Samstag, 19. März 2011

Endlich wieder Sonne, aber kaum Flecken


Heute war der Himmel über Hamburg endlich mal wieder, zumindest teilweise, klar. Natürlich schnappte ich mir mein Fernrohr und wollte die Sonne beobachten. Erstmal musste ich feststellen, dass sie hinter meinen Bäumen stand und ich erstmal wieder nicht beobachten konnte. Da auch kein Wind wehte, wurden die Äste nicht beiseite gewischt.

Dank der Ökos bei mir, die stets behaupten, die Bäume würden seit Jahrhunderten dort stehen (was sich durch Luftaufnahmen der 50er Jahre nicht verifizieren lässt), dürfen Bäume weder gefällt, noch um tote Äste erleichtert werden. Ironie der Geschichte: Nach einem heftigen Sturm war  just einer der alten und morschen Bäume in ein Fenster der betreffenden Person gestürzt und hatte es zerstört. Aber auch da wollte sie nicht, dass der schon umgestürzte Baum zersägt wird, was er dann aber trotzdem musste, weil er nicht mehr zu retten war und sie veranlasste, das zuständige Amt zu verklagen ...

Zurück zu verhinderten Beobachtung: Ich könnte zwar auf das Nachbargrundstück ausweichen, aber da sind die Leute gleich so paranoid, dass sie die Polizei rufen, weil ich angeblich mit einem Richtung Sonne zeigenden Teleskop das im 90° Winkel dazu stehende Haus ausspionieren würde. Auf die Bitte, sich davon zu überzeugen, was ich mache, wurden mir sogar schon mal Schläge angedroht (dabei wissen die Leute, was ich mache, weil ich dort schon sehr lange wohne).

Nun gut, ich musste also bis zum frühen Nachmittag mit der Beobachtung warten, was stets ein Risiko ist, denn oft haben wir vormittags gutes Wetter, wobei es dann ab Mittag oft zuzieht. Nach Nebelauflösung war das Seeing auch sehr gut, soweit ich das durch die Äste hindurch sehen konnte.

Am Nachmittag war das Seeing sehr viel schlechter. Von den beiden gerade auf der Sonne sichtbaren Gruppen war nur eine zu erkennen, noch dazu bei heftig blubberndem Rand und wabernder Oberfläche, was die Trennung zwischen Umbra und Penumbra schwierig machte. So konnte ich meine Sonnenfleckenrelativzahl mehr schätzen als durch Zählen zu ermitteln.

Schade auch, dass die Aktivität nun gerade wieder abgesunken ist, nachdem es in den vergangenen Wochen fast täglich E- und F-Gruppen zu sehen gab. Für die nähere Zukunft können wir aber im ansteigenden Fleckenzyklus damit rechnen, dass solche Gruppen uns weiterhin beehren und durch ihre Formenvielfalt beeindrucken werden.

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