Donnerstag, 20. Dezember 2012

Der Weltuntergang im Fernsehen


Nun ist es fast soweit: Morgen soll der vermeintliche Weltuntergang stattfinden – und das Fernsehen ist live dabei. Bei einigen Produktionen ist schon heute klar, dass sie einen vorwiegend esoterischen Inhalt haben werden, andere hingegen dürften das Ganze eher ironisch nehmen oder das Treiben etwas mehr aus der Distanz betrachten. Wie dem auch immer sei, in der nachfolgenden Liste habe ich alle Sendungen (auch Filme), die ich finden konnte, aufgeführt. Natürlich erhebt sie keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird sicher auch in diversen TV-Magazinen und Nachrichtensendungen über den nicht stattfindenden Weltuntergang berichtet werden. Schauen Sie sich also das Ende der Welt vor dem Fernseher an – wie es in manchen Ländern auch bei totalen Sonnenfinsternissen immer wieder empfohlen wird.

21.12.2012:
02:40 arte:       Die Rückkehr von Laika (5 min.)
08:25 arte:       x:enius: Das Ende naht, was fasziniert uns an
                      Weltuntergängen? (30 min.)

10:15 Phoenix:  Verschwörungstheorien – Mythos oder Wirklichkeit (95 min.)
11:30 Phoenix:  Vor Ort: u.a. vermeintlicher Weltuntergang (45 min.)
13:02 arte:       Die Rückkehr von Laika (5 min.)
13:10 N 24:      Zukunft ohne Menschen – Das menschliche Erbe (50 min.)
14:30 arte:       x:enius: Warum haben Verschwörungstheorien so viel Macht? 
                      (30 min.)
15:00 arte:       2012 – Die Prophezeihung der Mayas (55 min.)
15:15 DMAX:     Meteoriten-Männer: Feuerball über Utah (60 min.)
15:55 arte:       99 Gründe, warum die Welt nicht untergehen darf (55 min.)
16:05 N 24:      2012 – Die Prophezeihung der Maya (55 min.)
16:50 arte:       Bugarach – Wo die Welt nicht untergehen wird (55 min.)
17:05 N 24:      Der Nostradamus-Effekt: 2012 – Das Ende der Welt (55 min.)
18:30 3sat:       nano: Apokalypse – jetzt! (30 min.)
20:15 arte:       Das Ende der Menschheit (1) (55 min.)
20:15 RTL 2:     2012 – Das Jahr in dem die Erde gefriert (Film)
20:15 RTL nitro: Apokalypse Eis (105 min.)
21:10 arte:        Das Ende der Menschheit (2) (50 min.)
22:00 RTL 2:      Stonehenge-Apokalypse – Die letzten Tage der Erde
22:05 arte:        Kommt die Apokalypse? (30 min.)
23:15 ZDF:        Abenteuer Forschung: Der Weltuntergang (30 min.)
23:15 DMAX:      DMAX-Geschichte: Maya und Wikinger (60 min.)
23:35 arte:        Bugarach – Wo die Welt nicht untergehen wird (55 min.)

22.12.2012
02:40 arte: Die Rückkehr von Laika (5 min.)

PS: Ergänzung der Phoenix-Sendungen nach Hinweis von Daniel Fischer.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Was kommt nach dem Weltuntergang?



Am kommenden Freitag soll nun die Welt untergehen und es gibt kein Szenario, das die Anhänger der verschwurbelten Theorie auslassen: Meteore, die auf die Erde fallen sollen (bislang aber nicht entdeckt wurden), Sonnenstürme (die bei der derzeit sehr geringen Sonnenaktivität nicht zu erwarten sind), ein Planet auf der anderen Seite der Sonne (der sich durch seine Gravitationskräfte schon längst verraten hätte) oder auch geheimnisvolle Strahlen aus dem Milchstraßenzentrum, vor dem die Erde am 21.12. stehen soll (was aber nicht der Fall ist), nichts ist absonderlich genug, um als Grund für den Weltuntergang herzuhalten.

Schon werden die Ausbrüche der Vulkane Tungurahua (Equador) und Lokon (Indonesien) sowie der Abbruch eines Eisbergs am Petermann-Gletscher in Grönland als Zeichen für den bevorstehenden Weltuntergang gesehen. Meine iPhone-App Earthquake lite zeigt mir gerade zwei 5.0-Erdbeben vor Japan (zwischen Fukushima und Mito) an. Aber: Ohne das vermeintliche Ereignis wäre niemand auf die Idee gekommen, beides miteinander zu verbinden! Manches wäre noch nicht mal ein Beitrag in einer der Nachrichtensendungen Wert gewesen. So aber sieht man Zusammenhänge, wo keine sind.

Was den im Dresdner Codex abgebildeten Maya-Kalender angeht, so gibt es gerade unter den Anhängern des Weltuntergangs seltsam uninformierte Geister, die sich wie alle auf die einzig verfügbare Quelle berufen, die überdies noch stark interpretationsbedürftig ist, aber sich mit diesem nicht auseinandergesetzt hat. So ist schon der eigentliche Startpunkt des Maya-Kalenders unbekannt, man weiß also gar nicht, wann welche Zählung zu Ende geht, wann welche anfängt, doch das schreckt einen wahren Weltuntergangsanhänger natürlich nicht ab.

Doch was machen die Esoteriker und Weltuntergangsjünger eigentlich, wenn – wie zu erwarten – nichts passiert. Was, wenn Menschen aus Panik Suizid begehen, wenn Kinder nachts nicht mehr schlafen können, weil sie Angst haben vor einem nahen Ende haben? Ausgelöst durch die unverantwortliche Panikmache von Esoterikern? Entschuldigen diese sich? Übernehmen sie Verantwortung, wenn sich Leute deswegen umbringen oder Haus und Hof verkaufen, um sich in einem Bunker einzugraben? Stellen sie sich vor die Kameras und sagen: „Sorry, war alles falsch?“ Was, wenn Sektenanhänger aus lauter Furcht vor dem nicht eintretenden Weltuntergang Massenselbstmord begehen, wie seinerzeit die Irregeleiteten beim Kometen Hale-Bopp, die im Schweif ein UFO vermuteten, das sie mitnehmen sollte?

Auf jeden Fall kann man damit noch gut Geschäfte machen und vielleicht ein Überlebenspaket verkaufen, eine Reise an einen sicheren Ort unternehmen oder eine Versicherung abschließen. 

Ein gestandener Esotriker wird natürlich nicht von seinem Glauben abschwören, sondern frei und frank behaupten, die Mayas hätten sich verrechnet. Ein neuer Termin ist auch schon gefunden: Es ist der 15. Februar 2013wenn der nur 44m durchmessende Asteroid 2012 DA14 die Erde im Abstand von nur 24.000 km passieren wird. Natürlich wird auch dann nicht die Welt untergehen, es darf aber ein spektakuläres Himmelsereignis erwartet werden. Mehr nicht.

Was aber ist denn nun, wenn man – wie zu erwarten – am 22.12.2012 aufwacht und es ist nichts passiert? Kann man die Damen und Herren Esoteriker vor einem ordentlichen Gericht auf Schadenersatz verklagen? Wie ist die Rechtssituation, wenn man wegen des vermeintlichen Weltunterganges sinnloses Zeug gekauft oder sich gar verschuldet hat? Kann man dafür Esoteriker wegen Irreführung anzeigen?

Ich weiß es nicht, vermute aber, dass niemand verklagt werden wird und diejenigen, die sich haben verblenden lassen, mit ihrem (selbstgewählten) Elend zurückbleiben. Auch dafür werden Esoteriker und Weltuntergangsfanatiker mit Sicherheit keinerlei Verantwortung übernehmen, oder sich gar öffentlich entschuldigen. Sie werden in ihrem schändlichen Treiben einfach unbeeindruckt weitermachen und den nächsten Termin anvisieren, wo dann auch nichts passiert, wetten?

150. Todestag von Karl Kreil (1798-1862)

Der hierzulande wenig bekannte Astronom und Meteorologe Karl Kreil wurde am 4. November 1798 in Oberösterreich in der Kleinstadt Ried am Innkreis geboren. In der Benedektinerabtei Kremsmünster lernte er durch Pater Bonifaz Schwarzbrunner die Astronomie kennen und schätzen und war in der Vorstudienzeit häufig an der dortigen Sternwarte anzutreffen. Mehr aus finanziellen Gründen studierte er an der Universität Wien zunächst Rechtswissenschaften, gab dieses jedoch 1823 zugunsten der Astronomie auf und widmete sich fortan der Astronomie, Mathematik und Physik. 1827 wurde er Assistent an der Sternwarte der Universität Wien, 1831 Adjunkt – Assistent ohne Lehrtätigkeit - an der Sternwarte La Brera oberhalb von Mailand. 1838 wechselte er an die sich in einem sehr schlechten Zustand befindende Sternwarte am Prager Jesuitenkolleg Celmentinum. 1845 wurde er deren Direktor, musste jedoch vorwiegend repräsentative Aufgaben wahrnehmen.

Durch die Umstände und widrigen Rahmenbedingungen am Jesuitenkolleg war er gezwungen, sich statt mit astronomischen Fragen mehr und mehr mit terrestrischen Wissenschaften und dem Erdmagnetismus zu beschäftigen. So führte er in Österreich-Ungarn die terrestrische Physik ein. In der k.u.k.-Doppelmonarchie organisierte er die meteorologischen und magnetischen Beobachtungen, richtete verschiedene Messstationen ein und kümmerte sich um systematische Registrierung und Auswertung der Beobachtungen. Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) verlieh Kreil den Österreichisch-kaiserlichen Leopold-Orden und ab 1847 wurde er dann Mitglied der neu geschaffenen kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien, der er erstmals die Pläne für eine Zentralstation für magnetische und meteorologische Beobachtungen in Österreich-Ungarn vorlegte. Diese wurden erst 1851 verwirklicht und so lange blieb Kreil in Prag.

Noch heute kann dort der astronomische Turm und die Sternwarte in dem barocken Gebäude an der Karlsbrücke besichtigt werden, das auch die Tschechische Nationalbibliothek beherbergt. Insgesamt sechs Jahre war er in Prag tätig, und hatte hier 1843 eine Abhandlung über seine Beobachtungen des „Großen Kometen“ dieses Jahres „Über die Natur und Bewegung der Kometen“ veröffentlicht. Schon 1832 hatte er sich in Mailand den Kometen verschrieben und seine Beobachtungen in der Schrift „Cenni storici e teoretici sulle comete“ zusammengefasst. Weiter verfasste er mehrere Texte über den Einfluss des Mondes auf die Erde.

Im Juli 1851 war der Ruf der Universität Wien an die neu zu gründende Zentralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus der folgt. Diese Berufung war gleichzeitig mit der Ernennung zum ordentlichen Universitätsprofessor für Physik verbunden. Die Kombination aus Direktorat einerseits und Professur andererseits hat sich übrigens bis zum heutigen Tage erhalten.

Die in Prag begonnenen und in Wien fortgesetzten systematischen  Beobachtungen wurden nun auf ganz Österreich-Ungarn und darüber hinaus ausgedehnt. So ließ er Stationen in  Böhmen, an den Ufern der Adria sowie in der Türkei und am Schwarzen Meer errichten. In dieser Zeit entstand dann auch eine intensive Korrespondenz mit berühmten Astronomen, Geodäten und Physiker Karl Friedrich Gauß (1777-1855), mit dem er sich hauptsächlich über geodätische Fragen austauschte. Dieser Briefwechsel wird heute – zusammen mit seinem weitgehend erhaltenen Nachlass in mehreren Kisten verpackt -, in der Fachbereichsbibliothek der Universität Wien, aufbewahrt. Hieraus entstand möglicherweise die Idee des Aufbaus eines Netzes aus automatisch arbeitenden Stationen im Kaiserreich und den angrenzenden Gebieten. Seine Ergebnisse veröffentlichte Kreil in mehreren Universitätsschriften wie "Magnetische und geographische. Ortsbestimmungen in Österreichischem Kaiserthum "(5 Ausgaben, Wien, 1846 bis 1851), „Anleitung zu magnetischen Beobachtungen"(2. Auflage, Wien, 1858), „Jahrbücher des Zentralinstituts für Meteorologie und Erdmagnetismus in den Jahren 1849-1862“.

Karl Kreil verstarb am 21. Dezember 1862 in Wien, doch seine Bemühungen wirken bis heute nach, so führte das vom ihm mitbegründete Institut ein meteorologisches Beobachtungssystem erst für Österreich-Ungarn, später für die Republik Österreich ein, es gab die ersten täglichen Wetterkarten des Landes heraus und wurde bis heute stetig aktuellen Aufgaben angepasst und mit den jeweils neuesten Instrumenten ausgestattet.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

75. Todestag von Josep Comas i Solà (1868-1837)

Josep Comas i Solá wurde am 19. Dezember 1868 in Barcelona geboren und zeigte schon sehr früh eine allgemeine Begeisterung für wissenschaftliche Studien und hierin besonders für die Astronomie. Im Alter von 15 Jahren er nach allen verfügbaren Unterlagen über den Fall eines Meteoriten, der am 5. November 1851, der 16 Meilen sw. Barcelona, 4 Meilen östl. Tarragona, Catalonien, Spanien niedergegangen war und entwickelte daraus eine besondere Vorliebe für die Beobachtung dieser Kleinstkörper des Sonnensystems.

Erste eigene Veröffentlichungen schrieb er über die Beobachtung einer Mondfinsternis und den Meteoritenschauer vom 27. November 1885, der auf den zerfallenen Kometen 3D/Biela zurückging. 1866 begann er an der Universität von Barcelona das Studium der Physik und Mathematik und wechselte später zur Astronomie. Während der Marsopposition 1890 herum begann er mit eigenen Beobachtungen und Zeichnungen an einem eigenen 108 mm Refraktor, die an der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Künste in Barcelona ausgestellt wurden.

Weiter beobachtete er mit diesem Instrument Jupiter, Saturn und die Sonne. Von 1895 bis 1897 war er als Astronom am Catalá San Feliu de Guixols-Observatorium tätig und unternahm mehrere Studienreisen zu Sternwarten und den Vulkanen Vesuv und Ätna. Zur Beobachtung der Sonnenfinsternisse vom 28. Mai 1900 und 30. August 1905 erhielt er von der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Künste von Barcelona den Auftrag, diese nicht nur vorzubereiten, sondern auch die erst wenige Jahre alte Fotografie – Solá hatte sich als Befürworter dieser neuen Beobachtungstechnik ausgesprochen – für die Beobachtung dieser Naturereignisse einzusetzen.

Für die 1905er Finsternis reiste er nach Vinaroz (Castellón), wo es ihm als weltweit erstem gelang, durch das Anbringen eines Spektrografen das Spektrum der solaren Chromosphäre aufzuzeichnen. Mit gleicher Methode beobachtete er auch die Merkurdurchgänge von 1907 und 1909 und war damit in der Lage, den Durchmesser des innersten Planeten unseres Sonnensystems zu bestimmen. Neben dem Jupiter und dessen turbulenten Atmosphäre sowie dem Großen Roten Fleck beobachtete er vor allem Saturn. In den Jahren von 1890 bis 1937 setzte er sich intensiv mit dem Geschehen auf dem Ringplaneten auseinander. Dabei nahm er unterschiedliche Helligkeiten im Ringsystem („Ringlicht“) wahr, von dem er richtigerweise annahm, dass die Variation in Abhängigkeit von der Differenz der Azimute von Sonne und Erde und der Fläche der Ringe entstand.

Beim 1665 durch Christiaan Huygens entdeckten Saturnmond Titan wies Solá als erster die Atmosphäre des Mondes nach und entdeckte auch ihre Randverdunkelung – ein bei der Sonne schon länger bekanntes Phänomen (vgl. Astronomische Nachrichten 179 (4290). Seite 289-290. (1908)).. Erst 1944 konnte Gerard Kuiper (1905-1973) am Yerkes-Observatorium der Universität von Chicago diese frühe Beobachtung spektroskopisch bestätigen. Im Jahr 1910 beobachtete und fotografierte Solá den Halleyschen Kometen bei seiner Wiederkehr, studierte seine Schweifaktivität und die Veränderungen in dessen Strukturen sowie diverse, kleinere Helligkeitsausbrüche.

Am 9. Oktober 1915 beobachtete er einen weiteren, sehr hellen Meteor und führte ihn aufgrund seiner Bahn auf den Ursprungskometen Giacobini-Zinner zurück.

Nur wenige Monate zuvor, am 20. März 1915, hatte Josep Comas i Solá seinen ersten von insgesamt 11 Asteroiden mit Hilfe der Astrofotografie entdeckt: (804) Hispania. Es folgten am 13. Januar 1920 (925) Alphonsina, am 3. Februar 1921 (945) Barcelona, am 19. Oktober 1922 (986) Amelia, am 10. Januar 1927 (1626) Sadeya, am 24. Mai 1927 (1117) Reginita, am 5. November 1928 (1102) Pepita, am 28. September 1929 den später nach ihm selbst benannten (1655) Comas Sola, am 30. Oktober 1929 (1136) Mercedes, am 1. Dezember 1929 (1708) Pólit und am 30. September 1930 (1188) Gothlandia.

1911 hatte er die Sociedad Astrónomica de España y América, gegründet, eine Vereinigung spanisch-amerikanischer Astronomen deren erster Präsident er bis zu seinem Tode wurde. Die Vereinigung stand übrigens in scharfer Konkurrenz zur 1910 von Eduard Salvador Raurich Fontseré während der Beobachtungskampagne des Halleyschen Kometen gegründeten Astronomical Society von Barcelona. Beide Wissenschaftler pflegten ihre gegenseitige Abneigung und ihre Rivalität, was aber erstaunlicherweise zu einer weiteren Verbreitung astronomischer Kenntnisses in der Öffentlichkeit führte. Solá war auch Direktor des Astronomischen Dienstes der spanischen Generalität und Ehrenmitglied zahlreicher europäischer Astronomievereinigungen.

Für den Photographic Atlas oft he Ecliptic steuerte er mehrere fotografische Himmelsaufnahmen hoher Qualität bei und versuchte sich auch in spektroskopischer Fotografie. Erstere halfen mit, Methoden der Astrometrie zu verfeinern, außerdem entdeckte man darauf Cepheiden in der Waage und im Orion und es konnten etwa 200 Mikrometermessungen an Doppelsternen vorgenommen werden.

1904 hatte er die Fabra-Sternwarte in Barcelona gegründet, die benannt wurde nach dem Sponsor Ferran Fabra und auf einem Bergrücken der Serra de Collserola steht. 1926 entdeckte er hier den periodischen Kometen Komet 32P/Comas Solá, ein Jahr zuvor war er Co-Entdecker des nichtperiodischen Kometen C/1925 F1 (Shajn-Comas Solá). Sein Mitentdecker war der sowjetische Astronom Grigori Abramowitsch Schajn (1892-1956), Observator und von 1945 bis 1952 Direktor am Krim-Observatoriums in Nautschnyj nahe Simferopol, der seinerseits drei Kleinplaneten entdeckte: (1057) Wanda am 16. August 1925, (1058) Grubba am 22. Juni 1925 und (1709) Ukraina am 16. August 1925. Der periodische Komet 61P/Shajn-Schaldach wurde übrigens nicht durch ihn, sondern durch seine Frau Pelageja Fjodorowna mitentdeckt, die es auf 19 Asteroiden und 150 neue Veränderliche Sterne brachte.

Die Hauptaktivitäten dieses kleinen Observatoriums Fabra waren damals wie heute – es ist die viertälteste, noch im Betrieb befindliche Sternwarte - Studien über Asteroiden und Kometen. Darüber hinaus widmete sie sich auf Betreiben Solás auch der Seismologie und erarbeitete statistische Grundlagen (ab 1913). Hierzu nutzten sie ein von Solá entwickeltes Verfahren zur Bestimmung der Tiefe von Erschütterungen aus nur einem Seismogramm.

Neben seiner normalen Arbeit an verschiedenen Projekten und Kampagnen verfasste er zahlreiche Bücher und Artikel in Fachzeitschriften. Von 1893 bis 1937 hatte er in der Tageszeitung La Vanguardia zweiwöchentlich eine einspaltige Kolumne und betätigte sich überdies als Wissenschaftsjournalist mit einer langen Reihe an populären Veröffentlichungen zur Astronomie und Seismologie.

Als Josep Comas i Solá am 2. Dezember 1937 im Alter von nur 69 Jahren an einer Bronchopneumonie verstarb, war er so bekannt und beliebt, dass bei seiner Beerdigung in Barcelona mehr Menschen anwesend waren, als bei gleichwertigen Ereignissen anderer Prominenter in der katalanischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren wurde 1973 ein Mondkrater mit einem Durchmesser von 65 km südlich der Cordilleraberge westlich des Kraters Lagrange. Außerdem erhielt ein Marskrater mit einem Durchmesser von 132 km auf der marsianischen Südhalbkugel seinen Namen. Zusätzlich wurden drei Asteroiden nach ihm benannt.