ihn der Vater des späteren Kurfürsten Friedrich August III (1750 - 1827) ein, seinen Sohn in der Astronomie zu unterrichten. In Anerkennung dessen wurde er zum Mitglied der Leipziger „Ökonomischen Societät“ berufen. Angespornt durch die Wiederentdeckung des Halleyschen Kometen, blieb es nicht bei dieser Leistung des heute in der Astronomie weitgehend Vergessenen. Bei der Beobachtung des Venustransits 1761 entdeckte er ebenfalls Hinweise auf die Existenz einer Venusatmosphäre und 1783 wurden seine Beobachtungen der Helligkeitsschwankungen von Algol im Perseus sogar in einem Artikel in den Philosophical Transactions, einer angesehenen Fachzeitschrift, veröffentlicht. Zu verdanken hatte er dies seinen guten Kontakten zu Gelehrten seiner Zeit, wie dem kursächsischen Diplomaten und Naturwissenschaftler Hans Moritz von Brühl (1736 - 1809), der sich später in England John Maurice Count of Bruhl nannte.

Auch die Einführung der Kartoffel und des Blitzableiters in der Region rund um Dresden werden heute Palitzsch zugeschrieben. Heute ehrt ihn die Stadt mit einem eigenen Museum und einem nach ihm benannten Brunnen. Sein Wohnhaus brannte 1813 in der Schlacht von Dresden nieder. 1877 wurde an dieser Stelle ein Denkmal errichtet. Überdies tragen drei Mondkrater (Palitzsch, Palitzsch A und B am Rand des Kraters Petavius am Rande des Mare Fecunditatis, ein Mondtal in der Nähe davon und der Hauptgürtelasteroid 11970 Palitzsch (1994 TD) seinen Namen. Die Sächsische Tierschutzmedaille, im Jahr 2000 gestiftet, heißt auch Johann-Georg-Palitzsch-Medaille. Palitzsch starb am 17. Februar 1788 in seinem Heimatort und hinterließ eine Sammlung von 3518 Büchern und handschriftlichen Kopien, darunter viele unveröffentlicht gebliebene eigene Manuskripte.

1 Kommentar:

  1. Palitzsch entdeckte den Kometen Halley mit seinem Fernrohr!

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