Donnerstag, 6. Dezember 2012

75. Todestag von Josep Comas i Solà (1868-1837)

Josep Comas i Solá wurde am 19. Dezember 1868 in Barcelona geboren und zeigte schon sehr früh eine allgemeine Begeisterung für wissenschaftliche Studien und hierin besonders für die Astronomie. Im Alter von 15 Jahren er nach allen verfügbaren Unterlagen über den Fall eines Meteoriten, der am 5. November 1851, der 16 Meilen sw. Barcelona, 4 Meilen östl. Tarragona, Catalonien, Spanien niedergegangen war und entwickelte daraus eine besondere Vorliebe für die Beobachtung dieser Kleinstkörper des Sonnensystems.

Erste eigene Veröffentlichungen schrieb er über die Beobachtung einer Mondfinsternis und den Meteoritenschauer vom 27. November 1885, der auf den zerfallenen Kometen 3D/Biela zurückging. 1866 begann er an der Universität von Barcelona das Studium der Physik und Mathematik und wechselte später zur Astronomie. Während der Marsopposition 1890 herum begann er mit eigenen Beobachtungen und Zeichnungen an einem eigenen 108 mm Refraktor, die an der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Künste in Barcelona ausgestellt wurden.

Weiter beobachtete er mit diesem Instrument Jupiter, Saturn und die Sonne. Von 1895 bis 1897 war er als Astronom am Catalá San Feliu de Guixols-Observatorium tätig und unternahm mehrere Studienreisen zu Sternwarten und den Vulkanen Vesuv und Ätna. Zur Beobachtung der Sonnenfinsternisse vom 28. Mai 1900 und 30. August 1905 erhielt er von der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Künste von Barcelona den Auftrag, diese nicht nur vorzubereiten, sondern auch die erst wenige Jahre alte Fotografie – Solá hatte sich als Befürworter dieser neuen Beobachtungstechnik ausgesprochen – für die Beobachtung dieser Naturereignisse einzusetzen.

Für die 1905er Finsternis reiste er nach Vinaroz (Castellón), wo es ihm als weltweit erstem gelang, durch das Anbringen eines Spektrografen das Spektrum der solaren Chromosphäre aufzuzeichnen. Mit gleicher Methode beobachtete er auch die Merkurdurchgänge von 1907 und 1909 und war damit in der Lage, den Durchmesser des innersten Planeten unseres Sonnensystems zu bestimmen. Neben dem Jupiter und dessen turbulenten Atmosphäre sowie dem Großen Roten Fleck beobachtete er vor allem Saturn. In den Jahren von 1890 bis 1937 setzte er sich intensiv mit dem Geschehen auf dem Ringplaneten auseinander. Dabei nahm er unterschiedliche Helligkeiten im Ringsystem („Ringlicht“) wahr, von dem er richtigerweise annahm, dass die Variation in Abhängigkeit von der Differenz der Azimute von Sonne und Erde und der Fläche der Ringe entstand.

Beim 1665 durch Christiaan Huygens entdeckten Saturnmond Titan wies Solá als erster die Atmosphäre des Mondes nach und entdeckte auch ihre Randverdunkelung – ein bei der Sonne schon länger bekanntes Phänomen (vgl. Astronomische Nachrichten 179 (4290). Seite 289-290. (1908)).. Erst 1944 konnte Gerard Kuiper (1905-1973) am Yerkes-Observatorium der Universität von Chicago diese frühe Beobachtung spektroskopisch bestätigen. Im Jahr 1910 beobachtete und fotografierte Solá den Halleyschen Kometen bei seiner Wiederkehr, studierte seine Schweifaktivität und die Veränderungen in dessen Strukturen sowie diverse, kleinere Helligkeitsausbrüche.

Am 9. Oktober 1915 beobachtete er einen weiteren, sehr hellen Meteor und führte ihn aufgrund seiner Bahn auf den Ursprungskometen Giacobini-Zinner zurück.

Nur wenige Monate zuvor, am 20. März 1915, hatte Josep Comas i Solá seinen ersten von insgesamt 11 Asteroiden mit Hilfe der Astrofotografie entdeckt: (804) Hispania. Es folgten am 13. Januar 1920 (925) Alphonsina, am 3. Februar 1921 (945) Barcelona, am 19. Oktober 1922 (986) Amelia, am 10. Januar 1927 (1626) Sadeya, am 24. Mai 1927 (1117) Reginita, am 5. November 1928 (1102) Pepita, am 28. September 1929 den später nach ihm selbst benannten (1655) Comas Sola, am 30. Oktober 1929 (1136) Mercedes, am 1. Dezember 1929 (1708) Pólit und am 30. September 1930 (1188) Gothlandia.

1911 hatte er die Sociedad Astrónomica de España y América, gegründet, eine Vereinigung spanisch-amerikanischer Astronomen deren erster Präsident er bis zu seinem Tode wurde. Die Vereinigung stand übrigens in scharfer Konkurrenz zur 1910 von Eduard Salvador Raurich Fontseré während der Beobachtungskampagne des Halleyschen Kometen gegründeten Astronomical Society von Barcelona. Beide Wissenschaftler pflegten ihre gegenseitige Abneigung und ihre Rivalität, was aber erstaunlicherweise zu einer weiteren Verbreitung astronomischer Kenntnisses in der Öffentlichkeit führte. Solá war auch Direktor des Astronomischen Dienstes der spanischen Generalität und Ehrenmitglied zahlreicher europäischer Astronomievereinigungen.

Für den Photographic Atlas oft he Ecliptic steuerte er mehrere fotografische Himmelsaufnahmen hoher Qualität bei und versuchte sich auch in spektroskopischer Fotografie. Erstere halfen mit, Methoden der Astrometrie zu verfeinern, außerdem entdeckte man darauf Cepheiden in der Waage und im Orion und es konnten etwa 200 Mikrometermessungen an Doppelsternen vorgenommen werden.

1904 hatte er die Fabra-Sternwarte in Barcelona gegründet, die benannt wurde nach dem Sponsor Ferran Fabra und auf einem Bergrücken der Serra de Collserola steht. 1926 entdeckte er hier den periodischen Kometen Komet 32P/Comas Solá, ein Jahr zuvor war er Co-Entdecker des nichtperiodischen Kometen C/1925 F1 (Shajn-Comas Solá). Sein Mitentdecker war der sowjetische Astronom Grigori Abramowitsch Schajn (1892-1956), Observator und von 1945 bis 1952 Direktor am Krim-Observatoriums in Nautschnyj nahe Simferopol, der seinerseits drei Kleinplaneten entdeckte: (1057) Wanda am 16. August 1925, (1058) Grubba am 22. Juni 1925 und (1709) Ukraina am 16. August 1925. Der periodische Komet 61P/Shajn-Schaldach wurde übrigens nicht durch ihn, sondern durch seine Frau Pelageja Fjodorowna mitentdeckt, die es auf 19 Asteroiden und 150 neue Veränderliche Sterne brachte.

Die Hauptaktivitäten dieses kleinen Observatoriums Fabra waren damals wie heute – es ist die viertälteste, noch im Betrieb befindliche Sternwarte - Studien über Asteroiden und Kometen. Darüber hinaus widmete sie sich auf Betreiben Solás auch der Seismologie und erarbeitete statistische Grundlagen (ab 1913). Hierzu nutzten sie ein von Solá entwickeltes Verfahren zur Bestimmung der Tiefe von Erschütterungen aus nur einem Seismogramm.

Neben seiner normalen Arbeit an verschiedenen Projekten und Kampagnen verfasste er zahlreiche Bücher und Artikel in Fachzeitschriften. Von 1893 bis 1937 hatte er in der Tageszeitung La Vanguardia zweiwöchentlich eine einspaltige Kolumne und betätigte sich überdies als Wissenschaftsjournalist mit einer langen Reihe an populären Veröffentlichungen zur Astronomie und Seismologie.

Als Josep Comas i Solá am 2. Dezember 1937 im Alter von nur 69 Jahren an einer Bronchopneumonie verstarb, war er so bekannt und beliebt, dass bei seiner Beerdigung in Barcelona mehr Menschen anwesend waren, als bei gleichwertigen Ereignissen anderer Prominenter in der katalanischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren wurde 1973 ein Mondkrater mit einem Durchmesser von 65 km südlich der Cordilleraberge westlich des Kraters Lagrange. Außerdem erhielt ein Marskrater mit einem Durchmesser von 132 km auf der marsianischen Südhalbkugel seinen Namen. Zusätzlich wurden drei Asteroiden nach ihm benannt.

1 Kommentar:

  1. Den Meteoritenschauer vom 27. November 1885 sollte man korrekt als Meteorschauer bezeichnen, Meteorite sind die Überreste von kosmischen Kleinstkörpern, die auf der Erde aufschlagen. Meteore sind Leuchterscheinungen in der Atmosphäre. Von den Bilaiden ist kein Meteorit auf der Erde eingeschlagen.
    Weiterhin ist es unmöglich aus EINER Meteorbeobachtung auf die Bahn zu schließen, wie weiter unten angeführt wird.

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