Montag, 18. April 2011

Lange Nacht der Museen in Hamburg

Nur eine Woche nach dem offiziellen bundesweiten Astronomietag (der in Hamburg mal wieder nicht begangen wurde) stand die „Lange Nacht der Museen“ (LNdM) auf dem Programm, an der sich die Sternwarte Hamburg-Bergedorf, der Förderverein der Sternwarte und die GvA beteiligten.

Der offizielle Beginn war für 18 Uhr angesetzt, doch schon seit dem frühen Nachmittag tummelten sich Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände. Vor dem neuen, erst am 26. März 2011 eröffneten, Besucherzentrum in den ehemaligen Büroräumen des 1m-Spiegels wurden Zelte für das spätere Catering aufgestellt. Das Café im Gebäude war gut besucht und um 14 und 16 Uhr wurden Führungen über das Gelände (vom Äquatorial ausgehend am Meridianhaus vorbei zum Großen Refraktor, dann zurück zum 1m-Spiegel und zum Lippert) angeboten und relativ gut angenommen. Überhaupt hat sich das neue Besucherzentrum offenbar schnell zu einem Besuchermagneten in der Region und insbesondere durch die Versorgung mit Würstchen, vegetarischer Mahlzeit und heißen und kalten Getränken während der Langen Nacht zu einer besonderen Anlaufstelle entwickelt!

Schon frühzeitig trafen auch die ersten Sternfreunde ein, um vor dem früher als Schmidtmuseum genutzten Gebäude ihre Instrumente aufzubauen. Am Nachmittag konnte man so schon die Sonne beobachten. Allerdings entsprach das Wetter nicht ganz den Vorstellungen der Sternfreunde, weil es doch ziemlich bewölkt und zu Beginn der Dämmerung der Himmel dann vollständig bedeckt war. Das änderte sich erst in den späteren Abendstunden, sodass Besucherinnen und Besucher der Sternwarte bis ca. 1:30 Uhr noch durch die Amateurfernrohre Mond und Saturn beobachten konnten.

Dieses Mal kamen nach halboffiziellen Schätzungen weniger Interessierte auf die Sternwarte, als in den vergangenen Jahren. Wer den weiten Weg nach Bergedorf nicht scheute (ein Shuttlebus des HVV fuhr regelmäßig die Sternwarte an), bekam ein umfangreiches Programm angeboten: Alle Kuppeln waren geöffnet, sodass man auch abseits der offiziellen Führungen die Teleskope besichtigen konnte (Ausnahme war nur das Oskar-Lühning-Teleskop, dass mit seiner 1,20 m Öffnung und 15,60 m Brennweite für laufende Forschungsaufgaben genutzt wird). Es gab sieben kleine Ausstellungen zu bewundern: Mensch und Himmel im Keller unter dem 1m-Spiegel, Zeitball-Zeit von den Gestirnen im Erdgeschoss des Hauptgebäudes, Astrofotografie in Schwarz-Weiß im Bernhard-Schmidt-Museum im Keller des Hauptgebäudes, Farbige Spektren-ein Schlüssel zur Kosmologie im 2. Stock des Hauptgebäudes, Sterne über Hamburg als Posterausstellung im Hauptgebäude, Bibliophile Kostbarkeiten – Farbige Impressionen in der Bibliothek sowie den allseits beliebten kleinen Shop in den Räumen des Großen Refraktors. Nebenbei gab es regelmäßig halbstündliche Führungen unter dem Motto: Neue Farbe fürs Kulturdenkmal und Vorträge zu den Ausstellungen (etwa zur Restaurierung des 1m-Spiegels oder über Bernhard Schmidt). Zwischendurch wurde nahe des Besucherzentrums musikalische Untermalung durch den LOLA Chor-Bergedorf geboten, der später auch am Großen Refraktor einiges Liedgut intonierte.

Gegen Abend füllte sich der für die Amateure des Fördervereins genutzte Platz mit Fernrohren verschiedenster Art und Größe vom kleinen Refraktor bis hin zum großen Dobson und glich einmal mehr einem kleinen Teleskoptreffen. Die meiste Zeit war man dort unter sich, weil nur wenige Besucherinnen und Besucher selber durch ein Teleskop schauen wollten, was hauptsächlich aber am Wetter lag. Sie informierten sich eher über die Teleskope selber und vor allem die Preise. Das änderte sich erst später, als der Himmel aufriss und den Blick freigab. So dürften am Ende nach einem doch ereignis- und arbeitsreichen Tag alle Beteiligten zufrieden gewesen sein.

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