Montag, 28. Januar 2013

Der 28. Januar - astrohistorisch gesehen

Beim Blick in wikipedia fällt auf, dass es am 28. Januar besonders viele positive wie negative astronomische und astronautische Ereignisse gegeben hat – auf die ich wie fast jeden Tag via twitter hinweise. Da es just an diesem Tage so herausragend viele sind, möchte ich sie in meinem heutigen Blogbeitrag einmal, chronologisch sortiert, zusammenfassen:

28. Januar 1608:
An diesem Tage wurde in Neapel Giovanni Alfonso Borelli geboren. Er studierte später in Pisa Mathematik und Physik und in Florenz Astronomie und wurde 1656 in Pisa Professor für Philosophie und Mathematik. 1666 veröffentlichte er das Buch Theoricae Mediceorum planetarum ex causis physicis deductae, in dem er die Ellipsenbahnen für die Planeten als wahrscheinlichste Bahnform aussprach und physikalisch begründete. Danach würden die Planeten in einem Weltäther schwimmen und von den Sonnenstrahlen gelenkt werden. Ebenso intensoiv beschäftigte er sich mit mathematischen Grundlagen für die Medizin und gilt heute als einer der Väter der Biophysik. Er starb am 31. Dezember 1679 in Rom und darf phonetisch nicht mit dem Kometenentdecker Alphonse Louis Nicolas Borelly (1842-1926) verwechselt werden

28. Januar 1611:
In Danzig wird Johannes Hevelius als Sohn eines reichen Brauers geboren. Nach dem Jurastudium wird er Ratsherr und Bürgermeister seiner Heimatstadt, doch sein Hauptinteresse gilt eher der Astronomie. Als sein Vater 1649 verstarb, errichtete er sein großes Observatorium für die Mondbeobachtung, worüber er auch in seinem umfassenden Werk Selenographia sive Lunae Descriptio berichtet.

Große Aufmerksamkeit erregte er vor allem durch sein 45m-Luftfernrohr, das er häufig bei öffentlichen Beobachtungen einsetzte. Mit diesem und anderen Instrumenten beobachtete er Sonnenflecken, den Mond, Planeten, Kometen (vier entdeckte er selbst) und verschiedene Deep-Sky-Objekte. Mit seinem Namen sind vor allem hochgenaue Mondkarten verbunden. 1662 veröffentlichte er das Werk Mercurius in sole visus, worin er auch eine Halosichtung beschreibt. 1664 wurde Hevelius Fellow of the Royal Society. 1679 wurde seine Sternwarte ein Raub der Flammen und brannte vollkommen ab. Zwar bemühte er sich noch um einen Wiederaufbau, doch dazu fehlte ihm die Kraft. Am 28. Januar verstarb er, hoch angesehen, im Alter von 76 Jahren in Danzig. 

28. Januar 1622:
Der hierzulande weitgehend unbekannte Astronom Adrien Auzout  
wurde in Rouen/Frankreich geboren und studierte Physik und Astronomie. Seine Arbeiten sind weitgehend verschollen, doch gilt er als Mitinitiator der Pariser Sternwarte und Miterfinder des Fadenkreuzes. Am 23. Mai 1691 verstarb er in Rom, 1961 benannte die IAU einen Mondkrater nach ihm.

28. Januar 1701:
Der französische Mathematiker und Astronom Charles Marie de La Condamine wurde an diesem Tag geboren. Er trat allerdings nicht so sehr als Astronom hervor, sondern eher als Amazonas-Reisender, als Botaniker und Zoologe. In den Jahren 1736 bis 1743 beschäftigte er sich allerdings während einer Südamerika-Expedition mit der Kugelgestalt der Erde und deren Abplattung – die Erde ist ein sogenannter Rotationsellipsoid.

28. Januar 1838:
Das vierte Geburtstagskind des Tages ist der Astronom James Craig Watson, der in Ontario / Kanada, als Kind amerikanischer Eltern geboren wurde. 1857 schloss er sein Astronomiestudium an der University of Michigan ab, beschäftigte sich mit Himmelsmechanik, dem Schleifen von Linsen und der Konstruktion von Teleskopen. 1859 wurde er – nicht zuletzt durch die Entdeckung eines Kometen (1856) und die Berechnung der Bahn des Kometen Donati (1858) – zum Professor für Astronomie ernannt.
1863 wurde er Direktor des Observatoriums der University of Michigan und entdeckte nur wenige Monate später mit (79) Eurynome seinen ersten Kleinplaneten. In den folgenden Jahren entdeckte er 23 weitere Planetoiden, nahm 1869/70 an einer Sonnenfinsternisexpedition zum Mount Pleasent im US-Bundesstaat Iowa teil und folgte 1879 dem Ruf der University of Wisconsin. Er verstarb am 23. November 1880 in Madison / Wisonsin. Der am 9. Februar 1912 von Joel H. Metcalf entdeckte Kleinplanet (729) Watsonia wurde nach Watson benannt, dessen Teleskopkonstruktion auch heute noch in vieler Astronomiehistoriker Munde ist.

28. Januar 1986:
Nur 73 Sekunden nach dem Start explodierte die Raumfähre CHALLENGER, offizielle Missionsbezeichnung STS- 51-L, über dem Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Dabei kamen sieben Astronauten ums Leben.

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