Samstag, 8. Oktober 2011

Die Sonne im August 2001

(Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Die großen, über die Nordhalbkugel der Sonne wandernden, Fleckengruppen waren in den Anfangstagen des Augusts weiterhin zu verfolgen. Die AR 11261 galt ab 2. August als F-Gruppe, was sie wohl in erster Linie ihrer Komplexität denn ihrer heliographischen Ausdehnung zu verdanken hatte. An einigen Tagen konnte ich diese Gruppe dann auch unter Zuhilfenahme eines Sonnenfilters, mit bloßem Auge beobachten. Wieder mal gingen hier die Einteilung zwischen der österreichischen Kanzelhöhe und der NOAA weit auseinander. Wobei dieses Mal aber die NOAA der Gewinner war, denn die Kanzelhöhe stufte beispielsweise einer der Gruppen als C ein, obwohl die von ihrer Größe her eigentlich mindestens eine E-Gruppe war. Aber hinsichtlich der sonstigen, kleineren Fleckengruppen, die in diesen Tagen ebenfalls über die Nordhalbkugel der Sonne liefen, war man sich einig. Ab dem 5. sah die NOAA dann aber eine Rückentwicklung der Gruppen, die so nicht zu beobachten war. Die AR 11260 wurde zur C, die AR 11261 zur D-Gruppe, was aber nicht der Wirklichkeit entsprach. Dafür wurde die AR 11263, die man bereits im Vormonat erstmalig beobachten konnte, zur E hochgestuft, was auch nur schwer nachvollziehbar war. Am 7. war dann die AR 11260, am 9. die AR 11261 um den Sonnenrand rotiert. Ab 11. sank dann die Aktivität deutlich ab, als nur noch drei kleine Gruppen mühsam gefunden wurden, die die Klasse D aber nicht überschritten. Die Aktivität ging dabei soweit zurück, dass wir am 14. erstmals seit ein paar Monaten wieder einen fleckenfreien Tag hatten. Mit der AR 11271 kam das Leben wieder zurück auf die Sonnenoberfläche. Dieses Aktivitätsgebiet entpuppte sich, als sie vollständig um den Ostrand herumrotiert war, als E-Gruppe. In ihrer Nähe standen die Regionen 11272 und 11273, eine B- und eine C-Gruppe. Dabei gewann due AR 12271 zunehmend an Größe und Komplexität, was sich vor allem in den immer mehr ausufernden Penumbrastrukturen bemerkbar machte. Von Tag zu Tag, ja sogar von Stunde zu Stunde, konnten hier Veränderungen registriert werden. Veränderungen, die sich wiederum hauptsächlich in den Formen der Hofgebiete ausdrückten. Am 22. erreichte sie mit 50 Einzelflecken (Kanzelhöhe) ihre größte Ausdehnung, überschritt dabei aber die Klasse F nicht, sondern fiel in den folgenden Tagen sukzessive in sich zusammen. Ab 25. war sie nur noch eine D-Gruppe und je mehr sie sich dem Westrand näherte, desto weiter entwickelte sie sich zurück. Gleichzeitig erschienen am Ostrand aber mehrere kleinere Fleckengruppen der unteren Waldmeierklassen, so dass die Höhe der Sonnenfleckenrelativzahl am Ende des Monats durch eine erhöhte Gruppenzahl, weniger aber durch höhere Entwicklungsstufen zustande kam.

Die Aktivität in der Wasserstofflinie H-Alpha verlief prinzipiell parallel zur Entwicklung im Weißlicht. Das erste nennenswerte Ereignis trat am 3. um 13:48 UT ein, als ein M6/2B flare in der AR 11261 auftrat, der mit einem Typ II-Radiosturm sowie einem CME assoziiert war. Schon Stunden zuvor, um 4:32 UT war aus der AR 11263 ein M1/1-Flare ohne CME aufgestiegen. Die AR 11261 sollte im H-Alpha auch in den Folgetagen aktiv bleiben. Am 4. produzierte sie um 3:57 UT einen M9/2b-Flare, dann aber nur noch solche der Klasse c. Aus der AR 11263 stieg dann am 8. Um 18:10 UT ein M3/1b-Flare auf, der um 18:24 von einem kräftigen CME verfolgt wurde. Mit bis zu 2010 km/s wurden die Teilchen ins All erdwärts geschleudert. In der Nacht vom 5. Auf den 6. August gab es dann gleich mehrere Polarlichtsichtungen. Am 9. folgte dann der bislang größte Flare im laufenden Zyklus, ein X6/2b um 8:05 UT. Richtig positioniert hoffte ich, auf ein Polarlicht, das man auch in unseren Breiten sehen konnte. Doch dieses blieb aus, weil es zwar einen heftigen Flare, aber keinen damit direkt verbundenen CME gab. Einen solchen Massenauswurf beobachtete der Sonnensatellit SOHO ein paar Stunden früher um 4:06 UT, der einem M2/1b-Flare aus der gleichen Region gefolgt war. Dieser koronale Massenauswurf erzeugte dann aber auch nur einen eher mäßigen Impakt im Erdmagnetfeld. Der Rückgang der Sonnenaktivität im August führte auch zu einem Abflauen der H-Alpha-Tätigkeit der Sonne und bis zum Monatsende konnten keine größeren Ausbrüche mehr beobachtet werden, wohl aber einige b- und c-class-Flares.

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