Mittwoch, 13. März 2013

Pan-STARRS und die schmale Mondsichel auf dem GvA-Treff

Nach vielen – oft auch unrealistisch optimistischen – Vorhersagen sollte der Komet PANSTARRS (C/2011 L4) am Abend des 12. März 2013 nach seinem Periheldurchgang erstmals in unseren nördlichen Breiten zu sehen sein. Problem dabei war: Niemand wusste wirklich, wie hell er in der Abenddämmerung zu sehen sein würde, man ging teilweise von Helligkeiten heller als 0 mag aus, am Ende behielten all jene recht, die moderatere Einschätzungen vornahmen und von weniger als der 0ten Größe ausgingen.
Das größte Hindernis war neben dem Wetter – der Wintereinbruch hatte uns zunächst nur bedeckten Himmel beschert – die Frage nach einem geeigneten Standort. Da zeitgleich auch der GvA-Treff im Gemeindezentrum Feste Burg in Hamburg-Neu-Allermöhe stattfand, kam sehr schnell die Idee auf, in der Umgebung einen Platz mit guter Horizontsicht zu suchen. Dieser wurde auch gefunden und dann hieß es Daumen drücken, denn am frühen Nachmittag drückten sich von Süden her Wolken herein, während aus Richtung Osten immer wieder Wolkenbänke herankamen.
Trotz aller unterschiedlichen Wettervorhersagen fuhren wir zu einem Platz westlich von Neu-Allermöhe, wählten dann einen zweiten aus und platzierten uns dort auf einem deichähnlichen Hügel. Nach dem Aufbau der Kameras – ich hatte meine Canon 500 D samt 70-300 mm Telezoom dabei – suchten wir in der Dämmerung erst einmal nach dem Mond. Das war angesichts des hellen Westhimmel gar nicht so einfach. Von Vorteil war da mein 8x25 bildstabilisiertes Fernglas von Canon. Ein Astrokollege fand denn auch nach längerem Suchen mit dem gleichen Instrument als erster die sehr schmale Mondsichel, die wir dann auch erst mal ablichteten.
Die schmals Mondsichel oberhalb von zwei Bäumen
Noch schwieriger war „Freund Pan-STARRS“ zu finden. Er sollte evtl. bereits zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung zu sehen sein, wir fanden ihn aber erst danach. Dieses Mal war ich an der Reihe, ihn als erster zu finden, wieder mit dem bildstabilierten Fernglas, das bei solchen Suchaktionen den Vorteil bietet, ein nahezu erschütterungsfreies Bildfeld absuchen zu können. Als Markierungspunkte dienten uns die Bäume in Richtung Westen. Über dem höchsten davon fanden wir schließlich den Schweifstern.
Allerdings war es schwierig, ihn zu halten, denn in den horizontnahen Dunstschichten entglitt er immer wieder unseren Augen. Dennoch gelang es uns mindestens einmal, ihn gerade eben auch mit bloßem Auge zu sehen. Als er immer tiefer in den „Syph“ hinein geriet, wurde er naturgemäß scheinbar schwächer und war somit immer schwerer zu sehen.
Was uns seit der ersten Sichtung aufgefallen war: Der Kern war relativ hell, der Schweif visuell aber nur diffus und kurz. Eine Helligkeitsschätzung war wegen der fehlenden Vergleichsmöglichkeiten unmöglich.
Erstes Fotos von Pan-STARRS
Wir machten unsere Fotos und packten schließlich nach 19:30 Uhr zusammen und fuhren zur Festen Burg, wo wir an der Tür den Hinweiszettel fanden, wo sich die anderen Beobachter aufhielten.

Eines der letzten Fotos an diesem Abend
In dem von uns genutzten Besprechungsraum bauten wir dann schnell die Rechner auf, um die Bilder zu betrachten. Dabei stellte sich heraus, dass auf den Aufnahmen der Schweifansatz leicht gebogen erschien – ein Hinweis auf einen aktiven Staub- und Gasschweif (?). Ob das auch der Wahrheit entspricht, müssen erst noch weitere Bildanalysen ergeben, auf den ersten Blick erschien es jedenfalls so. Ich hatte konstant mit einer Brennweite von 300mm gearbeitet, diejenigen, die kleinere Brennweiten nutzten, konnten Mond und Komet gemeinsam ablichten – an diese Möglichkeit hatte ich zu spät gedacht.
Kurz nach unserer Ankunft in der „Festen Burg“ erschien dann auch die – zahlenmäßig deutlich größere – Gruppe, die einen Standort nördlich von uns gewählt hatte, wo die Sicht weniger durch Bäume versperrt war. Dennoch: Der Abend darf als gelungen betrachtet werden und vielleicht auch als die Geburtsstunde eines neuen Interessengebietes: die Kometenbeobachtung.

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