Dienstag, 15. März 2011

15. Marz 2011: 79. Geburtstag von Alan Bean

Geboren wurde Alan LaVern Bean, dessen Name heute nur noch bei eingefleischten Raumfahrtkennern bekannt sein dürfte, am 15. März 1932 in Wheeler im US-Bundesstaat Texas.

Nach seinem Abschluss an der Paschal High School in Fort Worth studierte er Ingenieurswissenschaften an der University of Texas im Fachbereich Luftfahrttechnik und trat nach dem Erlangen des Doktorgrades in die Marine der USA ein, war in Florida stationiert und trat vier Jahre später einer Schule für Testpiloten der US-Marine bei und arbeitete anschließend an der Entwicklung neuer Flugzeugtypen mit.

Kurz nach ihrer Gründung der NASA im Jahr 1958 wurde im April 1959 eine erste Gruppe von Astronauten ausgewählt, die am späteren MERCURY-Programm teilnehmen sollte. Allerdings war dies tatsächlich die zweite Gruppe (sie bestand ausschließlich aus Textpiloten: Scott Carpenter, Gordon Cooper, John Glenn, Gus Grissom, Walter Schirra, Alan Shepard und Deke Slayton).Da Alan Bean auch Testpilotenerfahrung hatte, bewarb er sich für die Aufnahme in diese Gruppe, wurde jedoch abgelehnt.

Die erste Gruppe wurde 1958 im Rahmen des „Man In Space Soonest“-Programms ausgewählt und bestand aus Neil Armstrong, William Bridgeman, Scott Crossfield, Iven Kincheloe, John McKay, Robert Rushworth, Joe Walker, Alvin White und Robert White. Einige von ihnen wurden, wie Neil Armstrong, ins APOLLO-Programm aufgenommen, andere flogen später die X-15.

Alan Bean gab jedoch nicht auf und bewarb sich erneut, als die NASA eine weitere Gruppe von Astronauten anwarb. So kam es, dass er am 17. Oktober 1963 zusammen mit Edwin Aldrin, Charles Bassett, Eugene Cernan,Roger Chaffee, Michael Collins, Walter Cunningham, Donn Eisele, Theodore Freeman, Richard Gordon, Russell Schweickart, David Scott und Clifton Williams der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Einige Mitglieder dieser Gruppe erlitten jedoch ein schweres Schicksal: Roger Chaffee starb beim Feuer in der APOLLO 1, Charles Bassett, Theodore Freeman und Clifton Williams kamen bei Flugzeugabstürzen ums Leben.

Im Rahmen des GEMINI-Programm wurde Alan Bean erstmals an verantwortlicher Stelle tätig, war Spezialist für die Bergung der GEMINI-Kapseln und diente im Dezember 1965 bei GEMINI 6 und GEMINI 7 als Capcom von Raumfahrtzentrum in Cape Canaveral aus.

Für einen Raumflug nominiert wurde er erst nach dem Tod der beiden Astronauten Charles Bassett und Elliott See, die am 28 Februar 1966 bei einem Trainingsflug abstürzten. Alan Bean gehörte danach der Untersuchungskommission zur Aufklärung der Unglücksursache an.

Durch den Tod der beiden für GEMINI 9 vorgesehenen Astronauten, kam es zu Umbesetzungen der Flug- und Back-up-Mannschaften innerhalb des Programms. Alan Bean war als Ersatzkommandant für GEMINI 10 vorgesehen, obwohl er keinerlei Weltraumerfahrung besaß. Er kam aber nicht zum Einsatz. Bei GEMINI 11 im September 1966 war er wieder Cacpom, dieses Mal von Houston aus.

Nach Abschluss des GEMINI-Programms wechselte Bean ins 1965 gegründete Saturn/Apollo Application Office, welches die Verwendung von APOLLO-Raumschiffen und SATURN-Raketen auch zu anderen Zwecken als nur zur Mondlandung untersuchen sollte. Hintergrund war die Überlegung, das angesammelte Fachwissen für zukünftige Projekte zu erhalten (was dann später durch Budgetkürzungen nicht gelang). Von diversen Projekten blieb als einziges die Raumstation SKYLAB erhalten. Schon vorher hatte die NASA erste Wissenschaftsastronauten ausgewählt und am 28.6.1965 der amerikanischen Öffentlichkeit präsentiert: Owen Garriott, Edward Gibson, Duane E. Graveline, Joseph Kerwin, Frank C. Michel und Harrison Schmitt.

Zu APOLLO kam Alan Bean auch wieder durch den Tod eines Astronauten: Clifton Williams, der als Ersatzpilot für die Mondlandefähre bei der zweiten APOLLO-Mission fungieren sollte, kam am 5.10.1967, ebenfalls bei einem Flugzeugabsturz, ums Leben. Charles Conrad setzte sich daraufhin für die Aufnahme Beans ins Team ein, dem auch Richard Gordon angehörte. So wurde er sogar Ersatzmann für den ersten Einsatz der Mondlandefähre. Diese sollte erstmals beim Flug von APOLLO 8 eingesetzt werden.

Nach der Einteilung, dass die Ersatzmannschaft einer Mission bei der übernächsten als Hauptmannschaft zum Einsatz kam, machten sich das Team Hoffnung auf APOLLO 11, der ersten bemannten Mondlandung. Dies zerschlug sich, weil die Mondlandefähre nicht rechtzeitig fertig und erstmals bei APOLLO 9 in der Erdumlaufbahn eingesetzt wurde. So wurde das Team die Ersatzmannschaft für diese Mission und war dann bei APOLLO 12 dran.

Bereits am 10. April gab die NASA die Namen der Besatzungsmitglieder für die Mission von APOLLO 12 bekannt. Am 14. November 1969 hob APOLLO 12 um 16:22 Uhr UTC vom Startzentrum in Cape Canaveral ab und wurde in der ersten Phase des Fluges gleich zweimal (36,5 und 52 Sekunden nach dem Start) vom Blitz getroffen, was zum Verlust aller Telemetriedaten führte. Der berühmte Befehl „SCE to AUX“ von der Bodenstation wurde von Alan Bean als einzigem verstanden, woraufhin er die Notanlage für die Datenverarbeitung aktivierte und so die Übermittlung der Telemetriedaten wieder aufgenommen werden konnte.

Der Flug konnte danach programmgemäß fortgesetzt werden und am 19. November 1969 um 6:54 UTC landete die Mondlandefähre INTREPID im Oceanus Procellarum. Noch am selben Tag betrat er als vierter Mensch den Mond.

Erstmals sollte eine Farb-TV-Kamera eingesetzt werden, Alan Bean hatte sie jedoch direkt in die Sonne gehalten, wodurch die empfindliche Elektronik zerstört wurde und es keine Livebilder vom Mond gab.

Dafür stellte er eine Isotopenbatterie für Experimente auf, die unweit des Landeplatzes aufgestellt wurden.

Nach zwei Ausflügen (bei einem wurde die 1967 hier gelandete Mondsonde SURVEYOR 3 besucht, Teile abmontiert und wieder mit zur Erde zurückgenommen), hob das Oberteil der Mondlandefähre am 21. November 1969, 02:25 UTC ab, die Landung von APOLLO 12 erfolgte am 24. November 1969, 20:58:25 UTC unweit der USS Hornet.

Alan Beans zweiter Weltraumeinsatz erfolgte als Kommandant der SKYLAB 3-Missionen. Die Benennung der Skylab-Flüge ist auf den ersten Blick verwirrend. Die erste unbemannte Mission SKYLAB 1 diente nur der Verankerung der Raumstation in einem Erdorbit, die erste bemannte war SKYLAB 2 (von manchen eben auch SKYLAB 1 genannt). Zu seinem Team gehörten die Weltraumneulinge Jack Lousma als Pilot und der Wissenschaftsastronaut Owen Garriott Garriott nominiert. Sie stellten bei dieser Mission einen neuen Langzeitaufenthaltsrekord für die USA auf, denn die Mannschaft war zwischen dem 29. Juli und dem 25. September 1973 für 59 Tage im All.

Im Rahmen des APOLLO-SOJUS-Testprojekts war Alan Bean dann wieder der Ersatzmannschaft aufgeteilt, kam aber nicht mehr zu einem Einsatz im Weltraum.

Danach verblieb Alan Bean, der immer noch der US-Marine angehörte (von der er sich aber im Oktober 1975 trennte), bis zum 26. Februar 1981 der NASA als ziviler Chef der Astronautentrainingsgruppe erhalten.

Schon während seiner Zeit als NASA-Mitarbeiter betätigte er sich in seiner Freizeit als Maler, eine Tätigkeit, die er nach dem Ausscheiden aus dem Dienst zum Beruf machte.

Eine Besonderheit darf noch erwähnt werden: Im März 2010 überreichte er für die Sternstunden im Gasometer Oberhausen ein Stück Mondgestein.

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