Dienstag, 12. Juli 2011

Die Sonne im Mai 2011

(Achtung: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!)

Weißlicht:
Am „Tag der Arbeit“ hatte sich das Antlitz der Sonne gegenüber dem Vortag nur wenig geändert. Am Folgetag hatte sich die Zahl der Gruppen verringert und auch deren Aktivität war auf dem Rückzug, denn die Klasse C wurde – auch in den nächsten Tagen – nicht mehr überschritten. Dafür hatten zwei Aktive Regionen – AR 11200 und 11204 – ganz hübsche Penumbren entwickelt. Fünf bis sieben Gruppen, je nach Quellenangabe, bevölkerten vorwiegend die nördliche Hemisphäre der Sonne – die zwischendurch in der Presse aufgetauchte Behauptung, die derzeit hohe Aktivität im Süden der Sonne hänge mit dem mysteriösen Planeten X zusammen, kann daher getrost ins Reich der Fabel verwiesen werden. Die AR 11204 erklomm am 7. die Klasse D und blieb darin bis zum 10, während sich das Beiwerk mit kleineren Gruppen ziemlich rasch verflüchtigte. Bis zum 13. stieg die Zahl der Fleckengruppen auf sieben an, wobei wirklich spektakuläres nicht darunter war. Lediglich die AR 11204 und 11208 hatten höher entwickelte Stufen erreicht. Doch zerfielen dann bei allen bipolaren Gruppen zusehends die Hofgebiete, sodass am 13. nur noch zwei B-Gruppen (bei der NOAA waren es bei paar mehr) zu beobachten waren. Der 14. brachte einen Aktivitätsschub und viele neue, kleine A- und B-Gruppen, von denen aber einige noch nicht mal den Tag überstanden und schon am 15. nicht mehr zu finden waren. Am auffälligsten war die AR 11208, die eine langgestreckte Kette von Einzelflecken aufwies. Die nachfolgenden Tage waren  dann nicht so spannend, maximal drei verschiedene Fleckengruppenwaren gleichzeitig zu sehen, keine davon höher entwickelt als bis zur Klasse C. An diesem eher sparsamen Anblick änderte sich erst am 27. etwas: Mit der AR 11226 tauchte am Ostrand eine große E-Gruppe auf, die sich bis weit in den Juni hinein bemerkbar machte und von dem einen oder anderem Beobachter auch mit bloßem Auge (bei Sonnenuntergang oder mit Filter) wahrgenommen werden konnte. Sie war die bestimmende Fleckengruppe auf der Südhalbkugel, die anderen, gleichzeitig mit ihr auf der Sonne befindlichen Aktivitätszentren, fielen ihr gegenüber stark zurück. Einen richtigen Aufschwung in der Fleckentätigkeit sollte es dann aber Anfang Juni geben.

H-Alpha:
Der geneigte H-Alpha-Beobachter musste in den ersten Tage des Mai doch schon sehr genügsam sein, denn außer den üblichen, kleinen Protuberanzen am Sonnenrand und die Filamente vor der Sonnenscheibe gab es kaum nennenswerte Flareereignisse. Erst am 9. wurde um 20:59 UT ein längerer, isolierter, also nicht mit einer Aktiven Region verbundener, C5-Flare registriert. Am 13. gab es gar keinen einzigen Flare zu sehen, am 15. produzierte die AR 11208 ein C4-Ereignis um 23:34 UT. Erst Ende Mai zog die Aktivität auch im H-Alpha spürbar an. Am 27. brachte allein die AR 11226 ein b-class-Flare und vier c-class-Flares hervor. Das größte Ereignis war dabei ein C5 um 16:43 UT, gefolgt von einem C8-Flare am 28. um 3:31 UT. Am 29. gab es das größte Flareereignis seit Langem: Aus der AR 11226 auf der Südhalbkugel stieg ein M1/1F-Flare auf, dem wenig später ein kräftiger CME folgte. Da beide Ausbrüche nicht erdwärts gerichtet waren, kam es zu keinen Reaktionen im Magnetfeld der Erde. Die AR 11224 produzierte am 30. um 2:52 UT ein C3-Flare, der aber ebenfalls nicht zur Erde zeigte. Um 11:01 UT stieg aus der AR 11227 ein C2/Sn-Flare auf, AR 11226 brachte schon vorher, um 5:49 UT ein C7/Sn hervor. Am 31. flaute die Aktivität ein wenig ab und es wurden deutlich weniger Flares beobachtet.

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