Mittwoch, 7. September 2011

Besuch in Peenemünde (3)

Nachdem ich schon vor ein paar Stunden in mein Hotel Bergmühle in Bansin zurückgekehrt bin und mir in Kürze das obligatorische, abendliche, Alsterwasser genehmigen werde, noch ein paar Eindrücke und Erlebnisse vom Nachmittag.


Als ich das Kraftwerk an der Peene verließ, worin sich das Museum inkl. Kinosaal befindet, kam leichter Regen auf und von Südwesten her schien sich ein Gewitter zu nähern. Zum Glück kam da nicht viel runter. Ich ging nochmal durch den Shop, fand noch je ein Buch über Sigmund Jähn und Juri Gagarin, verschickte eine Urlaubspostkarte und begab mich dann zum Parkplatz. Von da aus fuhr ich zum Flugplatz, wo immer noch dass Hinweisschild stand, dass es von da aus Führungen zu den hidtorischen Stätten der flugtechnischen und Raumfahrtforschung in Peenemünde gab. Leider war ich ein paar Minuten zu spät, sodass ich in den kommenden Tagen da noch mal hinfahren werde.


Vor meiner Abreise aus Hamburg hatte ich auf der Website des Museums einen neuen Plan mit den verschiedenen Anlaufstellen innerhalb der Museumslandschaft gefunden und ihn auf meinem iPad abgespeichert. Das half mir aber nur teilweise, denn einige, auch wieder im Wald verborgene Überreste der Wohnsiedlung, bestehend nur aus dem Fundament, fand ich nicht, obwohl ich durch die heute unverkennbar immer noch existierende Siedlung der Wissenschaftler durchgefahren bin. Trotz neuerer Außenanstriche und Sonnenkollektoren auf den Dächern war der Baustil aber unverkennbar.


Der Siedlung gegenüber befand sich früher das sogenannte Versuchkommando Nord, das heute aber nur an der noch gut zu erkennenden Form des Vorplatzes zu erkennen, aber, wie üblich, nicht zu besichtigen ist. Zu sehen sein sollten laut Plan aber noch eine alte Station der Werksbahn, die dem Vorbild der Berliner S-Bahn nachempfunden war (und deren alte Streckenführung heute teilweise durch die Usedomer Bäderbahn genutzt wird). Diese in Karlshagen gelegenen Überreste sind aber nur zu Fuß oder per Fahrrad zu erreichen und liegen, wenn man den Weg in Richtung Norden geht, auf der rechten Seite. Von hier aus konnte man unterirdisch zu den auf ebener Erde liegenden Bahnsteigen gelangen. Nach links herüber verliert sich der Weg im Wald.

Dahinter lagen weitere Prüfstände und Versuchseinrichtungen, an denen Teile wie Motoren der V2-Rakete nach ihrer Anlieferung aus dem Mittelwerk getestet wurden, bevor sie in der Rakete verbaut wurden. Das bedeutete hier aber nicht den Kriegseinsatz gegen das Vereinigte Königreich, sondern weitere Tests der Rakete mit Flugrichtung über die Ostsee. Aufbewahrt wurden die überwiegend von KZ-Häftlingen unter unmenschlichen im Harz produzierten Flugkörper in den direkt an der Peene gelegenen, heute zerstörten, Bunkeranlagen, die dort besichtigt werden können und ebenfalls zur Museumslandschaft gehören.


Nachdem ich auch das abgeklappert hatte, machte ich mich auf den Heimweg ins Hotel. Eines aber ist sicher, ich war in diesem Urlaub sicher nicht da letzte Mal an dieser historisch wichtigen, in seiner Bedeutung aber höchst zweifelhaften Forschungsstätte, die gerne auch mal die Wiege der Weltraumfahrt genannt wird. Aber trifft dieses Adjektiv nicht auch auf Kummersdorf oder andere Plätze zu?

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