Freitag, 20. Mai 2011

Morgen geht es zum NAFT

Das Norddeutsche Astrofotografentreffen steht vor der Tür und morgen Mittag geht es los. In den letzten Stunden habe ich mal mein digitales Bildarchiv durchgesehen und so einiges an Aufnahmen gefunden, die ich morgen per Rechner präsentieren werde.

Dabei musste ich schon einiges weglassen, um nicht zu viel Aufnahmen vorzuführen. Aber auch so sind es schon fast 50 Folien geworden. Hoffentlich langweile ich niemanden damit.

Ich bin schon gespannt, was die Kollegen so alles an DeepSky- oder Planetenaufnahmen, von der Sonne oder dem Mond vorführen werden. Dabei liegen interessante astronomische Ereignisse noch vor uns, so die partielle Mondfinsternis am Abend des 15. Juni 2011 oder der Beginn der Saison der Leuchtenden Nachtwolken in ein paar Wochen. Zur Einstimmung darauf habe ich mal ein paar alte Bilder rausgesucht.

Sicher werde ich spätestens Anfang kommende Woche hier über das NAFT, seine Protagonisten und die dort gezeigten Bilder berichten. Bis dahin heißt es erst einmal, nach Ostfriesland reisen und hoffen, dass uns da die für das Wochenende angesagt Schlechtwetterfront nicht mit Gewittern heimsuchen wird! 

Donnerstag, 19. Mai 2011

Auf nach Wardenburg zum NAFT

Am kommenden Samstag, den 22. April 2011, ist es mal wieder soweit: Die Oldenburger Sternfreunde haben um diesjährigen Frühjahrstreffen der norddeutschen Astrofotografen eingeladen. Wieder eine Reise in Astrosachen, nachdem eine Teilnahme am Paralleltreffen in Gudensberg südlich von Kassel mangels Interesse und der Tatsache abgesagt werden musste, weil mein Mitfahrer drei Tage vor der Fahrt abgesagt hatte. Nun geht es also zum NAFT.

Gegen Mittag werde ich aufbrechen, einen Vereinskollegen in Scheeßel aufsuchen und dann mit ihm nach Ostfriesland aufbrechen. Dabei wissen wir gar nicht, was uns da erwartet, denn ein festes Programm gibt es beim NAFT nicht. Jeder, der was zeigen will, trägt sich einfach in eine Liste ein und ist irgendwann dran mit seiner Präsentation. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass fast ausschließlich nur noch digital fotografiert wird und kaum jemand sich noch mit analogem 35mm-Farb -oder Schwarzweißfilm abgibt. 

Deren Beschaffung wird auch immer schwieriger, denn die meisten Technikkaufhäuser (auch das mit dem 6. Planeten im Firmennamen), bietet noch Filme an, hat aber immerhin noch eine kleine Fotoabteilung. Von der Entwicklung nicht standardisierter Aufnahmen ganz zu schweigen. Auch wird der Kauf der Utensilien für die eigene Filmentwicklung immer teurer, ganz zu schweigen von der Entsorgung der Entwickler- und Fixiererflüssigkeiten, die seinerzeit viele Hobbyfotografen– wenig umwelttauglich – nach Gebrauch einfach ins Klo kippten. Man kann sie natürlich fachgerecht in einem Recyclingcenter entsorgen, doch dabei werden oft fette Gebühren fällig, was den Preis pro Bild noch weiter in die Höhe treibt.

Auf der anderen Seite bietet die digitale Fotografie dem Astrofotografen heute so viele Möglichkeiten, wie sie vor Jahren nur den großen Sternwarten vorbehalten blieben. Und auf solche Aufnahmen kann man auf dem NAFT schon jetzt gespannt sein, wenn auch das Wetter in den letzten Monaten oft nicht ausreichend astrotauglich war. Es gibt durchaus einige Astrofotografen, die Zeit und Gelegenheit haben, selbst kleinste Lücken zu nutzen, und die werden mit Sicherheit am Samstag ihre Ergebnisse vorführen. Ein Grund also, unbedingt nach Wardenburg zu fahren!

Sonntag, 15. Mai 2011

Ich habe es getan ...

ja wirklich, ich habe ihn gewagt, den Umstieg vom VW zum Mercedes im IT-Bereich, sprich, ich habe mir vor ein paar Tagen meinen ersten Apple-Rechner zugelegt, kämpfe ein wenig mit System und Programmen, aber das, was ich bisher meine, verstanden zu haben, geht schon besser als bei meinem Windows-Rechner. Dieser Text ist auf dem Obstrechner entstanden, den ich mit vor allem auch deswegen gekauft habe, um während Präsentationen keine nervigen Programmabstürze mehr zu haben oder mich auf das Thema anstatt der Technik konzentrieren zu können.

Nun sitze ich im Café des neuen Besucherzentrums auf der Sternwarte Bergedorf und warte auf Leute, die bei der von mir geleiteten Führung um 14 Uhr mitmachen wollen, die um 14 Uhr beginnt. Die Route ist eigentlich immer genau festgelegt und beginnt beim Äquatorial, am Meridianhaus vorbei zum Großen Refraktor, dann zurück zum Besucherzentrum und dann zurück zum 1m-Spiegel. Ich glaube, ich habe das hier schon mal beschrieben. 


Nun sitze ich hier, Obstrechner und Orangensaft vor mir auf dem Tisch, dazu Schwarzbrot mit Lachs. Mein Blick wandert aus dem Fenster und erhascht die schnell vorüber ziehenden Wolken, die zwischendurch immer mal wieder etwas Regen bringen. Zum Glück nicht in Sturzbächen, was für den staubtrockenen Boden nicht gut wäre. Echter Landregen wäre das beste, zwar nicht für uns Astros, aber für die Natur und die Landwirtschaft. Vor ein paar Wochen hatten wir noch erheblich höhere Temperaturen, nun muss man sich bei den Führungen wieder Gedanken um Mehrschichtklamotten machen.

Jetzt warte ich noch immer, freue mich aber schon auf den Kaffee zwischendurch und das leckere Stück Butterkuchen, für mich als Diabetiker zwar keine empfehlenswerte Mahlzeit, aber im Ausnahmefall kann man es mal machen, wenn man entsprechende Gegenmaßnahmen ergreift. Aber nun schweife ich vom Thema ab.

Auf der Sternwarte zu sitzen und hier zu arbeiten, das ist für mich schon so eine Art Verwirklichung eines Lebenstraumes. Diese einzigartige Parklandschaft mit den Kuppeln und den Arbeitsgebäuden übt auf mich eine besondere Faszination aus. Sie ist ein Ruhepol inmitten der hektischen Stadt und auch die Geräuschkulisse ist hier tagsüber ganz anders als nur 1 oder 2 km in Richtung zum Bergedorfer Zentrum. 


Aber nun geht es gleich los und ich muss meinen neuen Rechner erst einmal wieder in Ruhe lassen. Die Arbeit ruft.

Mittwoch, 11. Mai 2011

20 Years After – eine Filmkritik



Laut wikipedia handelt es sich bei diesem Film um eine Dystopiealso um eine Erzählung über eine negative Zukunftsgesellschaft. So weit so gut. Eigentliche liebe ich solche Filme, aber dieser hier ist doch ein wenig langatmig. Der Plot ist kurz erzählt: Welt 20 Jahre nach Atomkrieg, ein paar haben überlebt, nach 15 Jahren wird erstes Kind geboren, darum gibt es Kämpfe und am Ende siegt das Gute, nämlich ein Radiomoderator, der nun mit größerer Sendestärke arbeiten kann.

Also keine wirklich berauschende Story und so ganz neu ist das mit den ersten Kind, dass nach dem Atomkrieg geboren wird, nun auch wieder nicht. Das habe ich neulich in einen anderen Film auch schon mal gesehen. Außerdem lahmt der Film fast bis zum Ende und die wenige Action muss man mit der Lupe suchen. Da sind andere Filme, wie I Am Legend mit Will Smith bedeutend besser inszeniert, der ein gelungene Remake des Films Last Man On Earth ist. Und in der Tat erinnert auch so manche Szene an den Will Smith-Film.

Faszinierend an diesen Weltuntergangsfilmen finde ich immer wieder, wie die Protagonisten trotz einer weltweiten Vernichtung aller Industrieanlagen immer genügend Benzin für futuristische Motorräder, unendlich viel Munition für ihre Waffen sowie in großen Mengen Alkohol und Zigaretten haben, und wo trotz EMP-Impuls natürlich die Technik weiterhin funktioniert, obwohl kein Kraftwerk mehr Strom produziert. Und Solaranlagen, Windräder etc. sind auch keine zu sehen, weil die ja im Krieg zerstört worden sind. Aber bestimmt kommt auch da der Strom einfach aus der Steckdose!


Man kann sich den Film trotzdem anschauen, wenn man grad nichts besseres zu tun hat. "Stärkt die Reihe" sagte man früher dazu, oder "etwas schwergängig", wie ein Freund neulich meinte, als wir den Film guckten. Also nichts für lange, spannende DVD-Abende, eher, um nachts einschlafen zu können. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Samstag, 7. Mai 2011

Astronomischer Tausch- und Trödeltreff in Essen

Das war er nun, der 27. Tausch- und Trödeltreff in der Ruhrstadt Essen. Vorhin: Ich sitze im Zug von Essen nach Hamburg (ein Zug aus der Schweiz) und habe keine Internetverbindung. Daher wird dieser Blogbeitrag ein wenig später erscheinen als geplant. Dafür habe ich die Zeit in der Bahn genutzt, neben diesem Blogbeitrag einen Artikel für den GvA-Sternkieker und einen kleinen Artikel für die kommende Ausgabe des interstellarum-Newsletters zu schreiben.

Der ATT ist wie in jedem Jahr ein Anziehungspunkt für eine Vielzahl von Astronomieinteressierten, die auf der Suche nach neuen Teleskopen und neuem Zubehör sind, die Kontakte zu anderen Sternfreunden suchen oder sich über die neuesten Teleskopentwicklungen und anderen astronomisch orientierten Themen informieren möchten. Der ATT wird aber auch häufig für überregionale Treffen und Zusammenkünfte von Sternfreunden genutzt. So trafen sich in diesem Jahr die Spektroskopiker in Essen. Überdies lockte auch ein interessantes Vortragsprogramm die Besucherinnen und Besucher in den vorbereiteten Vortragsraum.

Wir, eine Gruppe von sechs Hamburger Sternfreunden, trafen uns morgens früh gegen 5:30 Uhr in der Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofes, um per Zug in die Ruhrstadt zu fahren. Gegen 9:30 Uhr kamen wir entspannt in der Gesamtschule Bockwurst, äh Bockmühle, ohne großen Widerstand in der Ohmstraße, an und begaben uns auch gleich zum GvA-Stand, der zu diesem Zeitpunkt schon von vier fleißigen Helfern aufgebaut worden war ...

Von dort aus machten wir immer wieder Streifzüge zu verschiedenen Händlern in der Haupthalle, wo sich wieder alles tummelte, was Rang und Namen hat Um keinen zu bevorzugen und keinen zu benachteiligen, lasse ich die Namen hier mal weg. Nur zwei sollen erwähnt werden: In der Haupthalle war man am Stand des Oculum-Verlags dabei, Live-Einspielungen über die interstellarum-website vorzunehmen, schräg gegenüber, hinter einem anderen Stand hatte sich der Astrotreff platzieren dürfen. Direkt vom Stand aus gab es regelmäßig Postings in den Treff, ein netter Service für diejeniegen, die nicht in Essen dabei sein konnten. Im Hauptgang konnte man überdies am Stand der Fa. Neumann Filtertests zuschauen.

Draußen vor dem Gebäude ergab sich angesichts des sommerlichen Wetters die Möglichkeit, durch Teleskope für die Beobachtung der Sonne im H-Alpha-Licht (man konnte so die unterschiedliche Qualität von Teleskop und Filter testen) hindurchzuschauen. Eine kleine aufsteigende Protuberanz – kein Vergleich zu Maximumsprotuben – schwebte gerade in Nordwestquadranten der Sonne. Trotz der geringen Größe schon ein beeindruckendes Bild der Live-Sonne (in die man natürlich niemals ohne ausreichenden Schutz blicken sollte).

Ich unternahm mehrere Rundgänge, fand aber neben einigen Büchern kaum etwas, was mich wirklich interessierte, wo der „Haben-Wollen-Effekt“ auftrat. Dieser hatte mich ein paar Tage vorher beim Kauf meines ersten Apple-Computers überfallen, weswegen jetzt nicht mehr genügend Geld da war. Da ich an Teleskopen und Zubehör alles das habe, was ich derzeit für meine Sonnenbeobachtungen benötige (ein H-Alpha-Teleskop wäre schon sehr schön, aber irgendwie muss man auch Prioritäten im Leben setzen), wurde nur sehr wenig Geld ausgegeben.

Man kann auch aus anderen Gründen zur ATT fahren, denn ein großer Vorteil dieser Veranstaltung ist unbestritten der Kontakt zu anderen Sternfreunden, von Leuten, die man kennt, die aber zu weit weg wohnen, um sie nur eben mal kurz zu besuchen. Dafür ist eine Messe wie der ATT hervorragend geeignet, wenn auch jedes Mal weite Reisen von Norddeutschland aus in Kauf genommen werden müssen. Und so stand die Veranstaltung dieses Jahr einmal mehr unter dem Siegel der Kontaktpflege. Und es waren dieses Mal sehr viel Leute da, die ich lange nicht mehr gesehen habe, oder die man halt hier regelmäßig trifft.

Da ich auch Boardmaster für Buchbesprechungen bei Astronomie.de bin, nahm ich ab 12 Uhr an einer Arbeitsbesprechung teil, deren Ergebnisse hier aber nicht verraten werden. Das versteht sich von selbst.

Danach drehte ich noch ein paar Mal meine Runden, fand ein wenig Lesestoff, so ein Buch über die Geschichte der Amateurastronomie an der Berliner Archenhold-Sternwarte oder über das Leben der APOLLO-Astronauten, die Moon-Walkers.

Insgesamt fiel (nicht nur mir) mir auf, dass in diesem Jahr deutlich weniger Besucherinnen und Besucher auf dem ATT waren. Nur rund 2000 Eintrittskarten wurden verkauft, was man auch daran merkte, dass man selbst zu den üblichen Spitzenzeiten noch jede Menge Platz in den Hauptgängen waren und selbst die Menschenschlangen vor dem Café deutlich geringer ausfielen. Auch blieb – ich hatte zwischendurch immer mal wieder am GvA-Stand Platz genommen – der letzte Run, der stets so ab 15 Uhr einsetzte, dieses Mal aus. Es war schon um diese Zeit so leer wie sonst gegen 17 / 18 Uhr. Inwieweit sich das auf die Umsätze der Händler auswirkte, entzieht sich zwar meiner Kenntnis - es waren schon einige Sternfreunde zu sehen, die große Teleskope heraus schleppten, auch solche, die durchaus die Dimension der mitgeführten Kraftfahrzeuge sprengten - aber anscheinend sitzt bei vielender Geldbeutel nicht mehr so locker wie in den vergangenen Jahren.

So endete für uns der ATT ein wenig früher als angedacht. Wir sammelten uns vor dem Gebäude, mussten ein wenig warten, weil einige Mitglieder unserer Reisegruppe irgendwie entschwunden waren, fuhren dann mit der S-Bahn zum Essener Hauptbahnhof und stiegen kurz nach 18 Uhr in unseren Zug nach Hamburg ein, wo an meinem neuen Rechner dieser Text entstand, aber wegen einer fehlenden Internetanbindung nicht gleich gepostet werden konnte.

Der ATT war und ist für mich wie immer einer der Höhepunkte meines amateurastronomischen Lebens, denn auch ohne Kaufabsichten ist die Fahrt jedes Mal ein Erlebnis, zumal in einer lustigen Reisegruppe. So werde ich sicher auch – falls nichts dazwischen kommt – 2012 wieder in Essen dabei sein.

Freitag, 6. Mai 2011

ATT 2011 – bald ist es soweit

Die letzten Vorbereitungen laufen, bis morgen früh um 4 Uhr der Wecker klingelt und ich mich um Hamburger Hauptbahnhof aufmache, um mit Freunden aus der GvA zum ATT, dem Astronomischen Tausch- und Trödeltreff in Essen zu starten.

Der ATT ist zwar eine reine Verkaufsmesse, hat aber über die Jahre hinweg einen Kultstatus erlangt, den heute niemand mehr missen möchte. In der großen Halle können die Teleskope aller gängigen deutschen Anbieter bewundert werden, in den zahlreichen Nebengängen finden sich diverse kleinere Händler. Nicht zu vergessen sind auch die vielen vielen Stände der Vereine, die hier ihre Arbeit präsentieren. Das sind zwar überwiegend Vereinigungen aus der Region, was deren Arbeit aber nicht im mindesten schmälert. Es ist interessant, mal zu schauen, was die anderen so treiben.

Überdies findet man auch Stände der gängigen großen Astronomiezeitschriften wie interstellarum, Sterne und Weltraum oder STERNZEIT, die man unbedingt besuchen sollte. Auch die Stände der Portale Astronomie.de und Astrotreff.de sowie der große Stand der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) kann gar nicht übersehen werden.

Dazu gehören dann auch viele niederländische Astroverkäufer, die das eine oder andere Schnäppchen im Angebot haben.

Doch nun geht es erst mal an die Vorbereitungen: Klamotten zurecht legen, weil es in den Räumen immer stickig warm ist, diesen Rechner einpacken, Kameras mitnehmen und schwer bepackt geht es dann auf ins Ruhrgebiet. Wenn ich vor Ort eine vernünftige Datenverbindung hinbekomme, werde ich morgen mehr oder weniger live berichten.

cu in Essen!

Die Sonne im April 2011

Insgesamt 20 verschiedene Fleckengruppen wurden im April registriert. Fünf waren am 1. April auf der Sonne im Weißlicht zu finden, die dominantere war die AR 11183, die man unschwer als E-Gruppe klassifizieren konnte. Die NOAA sah dann noch eine F-Gruppe (AR 11176), die auf der Zeichnung der Kanzelhöhe für diesen Tag aber nirgends zu finden ist. Daneben fanden sich ein paar kleinere Fleckengruppen niedrigerer Waldmeierklassen. Grundsätzlich änderte sich in den nächsten Tagen dann erst einmal nicht viel. Die NOAA sah immer noch eine F-Gruppe, die von der Kanzelhöhe in zwei Gruppen aufgeteilt war und nun wirklich auch nach eigenen Beobachtungen nicht wie ein Vertreter der höchsten Waldmeierklasse aussah. Die dann folgenden Tage waren wieder eher geprägt von einer mittleren Sonnenaktivitäten, denn E- und F-Gruppen wurden bis zum 14.4. nicht registriert, stattdessen gab es – durchaus interessant anzusehende – Gruppen der Klasse bis D. Auch H- und J-Gruppen waren eher selten zu sehen. Dafür stieg die Zahl der insgesamt auf der Sonne sichtbaren Gruppen teilweise auf 8 bis 9 an. Hierin waren sich Kanzelhöhe und NOAA mal wieder uneins. Die AR 11190 erreichte Mitte des Monats die Klasse F (NOAA) bzw. E (Kanzelhöhe) und hatte reichlich strukturierte Penumbren in voranschreitenden und nachfolgenden Teil der bipolaren Gruppe ausgebildet. Am 17. sah die Kanzelhöhe eine G-Gruppe, was prinzipiell sehr schwierig ist. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung einer F-Gruppe, die alle komplexen Penumbren verloren hat und die oftmals aussieht, wie zwei H-Gruppen, die sich gegenüber stehen. Im Grunde kann man G-Gruppen nur mit Hilfe der Positionsbestimmung identifizieren. Hierzu ist es allerdings zwingend notwendig, die Gruppe vorher schon beobachtet, ihre Position bestimmt und dabei auch Eigenbewegung und Breitenwanderung berücksichtigt zu haben. Dies ist nur möglich, wenn man über einen längeren Zeitraum hinweg ein Wetter hat, das solcherart Messungen zulässt. Gruppen der Waldmeierklasse G zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine Flecken mehr zwischen dem p- und dem f-Teil und eine Längenausdehnung von ca. 10 heliographischen Graden haben. Das macht ihre Identifikation vor allem dann schwierig, wenn man witterungsbedingt für einen längeren Zeitraum keine Beobachtungen vornehmen konnte. Am 16. hatte die AR 11193 lt. NOAA die Stufe E erreicht, während sich die AR 11190 bereits im Auflösungsstadium befand und wieder auf eine niedrigere Stufe zurückgefallen war. Die AR 11193 entwickelte sich nur ganz allmählich weiter und wurde dabei immer länger und die Penumbren immer umfangreicher. Am 21. erschien am Ostrand die AR 11195, die binnen weniger Tage offenbarte, dass es sich hierbei zumindest um eine E-Gruppe handelte. Ab dem 22. waren dann zwei große E-, bzw. F-Gruppen, schön verteilt auf beide Hemisphären, zu beobachten. Insbesondere die neue Gruppe legte ein enormes Tempo vor, was den Aufbau immer strukturreicher Penumbren betrifft. Die in ihr enthaltenen Einzelflecken nahmen Werte von um die 40 herum an, sodass bei manchen Beobachtern die Sonnenfleckenrelativzahl in diesem Tagen die 100,0-Marke überschritt. Am 25., die AR 11195 stand ziemlich zentral nahe der Sonnenscheibenmitte, nahm die Kanzelhöhe wieder eine seltsame Unterteilung zwischen zwei dicht beieinander liegenden Flecken vor, die sicher viele Beobachter so nicht gesehen haben und die auch anhand der Zeichnung nur schwer nachzuvollziehen ist. Nach dem 26. wurde die AR 11193 nicht mehr gesehen, weil sie um den westlichen Sonnenrand herumrotiert war, die AR 11195 hatte ihren Höhepunkt überschritten und entwickelte sich nun wieder zurück: die Penumbren wurden kleiner und die Zahl der Flecken darin nahm drastisch ab. Am 28. fiel sie endgültig auf die Stufe D zurück. Für den 30. meldete die NOAA, dass die AR 11199 die Stufe E erreicht haben soll, anhand der Zeichnung der Kanzelhöhe ließ sich das aber nicht verifizieren. Der Monat endete dann für Beobachter im Norden Schleswig-Holsteins in der Nacht vom 29. Auf den 30. April mit einem schönen Polarlicht, welches als Folge des aus einem Koronaloch austretenden erhöhten Teilchenstroms von der Sonne entstanden war. Beobachter während des Aschberg-Frühjahrs-Treffens kamen so in den Genuss eines lange nicht mehr gesehenen Himmelsspektakels.

Die Hα-Sonne war in den Anfangstagen des Monats April relativ ruhig. Flares konnten nur wenige Beobachtet werden und auch die Protuberanzen hatten eher MInimumsdimensionen. So produzierte die AR 11183 am 3. um  5:19 UT einen kleine C1-Flare, gefolgt von einem B8/Sf aus der AR 11173, der immerhin mit einem respektablen CME verknüpft war. Am 4. gab es weitere Koronale Massenauswürde, die aber nicht mit Aktiven Regionen in Verbindung standen und auch eher niederenergetisch ausfielen. Bis zum 12. April konnte der geneigte Beobachter nur schwächere Ausbrüche bis maximal zur Klasse b beobachten. An diesem Tag gab es in der sehr aktiven AR 11190 gleich drei Flares der Klasse c. Auch die nachfolgenden Tage brachten kaum Abwechslung, da wieder nur kleinere Flares von der Sonne erzeugt wurden, darunter am 14. ein C4/Sf aus der AR 11193. Doch schon ein paar Stunden später meldete sich die AR 11190 zu Wort und trumpfte mit einem M1/1F-Flare am 15. um 17:12 UT auf. Verbunden war das mit einer schwachen Radioemission zwischen 4995 und 15400 MHz. Bereits um 0:36 UT hatte es ein aufsteigendes Filament gegeben, dessen Teilchen mit 390 km/s in den Weltrau, hinaus befördert wurde. Am 16. folgte dem um 0:57 UT ein C5/Sf- und um 16:16 UT ein weiterer C5/Sf, dem um 16:53 UT noch ein C3-Flare folgte. Dieses Niveau wurde in etwa gehalten bis zum 21, als um 9:48 UT aus der AR 11195 ein c8/Sf gab. Ein Tag mit hoher Flareaktivität war der 22. April. Um 4:57 UT gab es einen M1/Sn- und um 15:53 einen M1/1n-Flare, jeweils aus der AR 11195. Bis zum 26. wurden entweder gar keine, oder nur sehr schwache Flares beobachtet. Am 27. produzierte die neue AR 11201 um 3:01 UT einen C2-Flare mit einem erdwärts gerichteten CME und um 8:00 UT einen weiteren C2 mit einem CME. Bis zum Monatsende konnte man eine ganze Reihe kleinerer und schwächerer c-class-Flares beobachten, die allerdings keine Auswirkungen für das Erdmagnetfeld hatten.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Noch zwei Tage bis zur ATT … und ein neuer Rechner

Nun sind es nur noch zwei Tage bis zur größten deutschen Astronomiemesse in der Ruhrstadt Essen. Die GvA Hamburg wird wieder mit einer Reisegruppe vertreten sein, die mit der Bahn anreist. Das hat schon fast Tradition, denn früher fuhren wir immer mit ein oder zwei Autos, doch für die Fahrer bedeutete das puren Stress, wenn man morgens um 4 aufsteht und erst um Mitternacht wieder ankommt. Jeder Fernfahrer würde bei solchen Bedingungen Probleme bekommen.

Viel entspannter geht es mit der Bahn vom Hamburger Hauptbahnhof aus bis zum Bahnhof Frohnhausen in Essen. Dann sind es nur noch ein paar Minuten per pedes und man ist da.

Lustig sind auch die Anfahrten, denn im Zug gleicht es immer irgendwie einem Astroworkshop. Kaum aus der großen Halle des Hamburger Hauptbahnhofes landen die ersten Rechner auf den Tischen.

In diesem Jahr bin ich selber mit einem neuen Computer dabei, meinem ersten Apple-Rechner. Da wir MacUser dabei haben, kann ich mich dabei über die Handhabung des neuen Obstrechners informieren. Da gerät die Astronomie durchaus ein wenig ins Hintertreffen, doch dafür hat man während der Messe noch asureichend Zeit.

Und so entstand dieser Text auch als erster auf meinem ersten Apple, der zwar der kleinste in der Serie der MacBook Pro-Reihe ist, aber dafür ist er auch jeden Fall bei Präsentationen und Vorträgen leistungsfähiger als bei Windows-Rechner, auf dem nach wie vor wichtige Programme laufen werden, etwas, um den Sternkieker der GvA zu erstellen.

Die ATT wird also in mehrfaher Hinsicht sehr interessant. Ich werde an einer Arbeitsbesprechung der Astronomie.de-Mitarbeiter teilnehmen, mir sicher auch den Filtertest bei Gerd Neumann anschauen, am Stand von interstellarum zu finden sein, mich mit den Sonnenleuten der VdS-Fachgruppe Sonne zusammensetzen und mir natürlich jede Menge Teleskope und Zubehör anschauen. Kaufen werde ich mir nichts, denn das Geld, dass eigentlich für einen kleinen ED-Refraktor für meine Sonnenbeobachtungen einsetzen wollte, steckt nun mit im Apple. Aber so hat jeder seine eigenen Prioritäten.

Und letztlich kann man den Apple auch astronomisch nutzen, wie, das muss ich noch lernen, mir zeigen lassen und selber in Erfahrung bringen. Ein erster Apple – durchaus einAbenteuer, auf das man sich einlassen kann – auch auf der Rückfahrt. Aber da werden wir sicher alle schon sehr sehr müde sein!