Montag, 31. Januar 2011

TV-Kritik: Spiegel TV: Apokalyptische Prophezeihungen

Als große Samstagabenddokumentation angekündigt, wurde am 30.1.2011 im Spiegel TV-Format mal wieder allerhand Absonderliches unter dem Deckmantel der Dokumentation dem unbedarften Fernsehzuschauer präsentiert. Dass dabei bewusst Ängste geschürt werden, scheinen die Macher solcher Werke kaum zu interessieren, anscheinend geht es ihnen nur um möglichst hohe Werbeeinnahmen. Aber zu den Spiegel TV-Dokumentationen habe ich ohnehin eine eigene, differenzierte, Meinung.

Worum ging es hier? Natürlich um den Weltuntergang 2012 und alles, was damit in irgendeiner Form in Zusammenhang zu bringen ist. Teilweise wirkte der Beitrag recht konfus und verlor sich in Nebenkriegsschauplätzen.

Aufhänger war natürlich der am 21.12.2012 zu Ende gehende Maya-Kalender, was den Anhängern der Theorie zu Folge mit dem Weltuntergang gleichzusetzen ist. Dabei kam auch eine Nachfahrin der Mayas zu Wort, die immer wieder das Erbe ihres Volkes und den Untergang der Welt heraufbeschwor. Sie meinte, am 21.12.2012 werde die Sonne verlöschen, weil der Kalender endet.

Der Geologe Prof. Adam Maloof von der Princeton University in New Jersey hat sich den Überlegungen zum 2012er-Thema angekommen und seine Hypothese ist, dass der Untergang der Maya auf eine Verschiebung des erdmagnetischen Pols zurück zu führen sei. Im Rahmen einer Expedition in die Antarktis fand er nahe Spitzbergen Hinweise auf geologische Eigenheiten, die einen Polumschwung vor 800 Mio. Jahren nahe legen. Ihm zufolge, müsse es dann ähnliche Strukturen auf der Südhalbkugel geben, die er, dem Bericht zufolge, in Westaustralien in Form von Stromatolith auch tatsächlich entdeckte.


Bevor es aber damit weiterging, wurde erst mal über verschiedene Weltuntergangsszenarien berichtet. So erzählte der allseits bekannte Astrologe Kurt Allgeier, dass Nostradamus nicht nur die Terroranschläge vom 11.9.2001, sondern auch über den Untergang der Welt am 21.12.2012 vorhergesagt haben soll. Allein der Kontext muss einen schon stutzig machen. Dabei ist bekannt, dass selbst die Urtexte des vermeintlichen Sehers so verklausuliert und verschlüsselt sind, dass man heute alles Mögliche hineininterpretieren kann.

Dann kommen mit einem Mal Weltuntergangssekten ins Spiel, wie die, die sich beim Erscheinen des Kometen Hale-Bopp ins Jenseits beförderte, weil ein UFO im Kometenschweif sie aufnehmen und in eine bessere Welt transportieren wollte.

Zwischendurch kommt denn immer wieder mal der Kulturwissenschaftler PD Dr. Michael Kempe von der Universität St. Gallen zu Wort. Er analysierte auf wissenschaftlicher Grundlage die Entstehung von Weltuntergangsfantasien, die größtenteils auf der Schlichtheit der Gemüter in den Sekten hinwies. Sie sind leicht beeinflussbar und glauben einfach alles, was ein charismatischer Guru ihnen erzählt. Dies aber sei, so erklärte er richtig, nur auf das oft mangelhafte Wissen der Leute zurück zu führen. Denn, wer mehr an Wissen als an Glauben interessiert ist, wird in der Regel nicht in Sekten anzutreffen sein.

Dann folgte wieder ein Einschub über die Arbeiten von Prof. Maloof, der anhand der Funde bestätigen konnte, dass es vor 800 Mio. Jahren einen Polumschwung gegeben haben soll, der allerding 1 Mio. Jahre andauerte und daher als Szenario für den Untergang der Maya nicht in Frage kommt. Seinerzeit hätten sich die Erdkruste und der Erdmantel bewegt, Kontinente hätten sich verschoben oder seien teilweise in den Erdmantel gedrückt worden.

Dann wird wieder zum Sektenthema übergeleitet und man berichtet u.a. über den Sonnentemplerorden, dessen Mitglieder sich wegen der bevorstehenden Jahrtausendwende umbrachten.

Zum wiederholten Male wird die Frage gestellt, warum der Maya-Kalender so plötzlich endet (ist wie Weihnachten, plötzlich und unerwartet steht das Fest vor der Tür …). Nun kommt der Schweizer Hugo Stamm zu Wort, der seit den 70er Jahren Sekten analysiert und einiges interessante zu berichten hat, was aber in dem ganzen Kontext unterzugehen scheint.

Unklar ist, und diese Frage ist durchaus auch wissenschaftlich berechtigt, warum die Maya so plötzlich ihre Städte aufgaben. Eine Theorie besagt, sie hätten ihre Brunnen durch zu häufige Menschenopfer verunreinigt. Die Geschichte der Maya soll sich in fünf große Zyklen unterteilen, die jeweils in einer Katastrophe endeten (wofür die Belege aber eher spärlich sind). Jedes dieser Zyklen soll 5000 Jahre umfassen (hier wird m.E. der wissenschaftliche Boden verlassen) und am Ende wurde von den Göttern der Mayas entscheiden, dass das Volk es nicht Wert sei, weiterzuleben, weshalb man es durch ein anderes ersetzte. Insofern scheinen Untergangsszenarien zumindest annähernd plausibel. Und da der aktuelle 5000er ausläuft, muss es am 21.12.2012 zu einer Katastrophe kommen.

Der massenhafte Tod und das Wesen apokalyptischer Sekten sind dann ein Thema, das breit erläutert wird, bevor man sich der Kosmologie der Mayas widmete. Diese sei sehr hochstehend gewesen, die die astronomischen Kenntnisse der Maya sehr tief und umfassend gewesen sein sollen. So entdeckten sie angeblich schon vor 2000 Jahren, dass am Tage der Wintersonnenwende 2012 die Sonne vor dem Zentrum der Milchstraße stehen und durch diese Bewegung (!) besondere Kräfte freisetzen würde, die die Vernichtung der Erde zum Ziel haben. Dieses würde alle 26.000 Jahre der Fall sein, das wussten schon die alten Mayas. Angeblich.

Irgendwie passend, dass danach wieder Furcht und Schrecken vor Sonnenfinsternissen verbreitet wurde, wobei aus dem Zusammenhang gerissene Ausschnitte aus TV-Übertragungen zur totalen Sonnenfinsternis in der Türkei in diese Richtung zielen. Archaische Ängste werden bemüht anstelle einer wissenschaftlichen Erklärung eines Naturphänomens.

Da darf dann der Codex Dresdensis nicht fehlen, eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse der Mayas. Die Eintragungen werden gedeutet, als schwarzer Regen, Blitze und dunkle Wolken, die am 21.12.2012 die Welt verdunkeln und untergehen lassen.

Nun kommt mal wieder Prof. Maloof zu Wort, der die Prophezeihungen der Maya mit Erfahrungen aus Naturereignissen wie Wirbelstürmen und Tsunamis sowie drastischen Klimaveränderungen in Zusammenhang bringt, was ja durchaus noch einleuchtend erscheint. Wie aber die negativen Prognosen mit dem angeblich hohen astronomischen Wissen der Mayas zusammenzubringen sind, weiß vielleicht der sprichwörtliche Geier (wobei man der Tierart aber eher Unrecht tun würde)

Und klar, in dem ganzen Sammelsurium dürfen Kometen und Asteroiden nicht fehlen, wobei Prof. Neukum zum Asteroiden (4179) Toutatis befragt wird. Und obwohl längst bekannt ist, dass dieser Felsen in sicherer Entfernung an unserem Planeten vorbeifliegen wird, nehmen die Untergangsjünger (wozu Prof. Neukum aber nicht gehört!) ihn als Grund für das Ende der Erde. Die größte Annäherung an die Erde erfolgt am 12.12.2012 mit einer Distanz von 0,046 Astronomischen Einheiten, was in etwa 6,9 Millionen Kilometern entspricht. Bei einer durchschnittlichen Entfernung des Mondes von 384.000 km wird der Asteroid, der eine scheinbare visuelle Helligkeit von rund 10 Größenklassen erreicht, noch nicht mal zwischen Erde und Mond hindurch fliegen. Diese Fakten werden leider vollkommen außer Acht gelassen. Dennoch soll Toutatis am 21.12.2012 auf der Erde einschlagen …

Der deutsche Astronaut Ulrich Walter wurde zu den Folgen eines Asteroideneinschlags auf der Erde befragt, auch im Hinblick auf den Jupitercrash 1994. Ein Kameraschwenk über das Nördlinger Ries endet mit dem Kommentar eines Heimatforschers: Der nächste Saurierkiller ist überfällig.

Abschließend kommt dann nochmals Prof. Maloof zu Wort, der nun ehrausgefunden haben will, das vor 5000 Jahren, beim Ende des letzten Mayazyklus, die Erde binnen weniger Tage vollkommen vereiste. Am 21.12.2012 stünden uns also drastische Klimaveränderungen ins Haus, dieses Mal aber von Menschen ausgelöst.

So endet die Sendung mit der bangen Frage: Was wird also am 21.12.2012 passieren. Meine Antwort: Gar nichts. Es wird ein Freitag sein (okay, das ist für manche Untergangsbeschwörer auch schon wieder zu viel), die Leute werden sich, wie immer kurz vor Weihnachten, abhetzen, um noch Geschenke für die Lieben zu erhaschen, aber die Welt wird nicht untergehen.

Was also soll eine Dokumentation wie diese. Das wissenschaftliche Fundament vermisst man auf weiten Strecken, unbewiesene Behauptungen werden als Tatsache hingestellt, Äußerungen aus dem Kontext gerissen und schlicht die Angst am Thema weiter geschürt. Da fragt man sich, was das soll. Anscheinend geht es bei dieser Art Dokumentation nicht um die Vermittlung von Inhalten, sondern nur um Quoten. So wird es verständlich, wenn Menschen vor dem Jahr 2012 Angst haben, wenn sie nicht in der Lage sind, sich Informationen an geeigneter Stelle zu besorgen. Leider passt die Sendung zu vielen anderen dieses Formates, die Themen ebenso tendenziös und unfundiert abhandeln, nur um Quote zu machen. Mein Fazit: Nicht sehenswert.

Freitag, 28. Januar 2011

Fotos machen, ja, aber veröffentlichen?

Als Redakteur einer amateurastronomischen Zeitschrift ist man ja immer um Themen und vor allem Fotos verlegen. Gerade Astrofotos von Deep-Sky-Objekten, aber auch von Planeten, von Mond und Sonne, haben ihren besonderen eigenen Reiz.

Dank der digitalen Spiegelreflexkameras wurde dieses Gebiet der Amateurastronomie derart revolutioniert, dass heute wesentlich mehr und vor allem wesentlich bessere Aufnahmen als noch vor 10 oder 20 Jahren möglich sind. Für die Astrofotografie umgebaute Kameras, CCD-Kameras und Webcams für Planeten können in der Hand von erfahrenen Leuten heute Bilder erzeugen, die früher nur Weltraumsonden oder Profiteleskopen vorbehalten waren.

Die Möglichkeiten der digitalen Bildverarbeitung, die man notwendigerweise nutzen können muss, sind zwar nicht unbegrenzt, machen aber aus anscheinend eher mäßigen Aufnahmen noch richtig schöne.

Natürlich: Bei vergurkten, schlecht nachgeführten oder falsch belichteten Aufnahmen ist auch die stärkste Bildverarbeitungssoftware machtlos. Eine gewisse Grundqualität müssen die Rohbilder natürlich schon haben, schließlich kann man aus einem Kleinwagen trotz aller Umbaumöglichkeiten ja auch keinen Ferrari basteln.

Es gibt viele Sternfreunde, die so genannte „pretty pictures“ machen, Aufnahmen, die einfach nur ein Objekt schön darstellen sollen, ohne den Anspruch zu haben, für wissenschaftliche Untersuchungen herangezogen zu werden. Von vielen geliebt und von etlichen verpönt, gehören diese Art Bilder zu den, die am häufigsten produziert werden. Leider werden sie, wenn überhaupt, manchmal nur auf Mailinglisten gezeigt, aber den Eingang in eine der diversen (Amateur-)Astrozeitschriften finden sie nicht. Die Fotografen halten auch ihre besten Ergebnisse manchmal noch für zu schlecht, obwohl diese es gar nicht sind. Dabei sind bei Amateurzeitschriften, auch wenn sie scheinbar im Hochglanzformat daherkommen, die Qualitätsanforderungen weitaus niedriger als bei Profizeitschriften. So haben selbst Einsteiger, deren Bildergebnisse noch nicht hundertprozentig ausgereift sind, eine reelle Chance, sich zu verewigen. Die Mail mit dem Foto ist schnell vergessen, der Forenbeitrag wird vielleicht nicht wiedergefunden, aber in einer Zeitschrift kann man sich die Aufnahmen noch nach Jahren anschauen!

Als Redakteur ist man eigentlich immer verlegen um Bilder, weil diese ein Heft bereichern, doch oft verschwinden die Aufnahmen in digitalen Archiven und werden nie mehr gesehen oder gezeigt, allenfalls noch auf Astrotreffen, wie dem Norddeutschen Astrofotografentreffen (NAFT).

Problem scheint mir zu sein, dass Printmedien in der heutigen Zeit offenbar nicht mehr attraktiv genug sind. Früher war man froh und erfreut, wenn man ein Foto in der Zeitschrift unterbringen konnte. Heute geht das mit wenigen Mausklicks (und oft schlechterer Auflösung) über diverse Foren und Mailinglisten. Das führt zu der paradoxen Situation, dass man oft vergeblich um Bilder bettelt, die vielleicht noch angekündigt werden, dann nie kommen, aber man hinterher Klagen hört, dass im Heft zu viel Text und zu wenig Bilder vorkommen.

Gerade angesichts der aktuellen Schönwetterkatastrophe möchte ich die vielen Astrofotografen in unserem Lande bitten: Denkt auch an die vielen kleinen Amateurzeitschriften, die von Euren Berichten und Euren Bildern leben!

Donnerstag, 27. Januar 2011

Vortrag über den Umbau von Canon-Kameras zu Astrokameras II

Das war er nun, der Klönsnackabend der GvA mit einem spannenden Thema, das von Eric-Sven Vesting vom astro-shop hintergründig und kenntnisreich vorgetragen wurde. Oftmals hatte ich da so ein „Aha-Erlebnis“ und mir wurde so einiges klar. Etwa, dass man - aus meiner Sicht - den Umbau der Kameras lieber den Profis überlassen sollte, und dass es viele Möglichkeiten gibt, aus einer handelsüblichen Kamera eine für die Astrofotografie taugliche zu machen. Auch ist es empfehlenswert, das für diesen Zweck ausgesuchte Aufnahmegerät ausschließlich für die Astrofotografie zu verwenden. Es gibt diverse Möglichkeiten (Weißlichtabgleich), die Kamera auch im normalen Alltag zu verwenden, ich würde das aber nicht machen wollen.

Dass der Umbau derzeit nur mit Canon-Kameras geht (die in den USA erstaunlicherweise als ausgesprochene Billigmarke gilt), liegt vor allem an den Hürden in der Software der anderen Kamerahersteller, technischen Gegebenheiten etc. Es gibt auch etliche Gemeinheiten wie unterschiedliche Filterdicken, die den Umbau – auch bei Canon – zu einer mühseligen Angelegenheit machen. Auch der Support der Firmen ist höchst unterschiedlich, vor allem, was technische Details der Kameras und die in ihnen verbauten Bauteile angeht.

Ein weites Feld sind die relevanten Umbauten zu Astro-, Vollspektrum- und „Nur-IR“-Kameras, das man zu dem Zweck macht, um die H-alpha- sowie die generelle Empfindlichkeit der Kamera zu steigern. Einige Bildbeispiele verdeutlichten die Wirkung einer normalen Kamera zur Astrokamera: Normale Bilder zeigten kaum, umgebaute erheblich mehr Einzelheiten in Galaxien und Wasserstoffgebieten. Ein Umbau, der sich lohnt.

Die Zahl der Variationen bei den Umbauten überraschte mich schon sehr und es gibt dabei naturgemäß auch einige, die nicht funktionieren oder für die Astrofotografie schlicht untauglich sind. Unterschiede gibt es auch zwischen alten und neuen Kameras der Baujahre 2003 – 2006 und 2006 – 2010, diese wurden übersichtlich herausgearbeitet.

Überdies gab es auch jede Menge Tipps, wie man selbst so einen Umbau durchführen kann und welche Risiken darin verborgen sind. Für mich wäre das, ehrlich gesagt, nichts.

Ich kann gar nicht alles wiedergeben, was in der sehr lehrreichen Veranstaltung an Informationen geboten wurde. Zum Schluss gab es eine kleine Fragerunde und man durfte sich noch eine zerlegte Kamera ansehen, was auch schon sehr eindrucksvoll war.

Fazit: Umbauten, gerade von Kameras, die man gebraucht erstanden hat, und von der man nicht weiß, ob sie schon umgebaut wurden (vielleicht zur Vollspektrum-Kamera), sind ein heikles Thema und man sollte sie den Leuten überlassen, die davon wirklich Ahnung haben und wissen, was sie tun, wie der Vortragende.

Hinterher gingen wir noch rüber ins Knips am Bahnhof Klein Flottbek, so dass der Abend in gemütlich-anregender Runde ausklang und länger wurde als geplant.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Die ENTERPRISE

Sie kennen sicher das Raumschiff aus den gleichnamigen amerikanischen TV-Serien des Star Trek-Universums. Kennen Sie aber auch die Geschichte des Space Shuttle gleichen Namens, das nach der Serie benannt wurde?

Lassen Sie uns mal einen Blick in diesen spannenden Teil der bald zu Ende gehenden Historie der amerikanischen Raumfähren werfen.

Die offizielle Bezeichnung des allerersten Orbiters, des ersten real wiederverwendbaren Raumschiffs der USA, lautete OV-101 und diente als Prototyp für die dann im Laufe der Jahre in Dienst gestellten Raumfähren COLUMBIA (OV-102, 12.04.1981), CHALLENGER (OV-099, 04.04.1983), DISCOVERY (OV-103, 30.08.1984), ATLANTIS (OV-104, 03.10.1985) und ATLANTIS (Ersatz für die verunglückte CHALLENGER, OV-105, 05.05.1992).

Die grundsätzliche Idee, ein wiederverwendbares Transportsystem für den Weltraum zu schaffen, gibt es etwa seit Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als klar wurde, dass, würde man im gleichen Tempo die bemannte Raumfahrt vorantreiben, die Kosten für die Wegwerfraketen ins Uferlose steigen würden. Im Jahr 1969 wurden, noch vor der ersten bemannten Mondlandung, die vier größten Raumfahrtfirmen der USA (Lockheed, Grumman, McDonnell Douglas und North American Rockwell) nach einer ersten NASA-Studie aufgefordert, Konzepte zu entwickeln und einzureichen. Alsbald erwies sich jedoch die gesellschaftliche Stimmung in den USA Ende der 60er Jahre, insbesondere durch die sich abzeichnende Niederlage im Vietnamkrieg, als hinderlich. Nach den Anfangserfolgen mit APOLLO 11 und APOLLO 12 verlor sich schnell das Interesse an den bemannten Mondlandungen und auch die Raumfahrt insgesamt verlor an Ansehen und Interesse, sodass das Projekt zu dieser Zeit mehr als einmal vor dem Aus stand. Auch die Budgetkürzungen, die zur Streichung der APOLLO-Missionen Nr. 18 bis 20 führten, waren wenig hilfreich für das ehrgeizige Projekt.

Erst 1971 besserte sich die Situation, als das US-Militär sein Interessen an einem wiederverwendbaren Raumfahrzeug bekundete, die in einer deutlich vergrößerten Nutzlastbucht vor allem schwere und überschwere Spionagesatelliten ins All befördern lassen wollte. Das machte viele Änderungen an den Plänen erforderlich, weil Start- und Landebasen deutlich vergrößert werden und das Space Shuttle prinzipiell auch für polumlaufende Orbits geeignet sein sollte (wofür es aber nie verwendet wurde). Und: Die Raumfähre sollte auch für kurze Umrundungen der Erde geeignet sein, bei denen nur kurz ein Satellit ausgesetzt wird. Die höheren Nutzlastanforderungen erforderten auch grundsätzliche Änderungen an den Flugeigenschaften der Raumfähre, etwa größere Deltaflügel für den Gleitflug nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Nicht alle Konzepte, die eingereicht wurden, konnten aber die Bedingungen erfüllen. Das größte Problem war in der Regel das Startgewicht. So kam es am 15. März 1972 zu einer endgültigen Festlegung auf ein dreiteiliges System, bestehend aus einer kleineren Raumfähre (die nicht mehr 20 Personen aufnehmen konnte, wie ursprünglich geplant), einem Haupttank und zwei seitlich anzubringenden Feststoffraketen, wodurch die hundertprozentige Wiederverwendbarkeit zwar nicht mehr gegeben war. Unter den seinerzeit gegebenen Bedingungen erschien diese Variante aber als die am ehesten zu realisierende.

Am 9. August 1972 erhielt North American Rockwell den Zuschlag für den Orbiter, Morton Thiokol für die Booster und Martin Marietta für den Außentank. Für insgesamt 2,6 Mrd. US-Dollar sollte bis 1978 das neue Shuttle Transport System (STS) entwickelt und der erste Testflug durchgeführt werden. 1973 gab es die ersten konkreten Pläne und ab 1979 sollten pro Jahr 50 Shuttles für einen Preis von jeweils 10,5 Mio. US-Dollar starten. Daraus wurden schon 1977 24 Mio. Dollar, heute liegt der Preis bei rd. 500 Mio. Dollar pro Mission.

Neben technischen Problemen, die sich bei neuen Projekten immer ergeben, musste schon in der Entwicklung die Zahl der jährlichen Starts empfindlich nach unten korrigiert werden. Die Entwicklungskosten stiegen und stiegen und lagen 1978, im Jahr des geplanten Erstflugs, schon bei 12 Mrd. US-Dollar. Dieses Jahr war auch entscheidend für die Fortführung des Programms, denn angesichts der gigantischen Kosten, war man im Kongress und in Teilen der NASA schon dabei zu überlegen, ob man nicht aus dem Programm ganz oder teilweise aussteigen solle. Und wieder war es die US Air Force, die genügend Druck aufbaute, um das Programm weiterlaufen zu lassen. Schließlich hatte sie schon einige Spionagesatelliten entwickelt, die jetzt nur noch mit dem neuen, nicht fertig gestellten, Shuttle ins All befördert werden konnten.

1975 wurde die erste, nicht weltraumtaugliche, Raumfähre (ohne Haupttriebwerk und Hitzeschild) fertiggestellt, die den Namen ENTERPRISE nach der gleichnamigen TV-Serie erhielt. Am 12. September 1976 bekam die Öffentlichkeit den OV-101 (OV = Orbiter Vehicle) zu sehen, dem 200. Jahrestag der Unterzeichnung der amerikanischen Verfassung. Ursprünglich sollte sie deshalb CONSTITUTION heißen, dich Tausende Fans der TV-Serie Star Trek intervenierten beim US-Präsidenten Gerald Ford, der schließlich nachgab.

Am 31. Januar 1977 wurde die ENTERPRISE, die nur für Atmosphärentests vorgesehen war, per modifizierter Boeing 747 (Shuttle Carrier Aircraft) von Palmdale, wo man sie zusammengebaut hatte, zum Dryden Flight Research Center auf der Edward Air Force Base geflogen, womit man dann auch gleich das neue Transportsystem, das sich bis in die heutige Zeit übertragen hat, zu testen. Das war nicht der einzige Test, der unternommen wurde. Nun folgten umfangreiche Überprüfungen (ALT = Approach and Landing Tests), wobei die ENTERPRISE insgesamt 8 mal von der Boeing abgekoppelt wurde und (mit abgedeckter Heckhaube) landete.

Am 12. August 1977 fand dann der erste echte Freiflug statt, als die ENTERPRISE in 9,1 km Höhe ausgeklinkt wurde und selbständig ohne Besatzung (aber per Fernsteuerung) zur Landebahn zurückkehren musste.

Unterdessen machten die Haupttriebwerke des Shuttles sehr viele Probleme. Es gab Explosionen bei Testläufen, immer wieder Funktionsstörungen etc. Erst 1979, als man mittlerweile 700 verschiedene Tests durchgeführt hatte, konnten die bis dahin bekannten Probleme gelöst werden.

Nach Abschluss des ALT-Programms wurde die ENTERPRISE beim Marshall Space Flight Center diversen Schwingungstest unterzogen, am 10. April 1979 kam sie dann zum Kennedy Space Port nach Florida. Im VAB (Vehicle Assembly Building) wurde sie mit den fehlenden Komponenten zusammengebaut und auf der Startrampe 39A nochmals intensiv getestet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen flossen direkt in die Vorbereitungen für die erste Shuttle-Mission (STS-1) mit der COLUMBIA ein.

Am 16. August beförderte man sie wieder nach Palmdale zurück, es wurden Teile entnommen, aufbereitet und in den anderen richtigen Raumfähren eingesetzt, am 6. Dezember 1981 kam die ENTERPRISE dann wieder zur Edwards Air Force Base. Nach dem Erstflug der COLUMBIA sollte die ENTERPRISE als zweites Shuttle, mit den neuen Modifikationen der ersten Raumfähre ausgestattet werden und tatsächlich ins All fliegen. Man entscheid sich dagegen, weil die Umbauten zu umfangreich geworden wären. So wurde sie erst mal außer Dienst ge- und danach in verschiedenen Ländern ausgestellt (z.B. Paris, Köln-Bonn und New Orleans). Im November 1984 brachte man sie zur Vandenburg Air Force Base, wo eigens eine Startrampe für militärische Missionen gebaut worden war. Hier montierte man sie mit Außentank und Boostern zusammen und verwendete sie für weitere Tests, am 25. Mai 1985 kam sie dann wieder zur Edwards Air Force Base. Die Startrampe in Vandenburg wurde nach der CHALLENGER-Katastrophe nie wieder benutzt, sodass die ENTERPRISE die einzige Raumfähre war, die jemals auf der Rampe SLC-6 stand. Am 18. November 1985 gelangte die ENTERPRISE nach Washington D.C., wo sie der Smithonian Institution gestiftet und nun wirklich außer Dienst gestellt wurde.

Nach dem Absturz der Raumfähre CHALLENGER am 28. Januar 1986 wurde zunächst überlegt, die ENTERPRISE zu reaktivieren und als Ersatz für die CHALLENGER zu verwenden, was jedoch alsbald verworfen wurde, da mit der neuen Raumfähre ENDEAVOUR ein Ersatz bereit gestellt wurde. Übrigens wurden hier viele Teile verwendet, die beim Zusammenbau der DISCOVERY und der ATLANTIS übrig geblieben waren, um die Kosten zu senken.

Nach dem Absturz der COLUMBIA erinnerte man sich abermals der ENTERPRISE und beschoss den linken Deltaflügel mit Schaumstoffteilen (weil ein solches den Orbiter beschädigt hat). Die Tests bestätigten die ersten Annahmen, wonach ein Schaumstoffteil tatsächlich die Außenhaut der Tragfläche durchschlagen konnte.
Heute wird die ENTERPRISE, nachdem sie lange Zeit in einem Hangar auf dem Washington-Dulles-International Airport eingelagert war, im fertiggestellten Steven F. Udvar-Hazy Center des National Air and Space Museums ausgestellt.

Für die Zukunft steht der ENTERPRISE aber ein erneuter Transport bevor: In dem Museum soll nach Abschluss des Shuttle-Programms die DISCOEVRY anstelle der ENTERPRISE ausgestellt werden. Sie soll dann an ein anderes Museum überstellt werden und wird dazu wieder Huckepack auf der Boeing 747 transportiert. An welches, ist aber noch unklar. Jedenfalls ist sie immer noch so gut erhalten, dass einem weiteren Transport nichts im Wege steht. Man darf also weiter gespannt sein, wohin es die Urmutter aller Shuttles dereinst verschlagen wird.

Vortrag über den Umbau von Canon Kameras zu Astrokameras

Seit es DSLR-Kameras gibt, gibt es auch seitens der Amateurastronomen das Bestreben, diese für die Astrofotografie einzusetzen. Das hat mehrere Vorteile. So entfällt die lästige Panscherei mit den Fotochemikalien, die man hinterher aufwändig entsorgen muss, man hat immer gleich das Ergebnis parat, kann die Aufnahmen mit entsprechenden Bildverarbeitungsprogrammen wie Registax, Giotto, AviStack etc. digital weiterverarbeiten. Überdies kann man die Kameras auch per PC ansteuern.

Doch ein Problem gibt es: die mangelnde Rotempfindlichkeit der Chips in den Kameras. Stört das bei alltäglicher Fotografie im Tageslicht in der Regel wenig, so kommen bei nicht umgebauten Kameras Objekte, die vorwiegend im Licht der roten Wasserstofflinie H-Alpha (nicht identisch mit der Wellenlänge bei der Sonnenbeobachtung!) strahlen, wie NGC 7000, der berühmte Nordamerikanebel, fast überhaupt nicht zur Geltung. Sie können ohne den entsprechenden Umbau, der die Rotempfindlichkeit der Kameras durch Austausch eines Filters beträchtlich steigert, nur mit Einschränkungen fotografiert werden.

Über dieses Thema wird heute Abend auf dem Klönsnack der GvA in Hamburg im Kleinen Hörsaal des Biozentrums Klein Flottbek, Ohnhorststraße 18, 22609 Hamburg (mit Öffis zu erreichen mit der S-Bahn Richtung Wedel, Haltestelle Klein Flottbek) der Inhaber des astro-shops (der echte mit dem Bindestrich) Eric-Sven Vesting referieren. Der Besuch wird sich garantiert lohnen, denn er gilt als einer der Pioniere des Umbaus der DSLRs zu Astrokameras, kennt sich mit den Problemen aus und wird über Sagen und Mythen, die sich rund um dieses Thema gebildet haben, aufräumen!

Montag, 24. Januar 2011

Hallo! Ich bin´s! Dein Dobson!

Bescheiden steht er da in seiner schwarzen Rockerbox, rot lackiert und mit einem Staubschutzdeckel, auf dem sich schon das angesammelt hat, vor dem er schützen soll. Dieses kleine, etwa 8 Zoll durchmessende Teil dient auch schon mal als Ablagefläche für meine beleuchtbare Leselupe oder die aufziehbare Taschenlampe. Regelmäßig kommt er in Bewegung, wenn ich mit meinem Wäschekorb vom Dachboden herunterkomme, ins Schlaf-/Arbeitszimmer gehe und mit dem linken Arm die Schutzkappe aus dem Okularauszug heraus befördere. Nicht gerade gut für den dahinter sitzenden Fangspiegel.

Die Außenseite der Rockerbox nimmt regelmäßig meine Okulare auf (eines, das ich auf der letzten ATT gekauft habe, konnte ich immer noch nicht benutzen), daneben befinden sich meine Astrokoffer und eine Pappschachtel mit Laserpointer und eine mit dem nicht unwichtigen Telrad. Sowas braucht man, um Objekte aufzufinden (obwohl es ja auch Leute geben soll, die meinen, es ginge auch ohne Telrad …), aber auch zur Gewichtsstabilisierung des Dobsons im Einsatz. Ohne Telrad als Gegengewicht kann er nicht die Position halten.

Nun schreit mein kleiner Achtzöller schon seit einiger Zeit danach, mal wieder die Photonen weit entfernter Galaxien, von Nebeln und Sternhaufen unserer eigenen Milchstraße und von den Planeten des Sonnensystems und unseres Mondes aufzunehmen, durchs System zu jagen und seitlich wieder auszugeben: genau da, wo man sein Auge hinter einem Okular positioniert und wo die Lichtteilchen auf der Netzhaut ihr endgültiges Ziel finden.

Schöne Beobachtungserlebnisse kommen mir in den Sinn. Der frühlingshafte, sommerliche und herbstliche Sternenhimmel konnte schon ordentlich Objekte hervorzaubern, die zu einem längeren Verweilen einladen. Beobachtungen im Winter waren leider eher selten. Sich Zeit nehmen hat auch bei der Beobachtung des Nachthimmels durchaus seine Berechtigung. Nicht das Herumgehetze von einem Sternhaufen zum nächsten ist gefragt, sondern die gemütliche Tour oder auch die länger anhaltende Suche nach einem schwierigen Objekt.

Einem dünn besiedelten Sternhaufen begegnen, der sich nur schwach vom Hintergrund abhebt, die ferne Galaxie suchen, deren Licht man gerade eben noch mit indirektem Sehen erspäht oder auch die vielschichtigen Strukturen in Planetenoberflächen wie Jupiter oder dem eher eintönigeren Saturn erfassen (wenn der nicht gerade mal wieder ein Sturmgebiet verzapft), Details auf der Marsoberfläche finden, alles das kann Glückshormone freisetzen.

Nun hat die astronomische Beobachtung üblicherweise wenig mit Hormonschwankungen zu tun, aber ein gelungener Beobachtungsabend kann sehr viel Freude bereiten, die man als positives Erlebnis in den normalen Alltag mitnimmt.

Alles das, ich höre schon das leise Weinen meines Dobsons, blieb mir in den letzten Monaten, eigentlich sogar schon länger als ein Jahr, leider versagt. Schlechtes Wetter, Überstunden und vieles andere mehr lassen den kleinen Achtzöller zunehmend verwaisen; das grenzt schon an den Straftatbestand der groben Vernachlässigung.

So kann ich ihn und mich nur vertrösten und weiter auf eine Deep-Sky-Beobachtung hoffen, vielleicht unter einem klaren Februarhimmel, wenn mal nicht Vollmond ist, man keine anderweitigen Verpflichtungen oder der Blogger Geburtstag hat, in Hamburg mal wieder gewählt wird und der Beobachtungsabend dann auch noch auf ein Wochenende fällt. Das sind viele Wünsche auf einmal, aber vermutlich wird kein einziger realisiert.

25 Jahre CHALLENGER-Absturz und kaum einer erinnert daran

Als ich vorhin, vom Hausarzt kommend, nach der Blutentnahme in einer Bäckerei ein ausgedehntes Frühstück mit zwei Brötchen, Marmelade und einem dicken Pott Kaffee zu mir nahm, fiel mir jener 28. Januar 1986 wieder ein, als 73 Sekunden nach dem Start in Cape Canaveral die Raumfähre CHALLENGER explodierte. Angeregt durch eine Dokumentation, die in der Nacht auf Phoenix lief, kam mir in den Sinn, dass außer dieser Sendung und einer weiteren hinterher, im deutschen TV keine weiteren TV-Beiträge nichts angekündigt ist, was auf diesen traurigen Jahrestag hinweist. Was in den Nachrichtensendungen am kommenden Freitag gesendet wird, kann man heute natürlich noch nicht wissen.

Inzwischen beim zweiten Brötchen angelangt, dachte ich an die Zeit vor 25 Jahren, als im damaligen TV extra das normal Programm unterbrochen worden war und man im Minutentakt die Raumfähre immer wieder explodieren, die Feststoffrakete in den blauen Himmel über Florida rasen sah, bis der Treibstoff verbrannt war. Es war das bis dahin größte Unglück der amerikanischen Raumfahrt. Bis dahin waren es immer die Russen, die große Verluste zu erleiden hatten. Später erst kam heraus, dass die Kanzel mit den sieben Astronauten weitgehend intakt geblieben war und drei Besatzungsmitglieder noch ihre Atemschutzmasken anlegen konnten (was auch in der Doku in der Nacht beschrieben wurde). Den Aufprall mit mehr als 300km/h auf dem Atlantik hat dann keiner mehr überlebt, ob die gesamte Mannschaft hier schon bewusstlos war – durch die Ereignisse ist das anzunehmen -, darüber kann nur spekuliert und gerätselt werden. Jedenfalls wurde die das Cockpit später auf dem Meeresgrund gefunden und geborgen.

Die Ursache des CHALLENGER-Unglücks war relativ schnell gefunden: Die Dichtungsringe im rechten Booster waren undicht und schon beim Abheben des Shuttles waren schwarze Rauchwolken auszumachen und, wie in der sekundengenauen Doku gezeigt wurde, der austretende Treibstoff fraß sich in die Außenhülle des Haupttanks und brachte hier schließlich Sauerstoff und Wasserstoff zur Explosion. Doch war es nicht allein die Technik, die versagt hat. Auch das Management musste vor dem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses viele Fehler eingestehen. Vor allem die tiefen Temperaturen am Starttag, der Wille, die Raumfähre unbedingt starten zu lassen, um den Zeitplan einzuhalten sowie die grobe Vernachlässigung von Sicherheitsstandards und das völlige Ignorieren von Warnungen über das Verhalten der Dichtungsringe bei Minusgraden haben schließlich zu der Katastrophe geführt. Gründe, die Jahre später teilweise auch zum Absturz des Space Shuttle COLUMBIA am 3. Februar 2003 über Texas führten.

Die Überreste der Raumfähre CHALLENGER sind bis heute in einem ehemaligen Raketensilo der Cape Canaveral Air Force Station beim Startkomplex 31 eingelagert.

Sonntag, 23. Januar 2011

Heute mal wieder Sonne gesehen

Heute ist über Hamburg was Seltsames geschehen: Es wurde hell und ein helles rundes Ding erschien. Man wagt es nicht zu glauben, aber es war die Sonne. Ich also schnell meinen kleinen 80/400er Refraktor genommen, auf die Fensterbank gestellt, Herschelkeil in den Okularauszug geschoben, ausgerichtet und, erst mal nichts gesehen, weil die Sonne schon wieder vom Hochnebel verdeckt wurde. Also Teleskop wieder auf die Waschmaschine gestellt und Mittagsschläfchen gehalten.

Gegen 14 Uhr bin ich dann wieder aufgewacht, weil es schon wieder hell wurde. Und wieder mal eine typische Situation: im Zenit ein blauer Himmel am Standort der Sonne Hochnebelschwaden. Die aber wichen dann und wann mal, also baute ich das Teleskop samt wichtigem Zubehör wieder auf (schließlich will man ja auch morgen noch gucken können). 

Ein paar Minuten zwischen Bangen und Hoffen verbringen und dann war sie zu sehen. Und es gab auch was zu sehen: Zwei Fleckengruppen, eine vom Typ H und eine vom D. Am interessantesten war der voranschreitende Fleck der D-Gruppe: Sie ist sehr zerfasert und in der Penumbra sind eine ganze Reihe von Einzelflecken zu sehen. Zwischen den beiden Flecken sind zudem mehrere weitere Einzelflecken zu finden. Die H-Gruppe dagegen scheint schon recht eintönig, aber dafür hat man immerhin endlich mal wieder etwas gesehen.

Samstag, 22. Januar 2011

100 Million BC – eine Filmbesprechung

Und hier ist noch so ein Film der „aha“-Klasse: Als Fortsetzung des Philadelphia-Experiments, bei dem Schiffe der US Navy durch die Zeit geschickt wurden und zurückkehrten und deren Mannschaften teilweise verschollen oder mit dem Inneren des Schiffes verbacken sind, soll ein Rettungsteam in die Vergangenheit reisen, um dort gestrandete US-Army-Angehörige zurück zu holen, die dort bei einem früheren Experiment zurück blieben.

Eine herkömmliche Story, bei der in einer Zeit vor 70 Millionen Jahren (im Titel sind es 100 Millionen Jahre) ein Teil des Forscherteams ums Überleben kämpft. Die Zahl der Mitglieder der Rettungsmannschaften werden durch schlecht animierte und bisweilen gummiartig aussehende durch Raptoren und eine feindlich gesinnte Umwelt im Godwanaland (das es vor 70 Mio. Jahren längste nicht mehr gab) dezimiert, nachdem man zuvor einem pflanzenfressenden Brontosaurier begegnet war.

In die Vergangenheit zurückgekehrt ist man übrigens durch ein Wurmloch, dessen Entstehung konfus erläutert wird und irgendwie an die TV-Serie Stargate erinnert. Und am Ende muss einer zurückbleiben, um das Wurmloch wieder zu schließen. Wie zu erwarten, opfert sich der alte Wissenschaftler, der für das Philadelphia-Experiment verantwortlich war.

Man findet die Überlebenden und nimmt sie mit in das Los Angeles der Neuzeit. Allerdings kommt da auch ein T-Rex durch das Wurmloch, der für allerhand Unruhe und unfreiwillig komische Szenen sorgt. Er zertritt Autos, die danach brennen, springt Hubschraubern hinterher und verwirrt sogar eine über der Stadt abgefeuerte Rakete. Diese fliegt relativ ziel- und planlos durch die Gegend, ist mehrmals zu sehen, kommt aber irgendwie nicht am Ziel an.

Später kommt der alte Wissenschaftler als junger Mann zurück und löst alle Probleme. Nun ja, es handelt sich hier um eine absolute Billigproduktion im Fernsehformat mit schlechtem Ton und noch schlechteren Animationen, die für Heiterkeit sorgen.

Kein unbedingt grottenschlechter Film, zu einem cineastischen Höhepunkt reicht es aber auch nicht. Halt ein typischer Vertreter seiner Art, der auch nur für Fans dieser Art von Filmen gut und erträglich ist, auch wenn man glaubt, irgendwie alles schon mal irgendwo gesehen zu haben und die Geschichte irgendwie vorhersehbar ist!

Die Stonehenge-Apocalypse - eine Filmbesprechung

Ein Film aus dem Jahr 2010 mit einem Thema, das gut in die 2012-Landschaften passt, ohne diese wirklich beim Namen zu nennen. Die Geschichte des Films ist schnell erzählt: Die Steine im Stonehenge-Areal verschieben sich, manipulieren das Erdmagnetfeld, lösen lokale Erdbeben aus und bündeln alle geomagnetische Energie der Welt, um diese in einen früheren Zustand zurück zu wandeln. Die Erde soll also einem Terraforming unterzogen werden.

Bemerkbar macht sich das durch die Umwandlung von Pyramiden in Vulkane, deren Lava weite Teile der Erde bedecken (sollen). Es werden Landschaftsbilder und Aufnahmen aus dem Weltraum gezeigt, die aber keiner wirklich realen Struktur auf der Erde zuzuordnen sind. Auch einige Satelliten-Tracking-Daten sind mehr der Fantasie entsprungen, wie sonst kann ein unter dem Horizont stehender Satellit Aufnahmen aus dem Zenit machen ...

Im Zuge der Entwicklung gehen die Philippinen unter und der Meeresspiegel des Mittelmeeres steigt durch den Vulkanismus der Gizehpyramiden, die, wie alle, an neuralgischen Punkten der Erde von der ersten Menschheit errichtet wurden. Diese ist inzwischen untergegangen, haben aber für die Zukunft vorgesorgt (vor was auch immer).

Natürlich gibt es auch hier wieder abtrünnige Wissenschaftler, die sich sektenmäßig zusammentun und den Weltuntergang dadurch überleben wollen, weil sie sich für die Auserwählten halten. Und ja, auch der verrückte, von der wissenschaftlichen Welt wegen seiner absonderlichen Theorien verfemte Wissenschaftler ist am Ende der einzige, der die Welt vor dem Untergang bewahren kann. Irgendwie logisch, dass auch hier wieder die Atombombe als Allheilmittel zur Lösung weltweiter Probleme herhalten muss.

Der Plot ist zwar mehr als absonderlich und bietet als Running Gag auch den Querverweis zu den Maya-Pyramiden, die in den 2012er-Szenarien eine große Rolle spielen: diese werden als erste zum Vulkan. Ansonsten ist er ein typischer Vertreter der Katastrophenfilme unserer Tage. Er bietet eher eher durchschnittliche Effekte und ist vor allem Genre-Fans zu empfehlen. Der Kauf der DVD lohnt sich dennoch irgendwie, weil sich auch die wissenschaftlichen Fehler einigermaßen in Grenzen halten.

Fazit: Ein Weltuntergangsfilm mit netten Special-Effekten, einem kaum zu glaubenden Hintergrund, aber handwerklich ganz solide gemacht. Die DVD ist seit einiger Zeit auf dem Markt. Ich warte aber immer noch auf den Film, wo die Erde am Ende wirklich vernichtet wird und nichts als Trümmer übrig bleiben ...

Donnerstag, 20. Januar 2011

19. Januar 1965: Start von GEMINI-TITAN-2

Bevor erstmals zwei amerikanische Astronauten in einer GEMINI-Kapsel die Erde umrundeten und so Kopplungsmanöver und Andockverfahren für das spätere APOLLO-Programm erprobten, gab es eine Reihe von unbemannten Testflügen mit der Startkonfiguration. Bei GEMINI-TITAN-2, die am 19. Januar 1965 um 14:03:59 UTC startete und schon wenige Minuten später um 14:22:14 UTC im Atlantik versank, ging es um die Erprobung des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre und dazu reichte ein ballistischer Flug allemal aus.

Nach dem erfolgreichen Test von GEMINI-TITAN-1 von 8. April 1964 und der Auswertung der dabei gewonnenen Daten, plante man für den November 1964 den ersten bemannten GEMINI-Start. Am 24. August 1964 sollte dazwischen liegend der zweite Test von GT-2 erfolgen. Daraus wurde jedoch nichts, denn nachdem Ende Juli die TITAN-Trägerrakete auf dem vorgesehenen Startplatz LC-19 aufgerichtet und Tests vorgenommen worden waren, mussten diese im August nach einem Blitzschlag am oder im Startturm unterbrochen werden. Die Untersuchungen auf Schäden, insbesondere auch bei der Trägerrakete, nahmen mehrere Wochen in Anspruch, der Starttermin wurde in den September hinein verschoben. Schäden wurden jedoch nicht gefunden, damit aber noch nicht genug. Ende August 1964 zog ein Hurrikan mit Namen Cleo über das Startgelände am Cape hinweg, zwei weitere Wirbelstürme wurden für den September vorhergesagt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Rakete samt GEMINI-Kapsel wieder demontiert und am 18. September wieder aufgestellt. Am 9. Dezember – der Start der bemannten GEMINI war inzwischen verschoben worden – musste der Countdown für die Zündung der Haupttriebwerke eine Sekunde nach dessen Beginn wegen eines Druckabfalls in der Hydraulik der Steuerung abgebrochen werden.

Am 19. Januar 1965 wurde dann der Start erfolgreich durchgeführt. Es wurde eine Flughöhe von 171 km erreicht und nach 18 Minuten und 16 Sekunden und einem 3419 km langen Flug ging die Kapsel im Atlantik nieder, wo sie vom amerikanischen Flugzeugträger USS Lake Champlain geborgen wurde. Der Hitzeschild hielt den Belastungen stand und so war der Weg frei für die erste bemannte GEMINI-Mission, die am 23. März 1965 um 14:24:00 am LC-19 mit den beiden Astronauten John Young und Virgil Grissom an Bord zu einem suborbital-ballistischen Flug abhob und fast fünf Stunden später um 19:16:31 UTC im Atlantik wasserte.

Das im Atlantik geborgene GEMINI-2-Raumschiff wurde nach seinem ersten Einsatz wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt und erhielt eine Luke im Hitzeschild. Grund für die Restaurierung war die Wiederverwendung im Rahmen des militärischen Spionageprogramms, das so genannte MOL (Manned Orbiting Laboratory) der US Air Force. Gestartet am 10. Dezember 1963 sollte es als Nachfolger des X-20 Dyna Soar-Programms es zu einem ständig bemannten Raumlabor ausgebaut werden, die Besatzungen bis zu 40 Tage im All bleiben und dabei vorrangig das Territorium der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten überwachen. Daraus sollte bis 1974 mit Dyna-Soar-3 ein erster strategischer Weltraumbomber entwickelt werden. Weil aber alle Kräfte bei der NASA gebündelt werden sollten, um die Mondlandung vorzubereiten, wurde dieses Projekt 1963 eingestellt.

Das MOL wurde aber zunächst weitergeführt und so gab es am 3. November 1966 den ersten und einzigen Testflug im Rahmen dieses militärischen Programms. Die wieder aufbereitete GEMINI-2 wurde in GEMINI-B umgetauft und sollte an diesem Tag den modifizierten Hitzeschild ausprobieren. Und nicht nur das. Eine Attrappe, das so genannte Mock-up, sollte ebenfalls mitgeführt werden, die aus einem leeren Titan-II-Treibstofftank bestand. Mit an Bord der Titan III-Rakete waren noch drei kleinere Forschungssatelliten mit Namen OV1-6, OV4-1R und OV4-1T. In dieser komplexen Konfiguration startete die MOL-HSQ(Head Shield Qualification)-Mission, die GEMINI-B wurde in einem niedrigen Orbit ausgesetzt, die Satelliten erreichten die vorgeschriebene Umlaufbahn und das MOL wurde in einem Orbit ausgesetzt.

Wie GEMINI sollte die MOL-Besatzung auch aus zwei Astronauten bestehen. Am 1. November wurde die erste 8-köpfige MOL-Crew ausgewählt, am 2. Juni 1966 die zweite (5 Mann) und am 3.Juni 1967 die dritte (4 Mann). Die 17 ausgewählten Astronauten kamen aber im Rahmen des MOL-Projektes nie zum Einsatz. Sieben von ihnen, die nicht älter als 35 Jahre waren, wurden von der NASA übernommen und kamen später im Rahmen des Shuttle-Programms zum Einsatz: Richard H. Truly (Pilot bei STS-2 und Kommandant von STS-8, später NASA-Direktor von 1989 bis 1992), Karol J. Bobko (Pilot bei STS-6, dem Jungfernflug der CHALLENGER, Kommandant bei STS-51D und STS-51J), Robert L. Crippen (Pilot bei STS-1, dem Jungfernflug der COLUMBIA, Kommandant bei STS-7, STS-41C, STS-41G), Henry W. Hartsfield jr. (er gehörte zu den back-up-Crews von APOLLO 16 und allen drei SKYLAB-Missionen, war Pilot bei STS-4, Kommandant bei STS-41D und STS-61A, danach von 1986-1987 stellvertretender Leiter des Astronautenbüros bei der NASA, ab 1987 stellvertretender Direktor der Flugoperationen, wechselte 1990 kurzfristig in das „Office of Space Flight“ im NASA-HQ und widmete sich ab 1990 zunächst im Marshall Space Flight Center, anschließend im Johnson Space Center dem Aufbau der späteren ISS), Robert F. Overmyer (er gehörte der back-up-crew von APOLLO 17 und dem APOLLO-SOJUS-Test-Projekt an, war Pilot der STS-5 und Kommandant von STS-51B) und Donald H. Peterson, der bei STS-6 als Missionsspezialist dabei war.

Buchbesprechung: Sonne, Mond, Planeten beobachten und fotografieren

Marion Weigand, Sabrina Geyer: Sonne, Mond, Planeten beobachten und fotografieren, Okulare, Filter, Teleskoptipps. Aufnahmen mit WebCam & Co. Beobachtungs-Highlights Kosmos Astropraxis 2010. 144 S. m. zahlr. farb. Abb. u. Fotos. 215 mm. 426g., Einband: Kartoniert, Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos), ISBN: 9783440124390

Die Beobachtung und Fotografie der Planeten unseres Sonnensystems gehört unter Sternfreunden zu den beliebtesten Betätigungsfeldern. Dank der technischen Entwicklung der letzten Jahre, die vor allem die ständige Verbesserung der Webcams, aber auch die für die Bearbeitung der Bilder notwendigen Programme betrifft, sind heute Amateuren selbst mit durchschnittlichen Instrumenten der 8 bis 12 Zoll-Klasse Aufnahmen möglich, die vor 50 Jahren nicht mal den größten Teleskopen der Welt gelangen. Dabei ist die Handhabung der Programme oftmals recht simpel.

Doch zu einer guten Aufnahme gehört neben Webcam und Computerprogrammen natürlich das geeignete Teleskop, die richtige Montierung, notwendige Filter, um Details herauszuarbeiten und vieles mehr.

Im ersten Abschnitt geht es den beiden Autoren um die Grundlagen jeder Beobachtung und Fotografie. Das optische Zubehör wie Okulare, Barlowlinsen, Binoansätze, Filtertypen und die verschiedenen Umwelteinflüsse auf die Beobachtung, die unter dem allgemein gültigen begriff Seeing zusammengefasst sind, bereiten auf das nächste Kapitel vor und sind für eine gelungene Beobachtung von unschätzbarem Wert.

In „Fotografie und Bildverarbeitung“ sind die Wesentlichen zu beachtenden Grundlagen für den Umgang mit der Technik und am Ende für gute Ergebnisse durchzuarbeiten. Es versteht sich von selbst, dass dabei nicht alle Aspekte mit der notwendigen Tiefe abgedeckt werden können. Doch sind die hier vorgenommenen Darstellungen sehr übersichtlich und reichen für erste Schritte und die erste Vertiefung des neu erworbenen Wissens und der ersten praktischen Erfahrungen vollkommen aus. Dazu ist es aber unbedingt erforderlich, sich mit den Fragen über die Unterschiede bei den verschiedenen Kameratypen und Modellen, die Möglichkeiten zur Verbesserung der verwendeten Systeme und dem schier unendlichen Gebiet der digitalen Bildverarbeitung am Computer auseinander zu setzen.

Bevor es dann ans Eingemachte geht, müssen noch die Bewegungen von Sonne, Mond und Planeten am Himmel erarbeitet werden, was zum einen mit dem Auffinden der Objekte, aber auch mit der richtigen Nachführgeschwindigkeit des Teleskops zusammenhängt. Um optimale Mondbilder zu erhalten, ist es natürlich zwingend erforderlich, die Nachführung des Teleskops der gegenüber den Planeten schnelleren scheinbaren Bewegung des Erdtrabanten  anzupassen. Und nicht nur die Bewegung ist elementar, sondern auch die scheinbare Größe des Beobachtungsobjektes im Teleskop, seine Positionierung im Aufnahmefeld der Webcam (was gerade bei Planeten und einer ungenauen Nachführung zu einem langwierigen Geduldsspiel werden kann) und die (Nach-)vergrößerung. Das alles sind Punkte, die hier leider nur oberflächlich angesprochen werden. Stattdessen geht es hier nur um die trotzdem wichtige Orientierung der Planeten im Okular (allein dazu könnte man ein eigenes Kapitel schreiben), um die Randverdunkelung bei Jupiter und Sonne, Phasengestalten bei Merkur und Venus.

Den größten Platz im Buch nimmt naturgemäß die Einzeldarstellung der Planeten ein. Jedes einzelne Unterkapitel ist dabei systematisch aufgebaut und beschreibt Grundlegendes zum Planeten (Überblick, Sichtbarkeit, visuelle und fotografische Beobachtung) und Besonderheiten, wie die erst neu für den (begüterten) Amateur erschlossene Nah-UV-Beobachtung bei der Venus, die Marsfotografie mittels verschiedener Filter, die international definierten Details der strukturreichen Jupiteratmosphäre, die Beobachtung des Saturns mit Methanbandfiltern (was auf dem Amateursektor auch relativ neu ist) sowie die schwierige aber dennoch nicht unmögliche Fotografie der Planeten Uranus und Neptun.

Der Mondfotografie (inkl. Mondfinsternissen) ist wie die der Sonne (mit Sonnenfinsternissen) jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet. Das ist auch sinnvoll, unterscheiden sich die Beobachtungs- und Fotografiermethoden hier doch erheblich von denen der Planeten. Während der Mond Bilder mit hoher Detailauflösung ermöglicht, kann man bei der Sonne Flecken mit großer Detailgenauigkeit aufnehmen und ihre Entwicklung und Wanderung über die Sonnenoberfläche binnen Tagen verfolgen, Flares erfassen etc., was sowohl die Beobachtung im Weißlicht, als auch im H-Alpha und der Kalziumlinie angeht.

Wenn man sich an einigen Stellen auch einen etwas tieferen Einstieg in die Thematik gewünscht hätte, so vermittelt dieses Buch dennoch eine sehr schöne Übersicht über eines der faszinierendsten Gebiete der heutigen amateurastronomischen Beobachtung. Es wendet sich vor allem an den Einsteiger in diese komplexe Thematik. Profis und Sternfreunde, die sich schon länger damit beschäftigen, werden von diesem Buch allerdings nur wenig Nutzen davon haben, doch werden gerade Neu-Interessierte mit einem Gebiet vertraut gemacht, das zu längerer Beschäftigung in unserer kurzlebigen Zeit einlädt.

Buchbesprechung: Der neunte Kontinent

Ulf von Rauchhaupt: Der neunte Kontinent – Die wissenschaftliche Eroberung des Mars, Fischer Taschenbücher Bd.17864 2010. 287 S. 19 cm. 218g.  Einband: Kartoniert, Verlag: Fischer (TB.), Frankfurt Bestell Nr.: 2905, ISBN: 978359617864

Der rote Planet Mars übt seit jeher eine besondere Faszination auf die zum Himmel hinaufschauenden Menschen aus. Dank seiner intensiven roten Farbe avancierte er in vielen Kulturen zum Kriegsgott und regte auch in den aufgeklärten Jahrhunderten die Fantasie seine Betrachter an. Lange Zeit erschien er als der einzig bewohnte Planet des Sonnensystems, wo der Erde feindlich gesinnte Kreaturen nur darauf warteten, auf die schwachen Erdbewohner herfallen zu können. Mars galt gegenüber der Venus auch immer als der fortschrittlichere Planet: Während die Venus der Erde in ihrer Frühzeit gleichen sollte, musste es auf dem Mars Bewohner geben. Die Geschichte mit den Marskanälen offenbarte noch im 19. Jahrhundert diesen Glauben. Erst die Raumsonden der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts brachte die Erkenntnis, dass weder die Venus noch der Mars Leben wie auf der Erde beherbergte.

Diese Vorstellungen und auch die ernsthaften Bemühungen, den Mars mittels Raumsonden zu erobern, werden vom Autor, wissenschaftlicher Mitarbeiter am MPI für Extraterrestrische Physik (1993-1998), danach Research Fellow am MPI für Wissenschaftsgeschichte und seit 2001 Redakteur bei der FAZ, detail- und kenntnisreich aufgearbeitet. Dabei schildert er die Pläne Wernher von Brauns aus den 50er Jahren ebenso wie die zahlreichen und unterschiedlich erfolgreichen Missionen der NASA bis in unsere Tage.

Dem folgt eine Beschreibung der verschiedenen Marslandschaften auf den beiden sehr unterschiedlichen aerologischen Halbkugeln des Planeten, die Analyse der dünnen Marsluft und der Untersuchung seiner auf der Oberfläche herumliegenden Gesteine. Natürlich darf dabei die Frage nach dem Wasser auf dem Mars nicht fehlen, die hier auf wissenschaftlicher Grundlage diskutiert wird.

Mögliches mikrobiologisches Leben auf dem Mars, Zweifel an einigen der bisher veröffentlichten Ergebnisse (z.B. die Spuren während der VIKING-Missionen), die Einblicke dank des Marsmeteoritenfundes ALH 84001 in der Antarktis , aber auch das Problem, inwieweit irdische Bakterien bei Raumsonden mitgeführt werden könnten, sind Inhalt des 7. Kapitels.

Im 8. geht es darum, unter welchen Bedingungen und ob überhaupt jemals Menschen auf dem Mars leben, arbeiten und forschen könnten. Auch die Gedanken zum Thema Terraforming werden angerissen.

Es hat viel Spaß gemacht, sich mit Hilfe dieses Taschenbuches auf den neuesten Stand der sehr dynamischen und immer wieder für Überraschungen guten Marsforschung einerseits zu bringen und andererseits einen tiefen Einblick in die Geschichte der Vorstellungen und realen Eroberungen unseres Nachbarplaneten zu gewinnen. Wenn also gerade Sie sich für den Mars interessieren und kompakt und übersichtlich auf naturwissenschaftlicher Basis informiert werden möchten, greifen Sie zu, Sie werden es nicht bereuen!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Wo findet das nächste NAFT statt?

Große Ereignisse werfen manchmal ihre Schatten voraus: Das Norddeutsche Astrofotografentreffen (NAFT) steht im Frühjahr wieder an und muss geplant werden. Gegenwärtig gibt es die Idee, dieses bei den Oldenburger Sternfreunden in Wardenburg stattfinden zu lassen. Eine tolle Location, die ich schon mehrmals besuchen durfte.

Die NAFTs haben aber nicht so den schematischen Seminarcharakter, sondern sind absolut anarchisch organisiert. Man fährt oder geht einfach hin, trägt sich in eine Liste ein und zeigt seine Astrobilder und/oder Videos oder man genießt den ganzen Nachmittag eine Flut von unterschiedlichsten Bildern. Da zeigen Sternfreunde ihre neuesten Deep-Sky-, Sonnen, Mond- oder Planetenbilder, die Ergebnisse neuester Bildbearbeitungstechniken, berichten vom Astrourlaub oder über die neue Sternwarte usw.

Das wird sicher wieder ein toller Samstagnachmittag, auf den ich mich schon jetzt freue. Und vor allem auf die Bilderorgie. Da kann man nur hoffen, das in den letzten Monaten genügend neue Bilder zusammen gekommen sind, weil das Wetter im Norden leider wenig astrofreundlich war und man die klaren Nächte an einer Hand abzählen kann, ohne dabei den dicken Daumen nehmen zu müssen.

Dienstag, 18. Januar 2011

18. Januar 2000: Der Tagish Lake-Meteorit


Niemand an den Ufern des Tagish Lake im Territorium Yukon im Nordwesten Kanadas ahnte am Morgen des 18. Januar 2000, was da aus dem Weltraum auf den 100 km langen und 2 km durchmessenden See nahe British Columbia zukam. Der See war an jenem Morgen zugefroren, was ein Glück für die Wissenschaft war.

Als etwa -22mag helle Feuerkugel raste ein 4 bis 5 Meter großer und mit einer Masse von 200 bis 250 Tonnen ausgestatteter Himmelskörper durch den kanadischen Morgenhimmel. Mit einer Geschwindigkeit von 15 bis 16 km/s trat er in die Erdatmosphäre ein, schlug schließlich um 8:43:43 Ortszeit (UT 16:43:43) auf dem gefrorenen See auf und zerbrach dabei in mehrere Bruchstücke. Zeugen berichteten nicht nur von einer 15 bis 20 Sekunden andauernden, sehr hellen Himmelserscheinung, sondern auch von einem Geruch nach Schwefel und heißem Metall.Insgesamt 5 Videos und 24 Fotografien dokumentierten das Ereignis.

Zunächst wurde ein kanadischer Amateurastronom auf den aus 410 Bruchstücken bestehenden Fund auf dem zugefrorenen See aufmerksam, nur wenig später folgten Wissenschaftler des Department of Physics and Astronomy der University of Western Ontario um Peter Brown und sammelten das frische Material ein, um es schnellstmöglich zu untersuchen, weil es das bis dahin reinste Material aus dem Sonnensystem war, das man jemals in Kanada gefunden hatte.

Erste Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem Meteoriten und einen kohligen Chondriten handelte, einer besonderen Klasse von seltenen Steinmeteoriten. Genauer gesagt, einem Cl-Chondriten. Diese enthalten bis zu 20° Wasser, zahlreiche Aminosäuren und wurden während ihres Daseins nie über 50° erhitzt, dürften daher also nur vom Rande des Sonnensystems stammen und so ziemlich das ursprünglichste Material darstellen, was man sich vorstellen kann. Es wird auch spekuliert, dass sie Bruchstücke von inaktiven Kometen darstellen könnten. Überdies sind bei ihnen keine kleinen Chondren, d.h. nur wenige Millimeter große Silikatkügelchen, zu erkennen.

Da diese Klasse von Meteoriten kaum Metalle enthalten, können sie nur schwer, vor allem nicht mit Metalldetektoren, aufgefunden. Außerdem sind sie extrem selten und kommen nur zu 3% aller Meteorite vor.

Die genauen Analysen der Fundstücke dauerten mehr als ein Jahr. Dann stand fest, dass der Tagish-Lake-Meteorit aus der Entstehungszeit des Sonnensystems stammt und 4,5 Mrd. Jahre alt ist. Wie ursprünglich die Bruchstücke waren, ergab die Suche nach Lebensbausteinen. Man fand nämlich keine. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam Dr. Monica Grady vom British National History Museum in London. Sie entdeckte, dass der Meteorit zwar einen erheblich höheren Anteil an Kohlenstoff und Stickstoff enthielt, als es allgemein bei diesem Meteoritentyp üblich ist. Aus den beiden Elementen können sich Aminosäuren bilden. Dies aber war hier noch nicht geschehen, Kohlenstoff und Stickstoff waren keine  chemische Verbindung eingegangen. Es war also nur eine Vorstufe für die Lebensbausteine erreicht worden. Und das, sowie der Befund, dass winzige Spuren von Diamanten in dem Meteoriten vorhanden sind, lässt als Entstehungsort nur den Rand des präsolaren Nebels zu, aus dem später unser heutiges Sonnensystem entstand. Das ist das wahrhaft Sensationelle an dem Meteoritenfund vor 11 Jahren.

Samstag, 15. Januar 2011

2012 und der ganze Rest

Schaut man dieser Tage in Zeitungen oder semi-professionelle Hochglanzblätter hinein, so überkommt einem angesichts hanebüchener und falscher Darstellungen und Behauptungen wissenschaftlicher Vorgänge oft mehr als einmal das kalte Grausen. Bei den so genannten Wissenschaftssendungen im Fernsehen, insbesondere bei den Privaten, ist es zum Teil durch die heutigen Visualisierungsmöglichkeiten noch schlimmer. Hier scheinen die Naturgesetze anscheinend überhaupt keine Rolle mehr zu spielen.

Durch Zufall erhielt ich vor einiger Zeit durch einen Freund die Kopie eines Artikels aus der Zeitschrift „Welt der Wunder“ über die Sonne. Danach würde unser Heimatstern krank daniederliegen, kaum mehr die Kraft haben, Aktivität zu entwickeln und uns dadurch quasi in den Untergang reißen. Es wurde gar spekuliert, dass die Lebensdauer der Sonne falsch berechnet sei und wir nun den Anfang vom Ende ihres Milliarden Jahre währenden Lebens hautnah miterleben. Sie würde einem seit 100 Jahren stattfindenden Schrumpfungsprozess unterliegen, weswegen sie immer kühler wird und uns den Klimawandel beschert.

Einige physikalische Vorgänge, so die relativ neue Theorie der meridonalen Flüsse, wonach magnetische Flussröhren mit einer höheren Geschwindigkeit vom Sonnenäquator in Richtung Nord- oder Südhemisphäre der Sonne laufen, als früher, wurde nur im Ansatz verstanden. In dem bewussten Artikel war von Tunneln die Rede, die tief ins Sonneninnere reichen und sogar den Kern berühren dürften; da fehlten nur noch die UFO-Landungen mitten in der Photosphäre. Verheerend an derartigen Beiträgen ist, dass zwar teilweise richtige Erläuterungen drin stehen, sie aber mit Spekulativem und dem gekonnten Nicht-Wissen des Journalisten verwoben werden, die der Laie auf Anhieb nicht erkennen kann. Mir als Nicht-Physiker und reinem Sternfreund standen da die weniger werdenden Haare mehr als einmal regelrecht zu Berge.

Da fehlte nur noch der Hinweis auf die mittlerweile unübersehbar große Zahl an 2012-Hypothesen, die allesamt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren. Keine Zahl geistert derzeit so oft durch alle möglichen Medien wie die Jahreszahl 2012, genauer gesagt, der 21.12.2012 (manchmal auch der 23.12.2012). Wer sich ein wenig mit Astronomie auskennt, wird zunächst einmal aus dieser Angabe das Datum der jährlich wiederkehrenden Wintersonnenwende herauslesen. Ein Ereignis, das ohnehin die Esoterikszene beflügelt, weil der Tiefstand der Sonne in unseren Breiten erreicht wird (auf der Südhalbkugel ist es der Höchststand!). Jedes Jahr versammeln sich Anhänger obskurer Kulte rund um Stonehenge und andere Megalithbauten, wenn die Sommer- oder die Wintersonnenwende erreicht wird.

Im Hinblick auf Stonehenge ist aber archäologisch bekannt, das viele Steine heute nicht mehr an der ursprünglichen Stelle stehen und somit die Anlage nicht mehr so aussieht, wie zur Zeit ihrer Entstehung. Was freilich die Jünger wenig davon abhält, hierin einen gigantischen Kalender zu sehen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Maya-Kalender, den nur wenige Menschen auf der Erde wirklich verstanden haben. Der 21.12.2012 hat nach ihm insofern eine besondere Bedeutung, weil just zu dem Zeitpunkt die Lange Zählung im komplexen Kalendersystem endet und überdies identisch ist mit dem Zahlenwert am ersten Tag zu Beginn dieses Zyklus. Das aber beruht auf einer teilweise falschen oder falsch verstandenen Interpretation der Überlieferungen. Dass danach ein neuer Zyklus beginnt, wird geflissentlich übersehen oder bewusst ignoriert, denn nach der Auffassung vieler 2012-Jünger gibt es nach dem Ende der Langen Zählung keine neue mehr und die Welt, wie wir sie kennen, endet.

Nun hält sich aber seit einigen Jahren der Gedanke, am 21.12.2012 würde die Erde vernichtet werden. Die Ursachen hierfür sind freilich höchst unterschiedlich. Mal ist es ein bislang nicht entdeckter Himmelskörper mit Namen Nibiru, der schon bei Babyloniern und Sumerern als Gott verehrt wurde die Erde killen soll, mal sind es Riesenprotuberanzen, die nach der Erde greifen und sie mit Mikrowellenstrahlung regelrecht zergrillen. Es wird auch schon mal eine Supernova in einer „erdnahen Galaxie“ als Ursache herangezogen. 

Bis auf Nibiru alles Szenarien, die in den drei derzeit im Handel erhältlichen DVDs zum Thema 2012 verarbeitet werden. Daneben füllen auch zunehmend so genannte Sachbücher und Romane zum Thema 2012 die Regale. Diese erinnern schon beim Reinschauen und Durchblättern an die obskuren Machwerke von Erich von Däniken oder Charles Berlitz.

Von Wissenschaft oder wissenschaftlichen Untersuchungen kann da kaum die Rede sein. Ein scheinwissenschaftlicher Ansatz, ein pseudowissenschaftlicher Schreibstil sowie die entsprechend reißerische Aufmachung der Thematik (auch zum Klimawandel gibt es haarsträubende Verschwörungstheorien) sind es aber, die die Konsumenten derartiger Lektüre im Glauben lassen, wissenschaftlich informiert zu werden.

Die Frage aber ist, welche Auswirkungen das hat. Heute schon trifft man bei öffentlichen Führungen auf oft seltsame Vorstellungen. Auch im Kollegen- und Freundeskreis wird man dann und wann schon nach 2012 gefragt und oft stellt man dabei fest, dass das astronomische Grundwissen anscheinend immer geringer wird. Wie ist es sonst zu erklären, dass immer mehr absurde Theorien und Vorstellungen in das Bewusstsein der Menschen eindringen und sich zu einem religiös-wissenschaftlichen Pseudobild vermischen? Gefördert wird dies vor allem durch die Medien des 21. Jahrhunderts, die oft genug nur auf Quoten, denn auf Inhalte schielen. Und so wundert es am Ende nicht mehr, dass sich die Leute vor einer inaktiven Sonne fürchten, meinen, der Klimawandel sei durch die Großmächte gezielt gesteuert, die Mondlandung in Hollywood inszeniert, auf der Mondrückseite gäbe es eine Basis von Außerirdischen, oder die Nazis würden mit ihren Reichsflugscheiben nach der Verwüstung Südwestaustraliens durch mehrere Atombomben alle Weltmächte zur Unterzeichnung des Antarktis-Abkommens gezwungen haben, um von ihrer Basis in Neuschwabenland aus das Vierte Reich vorzubereiten. 

Alles inesgesamt doch recht gruselige Szenarien, die jeglicher Grundlage entbehren aber in Zeiten wie diesen von immer mehr Leuten geglaubt werden, zumal sogenannte Dokumentationen im TV sich dieser Phantasien auch noch bedienen und uns glauben machen wollen, hier würden echte Geheimnisse aufgedeckt. Da drängt sich doch die Frage auf: Wer wird hier immer dümmer, die Macher solcher Filmbeiträge oder die, die das sehen und es glauben?

Freitag, 14. Januar 2011

Astro TV-Vorschau

Es ist mal wieder Freitag und nicht nur die Fernsehzeitschriften kommen neu heraus, sondern zumeist auch meine Vorschau astronomischer TV-Sendungen. Okay, in letzter Zeit habe ich das aus den verschiedensten Gründen schleifen lassen, aber im Prinzip ist das so.

Meine Quellen sind dabei in der Regel aber weniger Fernsehzeitschriften, weil diese nur maximal einen 14tägigen Zeitraum abdecken, was zu kurz ist, etwa für die Veröffentlichung der Vorschau im Newsletter der Zeitschrift interstellarum.

Was hilft, sind diverse Internet-Quellen, wie www.wunschliste.de/, die Webpräsenz von TV-Sendern (wobei das ZDF sehr umfangreiche, die ARD eher schwer zugängliche Übersichten liefert).

Was nur bei sehr wenigen Sendern wie etwa N 24 funktioniert, wo es viele Astrodokus gibt, die leider durch den nervigen, ewig mitlaufenden Newsticker am unteren Bildrand ziemlich gestört werden, ist die Suchfunktion. Gibt man beispielsweise beim ZDF das Stichwort Astronomie ein, findet man durchaus sehr viel, aber mit einem sehr hohen Anteil an nichtastronomischen Sendungen. Auch die Stichworte Raumfahrt, Weltall, Weltraum, Planeten helfen nicht. So wurde z.B. eine Mini-Serie über den Mars beim ZDF doku mit der Suchabfrage nicht gefunden. Man muss also sich jeden Tag einzeln anschauen, was sehr zeitraubend ist, aber eher zum Erfolg führt. Ähnlich unkomfortabel ist auch die Suche bei n-tv.

Die gefundenen Daten trage ich in ein Programm ein, das mir ein sehr guter Freund mal vor langer Zeit programmiert hat, aus den für den benötigten Zeitraum extrahierten Daten entsteht dann die eigentliche Astrovorschau. Dieser Arbeitsschritt ist der zeitlich am wenigstens aufwändige.

Seit der Gründung der TV-Vorschau war diese Seite stets der beliebteste Teil meiner Website, was zeigt, dass es hierfür einen echten Bedarf gibt.

So wird sie auch weiterhin regelmäßig informieren, wenn auch vielleicht nicht immer am Freitag, so doch zeitlich nah dazu. Wenn nicht etwas dazwischen kommt.