Freitag, 4. Mai 2012

12. Lange Nacht der Museen in Hamburg

Am 28. April 2012 gab es in Hamburg die inzwischen schon 12. Lange Nacht der Museen, in der man zwischen 18 und 2 Uhr morgens so viel Hamburger Museen besuchen konnte, wie man wollte. Auch die Sternwarte Hamburg-Bergedorf, obwohl wahrlich kein reines Museum, sondern nach wie vor eine international renommierte Forschungsstätte, war wieder mit einem umfangreichen Besichtigungsprogramm und mehreren Vorträgen daran beteiligt.

Es gab mehrere, gut besuchte, Führungen über die Sternwarte, die von den Mitgliedern des Fördervereins der Sternwarte organisiert wurden und eine ganze Reihe interessanter Kurzvorträge im Hauptgebäude der Sternwarte. Vom Besucherzentrum aus wurden die im Takt des Busverkehrs – der HVV hatte Sonderlinien eingerichtet, die von Museum zu Museum fuhren – hereinströmenden Besucherinnen und Besucher kulinarisch bestens versorgt. Und während die Sonderausstellungen zu den Themen „Mensch und Himmel“, „Der Hamburger Zeitball 1865 und sein Modell“, „Kosmologie und 100 Jahre Forschung“, „80 Jahre Schmidtspiegel“, „Bau astronomischer Modelle und Messinstrumente von der Antike bis heute”, “500 Jahre Wandel des Weltbildes”, “Sterne über Hamburg” und “Bibliophile Kostbarkeiten aus 400 Jahren” liefen, konnten auf der Wiese vor dem Sonnenbau gegenüber dem Beamtenwohnhaus die Teleskope der Sternfreunde des Fördervereins der Sternwarte Bergedorf und der GvA Hamburg besichtigt und durch sie hindurch beobachtet werden.

Wesentliche Voraussetzung hierfür war jedoch gutes Wetter und noch am Freitag vorher gab es Horrormeldungen, wonach man an diesem Tage mit 80%iger Regenwahrscheinlichkeit rechnen musste. Danach richtete sich dann auch die Auswahl meiner Ausrüstung, die ich mitnehmen wollte. Neben meinen Sonnenteleskopen, einem 80/400er Refraktor und dem PST für die H-Alpha-Beobachtung wollte ich ursprünglich auch meinen 8“ Dobson mitnehmen. Angesichts der Vorhersagen verzichtete ich aber darauf. Kurz vor der Abfahrt aus Wandsbek wurde aber das Wetter mit einem Mal deutlich besser. Doch wie lange würde das anhalten?

Ich holte einen Vereinskollegen in Lohbrügge ab – vorher hatten wir uns telefonisch darauf verständigt, dass er seinen 80/900er Refraktor samt Zubehör mitnehmen würde. Gegen 16 Uhr kamen wir auf der Sternwarte an und luden erst einmal Gerätschaften, Tisch und Stühle, aus. Rasch wurde alles aufgebaut und wir konnten bei immer klarer werdendem Himmel die Sonne im Weißlicht und H-Alpha beobachten. Langsam füllte sich das Gelände und am Ende sah es typischerweise aus wie bei einem Teleskoptreffen. Es gab eine bunte Mischung aus kleinen und großen Instrumenten, vom kleinen Refraktor bis zum großen Dobson.



Schon vor 18 Uhr kamen erste Besucherinnen und Besucher auf die Sternwarte und zeigten sich sehr interessiert beim Beobachten der Sonne. Auch der Mond konnte schon am frühen Nachmittag eingestellt werden, wenngleich er auch sehr – am Taghimmel stehend - kontrastarm im Okular erschien, aber man war begeistert und konnte Begeisterung wecken, gerade bei Kindern und Jugendlichen. Die Witterung brachte es mit sich, dass wir nicht nur Sonne und Mond, sondern auch eine Nebensonne und ein halbes Sonnenhalo beobachten konnten. Zum Zeitpunkt des vorhergesagten Regens – es blieb übrigens die ganze Nacht trocken -  kamen dann viele Wolken auf, die aber noch große Lücken hatten, durch die man erst Venus mit deutlicher Sichelgestalt und den schon sehr kleinen und keine Oberflächendetails mehr zeigenden Mars anvisieren konnte, später kam dann noch der immer wieder beeindruckende Saturn hinzu. Leider war das Seeing grottenschlecht, sodass die Beobachtungen doch sehr unter den Bedingungen litten. Immerhin konnte man so die Wirkung der Erdatmosphäre erklären.

Als es dann nach 21 Uhr endlich richtig dunkel wurde, schlossen sich die Wolkenlücken wieder und  selbst der Mond schimmerte nur noch schemenhaft durch. Dafür sah man in Richtung Hamburger City die Lichtverschmutzung als orange Verfärbung der Wolken im Westen. Später gab es dann wieder größere Wolkenlücken, durch die man zwar keine Deep-Sky-Objekte, dafür aber Planeten, zeigen konnte.


Gegen 22:30 Uhr bauten Michael und ich langsam ab und fuhren wieder nach Hause. Die Sternfreunde aus der Bergedorfer Astroszene hielten da noch deutlich länger aus. Ein interessanter Abend, der Lust auf mehr, am Tag der offenen Tür auf der Sternwarte am 9. Juni 2012, machte.

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