Dienstag, 12. April 2011

12. April 1817: Charles Messier stirbt

Der französische Astronom wurde am 26. Juni 1730 in Badonviller in Lothringen als zehntes von insgesamt 12 Kindern unter ärmlichen Verhältnissen geboren. Sein Interesse an der Astronomie wurde 1744 durch die Beobachtung des Kometen C/1743 X1 (Klinkenberg) geweckt, der auch als der Große Komet von 1744 in die Geschichte eingegangen ist.

Entdeckt am 9. Dezember 1743 durch den Amateurastronomen Dirk Klinkenberg (1709-1799) und unabhängig davon am 13. Dezember des gleichen Jahres durch Jean-Philippe de Chéseaux (1718-1751), wurde dieser Schweifstern auch der sechsschwänzige Komet genannt, wegen des auf zeitgenössischen Darstellungen sechsfach geteilten Schweifs. 1751 ging Messier nach Paris und fand eine Einstellung beim Marineastronomen Joseph-Nicolas Delisle (1668-1768) und wurde 1754 Schreiber. Seine Aufgabe bestand darin, vorwiegend Karten zu zeichnen. Bei Delisle lernte er, wie man exakte Positionsbestimmungen auf See vornahm, und wurde von ihm dazu gedrängt, diese Arbeit zu seinem Hauptaufgabengebiet zu machen. Ab etwa 1764 widmete sich Messier ausschließlich der Kometensuche. 1771, etwa ein Jahr nach seiner Hochzeit mit Marie-Françoise de Vermauchampt, wurde er zum Nachfolger von Delisle ernannt und war damit nun auch offiziell Marineastronom. 1781 erlitt er bei einem Unfall schwere Verletzungen, von denen er sich nur mühsam erholte und während der Französischen Revolution verlor er, obwohl unpolitisch, Amt und Würden und versank in Armut. Erst 1796 fand er wieder eine Anstellung im Bureau des Longitudes, dem französischen Büro für Längenbestimmungen auf See, heute vergleichbar etwa mit den United States Naval Observatory (USNO) und dem Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg (ARI), die sich mit Ephemeridenrechnung beschäftigen.

1806 erhielt Messier das Kreuz der Ehrenlegion. Seine nachlassende Sehkraft führte dazu, dass er immer weniger beobachtete, der letzte von ihm beobachtete Komet war der „Große Komet 1807“, für dessen Beobachtung er aber schon fremde Hilfe benötigte. 1815 erlitt er einen Schlaganfall und starb am 12. April 1817 in Paris.

Die Liste der Entdeckungen Charles Messiers ist mindestens ebenso lang, wie die seiner Beobachtungen. Eigentlich eher Kometenbeobachter, schuf er mit dem nach ihm benannten Messier-Katalog, der, am 4. März 1769 veröffentlicht, in der Urfassung nur 45 Objekte umfasste. Bis 1780 kamen 23 weitere Objekte hinzu und im September 1782 führte Pierre Méchain (1744-1804) das 107. Objekt der Liste hinzu. Die letzte Fassung des Messier-Katalogs wurde 1781 in den „Connaissance des temps“ für 1784 veröffentlicht, des bis heute führenden astronomischen Jahrbuches in Frankreich.

Ursprünglich sollte sie dazu dienen, Kometen von Deep-Sky-Objekten zu unterscheiden, es wurde daraus aber einer der bis heute bekanntesten Sternkataloge weltweit, der sich vor allem bei Sternfreunden großer Beliebtheit erfreut. Diverse Kometenentdeckungen gehen auf das Konto Charles Messiers. So beobachtete er am 6. Mai 1753 einen Merkurdurchgang (seine erste dokumentierte astronomische Beobachtung). 1757 beteiligte er sich an der Suche nach dem Halleyschen Kometen, der er erst im Januar 1759 fand, vier Wochen nach der offiziellen Wiederentdeckung durch Johann Georg Palitzsch (1723-1788). Im August 1758 entdeckte er einen nicht näher benannten Kometen (die Meldung wurde durch Delisle unterbunden, der sich der Sache nicht sicher war). Im Januar (wieder-)entdeckte er nicht nur den Halleyschen Kometen, sondern auch 1759II Messier und 1759 III Messier (der später zum Großen Kometen von 1760 wurde).

Im September 1763 folgte „1763 Messier“, ein Jahr später „1764 Messier“ usw. Der letzte von ihm entdeckte Komet war eine Co-Entdeckung: „1801 Pons“ im Juli dieses Jahres. Im selben Jahr beobachtete er auch den ersten Kleinplaneten (1) Ceres. Ihm zu Ehren sind 1935 ein 11 km durchmessender Mondkrater im Mare Fecunditatis und der am 16. Januar 1996 von M. Tichy am Klet Observatory entdeckte Asteroid 7359 Messier (1996 BH) sowie eine Meerenge zwischen dem chilenischen Festland und der Insel Wellington nach ihm benannt worden.

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