Mittwoch, 7. September 2011

Besuch in Peenemünde (2)

Der Film war nur kurz, also geht es gleich weiter mit dem nächsten Blogbeitrag, frisch aus dem ehemaligen Kraftwerk in Peenemünde.


Noch bis Sonntag ist hier die Ausstellung über den ersten Mann im All, Juri Gagarin, zu sehen. Und ein Ausflug an die Ostsee lohnt sich wirklich. Die komplette obere Etage im Haupttrakt ist angefüllt mit zahlreichen Exponaten aus dem Leben Gagarins und den Beginn der sowjetischen und amerikanischen Raumfahrt. Zwar sind es nicht immer Originale, sondern häufig Nachbildungen, die man in den Vitrinen findet, doch auch die sind allemal sehens- und bestaunenswert. Wie die Ausstellungsstücke zur Geschichte der amerikanischen Raumfahrt.


Faszinierend sind auch die alten Zeitungsausschnitte aus jener Zeit Anfang der 60er Jahre und zeigen klar den Geist der damaligen Zeit. Geprägt vom Kalten Krieg zwischen Ost und West wurden Astronauten und Kosmonauten zu Helden des jeweiligen Landes hochstilisiert, wie man es sich heute kaum mehr vorzustellen vermag. Astronauten und Kosmonauten wurden in einem Maße verehrt und geradezu vergöttert, ihre unbestritten herausragenden Erstleistungen derart in den Mittelpunkt des Zeitgeschehens gestellt, dass man heute darüber durchaus ein wenig schmunzeln mag. Dennoch: Es entsprach dem Klima im Kalten Krieg und während des Wettlaufs ins All.


Überdies laufen kleine Filme und es gibt einen Raum, in dem Spielzeug aus der DDR, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, England, den USA und der damaligen UdSSR prasentiert wird. Es mutet schon recht skurril an, wenn man sich die Hinterlassenschaften des Kosmonautenkults in der DDR so anschaut. Spielzeug, DDR-Sandmännchen in Kosmonautenkluft, Plüschtiere und Gummifiguren mussten neben einigen sonderbaren Selbstbaumodellen herhalten. Nun denn, auf unserer Seite des Eisernen Vorhanges war man in der Beziehung auch nicht viel besser.


Und nun warte ich, Kekse aus dem Automaten mampfend und Fruchtsaft und Wasser trinkend, auf das nächste cineastische Highlight, obwohl ich befürchte, den Film über Peenemünde schon zu kennen.

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