Samstag, 16. März 2013

Pan-STARRS: 4. Tag, 2. Beobachtung

Für den gestrigen Tag, Freitag, den 15. März 2013, sah das Wetter eigentlich ganz viel versprechend aus. Insbesondere, nachdem es am Vorabend dann nach Untergang des Kometen dann doch noch völlig aufgeklart war und der Tag sonnig begann. Sorge machte uns nur eine Schlechtwetterfront, die aus Westen herankam und mittags schon die Niederlande erreicht hatte. Bis zum Abend kam die Front aber nur sehr sehr langsam voran, sodass wir uns entschlossen, gegen 17:30 Uhr loszufahren und dieses Mal den Standort in Neu-Allermöhe aufzusuchen, den die andere Gruppe am Mittwoch aufgesucht hatte.


Warten auf Pan-STARRS


Vor Ort angekommen, trafen wir auf ein weiteres Vereinsmitglied und so begaben wir uns mit vier Leuten zum Beobachtungsplatz eines tief verschneiten Weges, der einen sehr guten Blick in Richtung Westen ermöglichte.


Der Blick in Richtung Westen
Da bei meinem Aufnahmen meiner nicht umgebauten Canon 1100 D mit dem 70-300 mm bei f=300 mm der Komet nur sehr klein abgebildet wurde, hatte ich heute meinen kleines 80 mm f/6 Triplett dabei, das sich noch gut auf ein stabiles Fotostativ packen lässt.


Meine Ausrüstung
Die Transparenz des Himmels war ganz ordentlich, nur im Westen hatte sich die breite Wolkenbank schon aufgebaut und aus Richtung Norden zogen vereinzelte Wolkenstreifen herein.

Dies erschwerte die Aufsuche des Kometen am aufgehellten Dämmerungshimmel beträchtlich, bis jemand ihn knapp oberhalb der von Norden herein kommenden Wolkenschicht entdeckte. Diese wurde aber ziemlich schnell durchlaufen und danach konnte weiter belichtet werden, zunächst mit ISO 800, dann mit 1600, am Ende sogar, als er immer weiter in den horizontnahen Wolken versank und zuvor durch den Horizontdunst immer schwächer wurde, sogar mit ISO 6400. 


Erstes Foto dieses Abends



Pan-STARRS nähert sich dem Horizont
Zwischendurch verlor man ihn selbst im 10x30 bildstabilisierten Fernglas immer wieder, bis er dann endgültig nicht mehr zu sehen war. Auch rutschte er mir aus dem Gesichtsfeld, da ich wieder ohne Nachführung arbeitete, aber immerhin konnte man ihn per live-view und nachher auch im Kamerasucher finden. Als Markierungen zum Aufsuchen wurden wieder die Bäume, aber auch die einzeln herein driftenden Wolkenzonen genommen.

Neben der hellen Koma zeigte sich heute ein vielleicht 1 bis 2° langer, leicht gebogener Schweif. Zeitweise war er - allerdings nur sehr schwach - auch mit bloßem Auge sichtbar, was sich aber mit Annäherung an den Horizont rasch änderte.

Als die anderen schon einpackten, fotografierte ich schnell noch den Mond mit aschgrauen Erdlicht.


Mond mit aschgrauem Erdlicht
Wir hatten alle unseren Spaß und wir brachten jeder Aufnahmen mit nach Hause, die jetzt der weiteren Bearbeitung harren. So wurde aus der heutigen Kometenbeobachtung nebenbei auch eine SAZ in Neu-Allermöhe, eine "Spontane Astronomische Zusammenrottung".

Ob es die auch in den kommenden Tagen geben wird, ist unsicher, denn erst einmal haben wieder Wolken den Norden im Griff.

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