Mittwoch, 27. April 2011

Radfahrer dürfen anscheinend alles

Eben auf dem Nachhauseweg auf dem Fußweg. Ein Radfahrer kommt von hinten streift mich am Arm und als ich ihn fragte, was das soll, dass der Fußweg kein Radweg sei, kam die Antwort: „Halt´s Maul, sonst gibt es was drauf.“

Vor zwei Tagen stand ich an einer belebten Ampel in der Hamburger City. Diese sprang auf grün, die Leute überquerten die Straße auf dem Zebrastreifen. Plötzlich schossen zwei Radfahrer durch die Menschenmenge hindurch, sind also bei rot gefahren. Mindestens zwei Polizisten haben es gesehen. Passiert ist nichts.

In unserem neuen schönen Ökoland gehören Radfahrer zu der Sorte von Menschen, die anscheinend alles dürfen, bei rot über die Ampel fahren, Leute umradeln und verletzt liegen lassen. Eine alte Dame ist vor längerer Zeit in meiner Straße von einem Radfahrer auf dem Fußweg umgefahren worden. Sie kam mit einem Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus. Der Radfahrer ist ungerührt weitergefahren.

Ein auf dem Gehweg spielendes Kind wurde vor meiner Haustür von einer Radfahrerin umgefahren und musste verletzt in Krankenhaus. Statt Erste Hilfe zu leisten, beschimpfte sie die Mutter: „Sie sei eine alte V.… und soll gefälligst auf ihr Sch...-Balg aufpassen.“

Ich selber bin vor ca. zwei Jahren von einem Radfahrer auf dem Fußweg umgefahren worden und habe mir dabei den Knöchel verstaucht und die Hose zerrissen. Dabei musste ich einem mir auf dem nur vier Gehwehplatten schmalen Fußweg entgegenkommenden Radfahrer ausweichen. Keiner half, beide radelten einfach weiter. Und die Polizei: Macht nichts. Zwar wurde die Anzeige aufgenommen, aber später wieder eingestellt, weil der Täter nicht ermittelt werden konnte. Super, in welchem Land leben wir eigentlich?

Und jetzt bläst man den Radfahrern noch mehr Zucker in den Hintern, weil sie ja ökologische Gutmenschen sind. Selbst Radfahrer, die direkt vor der Polizei bei rot über die Straße fahren, interessieren nicht mehr. Wenn ein Autofahrer einen Zusammenstoß mit einem Radfahrer verursacht, steht es am nächsten Tag in der Presse und es gibt eine Anzeige. Geschieht das gleiche zwischen einem Radfahrer und einem Fußgänger, interessiert das niemanden.

Also braucht man sich in diesem Land nur auf ein Fahrrad zu setzen und hat plötzlich alle Rechte der Welt, kann Leute umfahren, Verkehrsunfälle verursachen, oder andere Straftaten begehen. Verfolgt wird man nicht. Aber wehe, man fährt 10 km/h zu schnell, dann gibt es ein Verwarngeld. Radfahrer, die zu schnell fahren, werden in der Regel nicht belangt. Und dann will die Hamburger Stadtregierung auch noch den Radverkehr verdoppeln. Na denn man gute Nacht!

Kommentare:

  1. Moin Moin

    Nur 10km/h mehr in einer 30er Zone sind leider ein üblicher Wert. Sie bedeuten aber einen Anhalteweg von etwa 20 Meter statt 13 Metern. Die Kolisiongeschwindigkeit steigt von 24 km/h auf 40 km/. Um die Gefährlichkeit abzuschätzen. das entspricht einem Fall aus 6,3 Metern Höhe statt aus 2,5 Metern.

    Das gilt übrigens auch wenn jemand einen Fußgänger anfährt...

    Das Verwarngeld finde ich da sehr angemessen!

    Ich fahre nicht in dem beschriebenen Stil Fahrrad gehe aber auch zu Fuß und nutze das Auto deshalb finde ich Ihren Blogeintrag etwas einseitig.

    Was ist denn mit den smartphonenutzenden Blindgängern auf dem Radweg, Radwegparkern, der 50%igen Rotfahrerquote (Autofahrer) vor unserer lokalen Grundschule usw....

    Sicher würde viel mehr Rücksicht und etwas mehr Akzeptanz der derzeit gültigen StVO allen Verkehrsteilnehmern gut tun.
    Ein nur polemischer Kommentar tut es nicht!

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  2. Hallo Sven,

    im Grunde gebe ich Dir recht, wenn auch Dein Kommentar eine Sache außer Acht lässt: Radfahrer, die mit hoher Geschwindigkeit auf dem Fußweg unterwegs sind, obwohl das bei über 14jährigen nicht mehr erlaubt ist, es sei denn, darauf wurde mit Schild extra hingewiesen, dann aber heißt es meistens auch: Radfahrer absteigen, was komplett ignoriert wird.

    Es gibt unzählige Beispiele, wo Radfahrer sich gegenüber Fußgängern genauso rücksichtlos verhalten, wie sie es von Autofahrern behaupten. Sie geben ihre, zum Teil selbstverschuldeten, schlechten Erfahrungen an den nächst schwächeren weiter und stören sich nicht daran, wenn sie Fußgänger anfahren, dann hat im Zweilfel der Fußgänger auf dem Fußweg die Schuld.

    Und selbst untereinander gehen Radfahrer rücksichtslos vor. Ein auf dem Radweg fahrender Kollege wurde neulich rechts über einen Fußweg überholt, dabei eine ältere Dame umgeradelt, nurum sich dann quer vor meinen Kollegen zu stellen, der fast in ihn reingefahren ist. Der Radfahrer hatte Kopfhörer auf, war freihändig gefahren und hatte, ohne auf irgendwas zu achten, an seinem Smartphone herumgespielt. Und als mein Kollege ihn ansprach, was das denn soll, wurden ihm Prügel angedroht.

    Auf der Wandsbeker Marktstraße haben neulich zwei Radfahrer Polizisten auf dem Fußweg angefahren, die als Bullenschweine bedroht und sind dann quer über die Hauptverkehrsstraße weitergeradelt und hätten beinahe noch Verkehrsunfälle verursacht.

    Die Regel ist also, als Fußgänger muss man sich in diesem Lnd alles gefallen lassen, da Radfahrer für Verkehrsvergehen in der Regel nicht belangt werden.

    Viele Grüße

    Manfred

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    1. Sind den alle Radfahrer gleich? Wer überhaupt nicht differenziert unter Radfahrern, dem könnte ich genauso den Spiegel des rücksichtslosen Fußgängers vorhalten. Übrigens hatte ich zu Zeiten ohne Mobiltelefonen einen rücksichtslosen Fußgänger erlebt, der mein Fahrrad beschädigt hatte und anschließend auch noch "Fahrerflucht" begonnen hatte. Leider konnte ich ihn nicht anzeigen, weil er kein Kennzeichen hatte. Er war einfach unvermittelt ohne sich umzudrehen über den Radweg vor mir gelaufen, worauf ch gegen ihne gefahren war und dabei das vordere Laufrad so verbogen war, dass ich eine neue Felge kaufen musste. Der Fußgänger machte sich aus dem Staub.

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  3. Hallo Manfred

    leider gehts Du nach ACHT Worten nicht mehr weiter auf meine Anmerkungen ein und arbeitest im vorherigen Stil weiter.

    Muß ich jetzt meine unzähligen Erlebnisse mit kopfhörertragenden "Fußterroristen" aufzählen oder zugeben, dass mich auch schon einmal ein anderer Fahrradfahrer "umgenietet" hat. Macht der Rotfahrer der mich auf der Fuhle bei Fußgängergrün (Ich bin auch Fußgänger!!!) gestreift hat und weitergefahen ist, den Kohl fetter? Was ist mit dem Fußgänger der mir die Faust auf Köpfhöhe entgegengestreckt hat weil ich ihm auf dem Radweg zu schnell gefahren bin!!!!

    Noch einmal: Jede Gruppe trägt das Ihre zu der unglaublich aggressiven Situation auf Hamburgs Strassen und Wegen bei.

    Deine einseitige Sicht hilft da auch nicht.

    Hier sind Aufmerksamkeit, gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz gefragt.

    Schöne Grüsse

    Sven

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