Donnerstag, 3. Februar 2011

Wie aus dem Nichts eine Zeitschrift entsteht (2)

Bilder zählen neben Texten zu den Hauptbestandteilen einer jeden Zeitschrift und sind oftmals auch Aufhänger und Blickfang, um das Interesse an einem Beitrag zu wecken. Hierauf bauen vor allem professionelle Periodika, bei denen naturgemäß der Absatz möglichst vieler Hefte im Vordergrund steht.

Amateurzeitschriften haben, zumal wenn es sich um Vereinshefte handelt, dieses zwar im Prinzip nicht nötig, dennoch schadet es nicht, sich hierüber einmal Gedanken zu machen.

Die meisten Leserinnen und Leser sind bildgesteuert und bleiben eher bei Artikeln mit vielen Bildern, als bei regelrechten Bleiwüsten hängen. Gute Aufnahmen können weniger gute Texte auch schon mal aufpeppen, doch sollten Bilder und Texte von annähernd gleicher Qualität sein, sonst geht trotz guter Fotos schon beim Lesen der ersten Zeilen das Interesse verloren. Oder der an sich gute Text wird nicht beachtet, weil die Bilder schlecht sind.

Wenn man Amateurzeitschriften gestaltet, hat man aber, was Bilder angeht, oft so seine liebe Not. Manche Autoren reichen nur Texte ein und kümmern sich nicht um die Bilder zur Illustration. Oft genug hat man auch das Problem, dass man beispielsweise für Artikel zur Raumfahrt- und Astronomiegeschichte keine Bilder beibringen kann, weil diese dem Copyright unterliegen und man unter Umständen viel Geld bezahlen müsste, um einen Artikel zu veröffentlichen, an dem man nichts verdient. Letzteres ist bei Autoren für Vereinszeitschriften auch nicht die Regel. Also muss man sehen, wie man kostenfrei adäquates Bildmaterial bekommt. Und trotz Anfragen bei den Rechteinhabern passiert es immer wieder, dass man nichts bekommt, weil man wie der Rufer in im Wald keine Rückmeldung erhält.

Leider machen sich auch manche Fotografen keine Gedanken über das Medium, in dem sie veröffentlichen wollen. So lassen sich kontrastarme Farbbilder, die in einer SW-Zeitschrift gedruckt werden sollen, oft kaum drucken. Hier hilft es, wenn man ein Bild zur Hand nimmt oder sich am Bildschirm anschaut, die Augen zusammen zu kneifen, um teilweise das Farbsehen zu unterdrücken. Zwar wird das Bild dann verschwommen, aber man kann ein wenig abschätzen, ob ein Bild gedruckt werden kann oder nicht. Dann und wann gehen auch Bilder ein, die zwar am Rechner schön aussehen, aber eine zu geringe Auflösung besitzen, sodass man sie allenfalls in der Größe DIN á Briefmarke drucken kann, ohne dass die Aufnahmen pixelig werden. Und wer möchte schon gerne ein total verpixeltes, baukastenartiges Motiv anschauen.

Bei astronomischen Zeitschriften kommt noch die Besonderheit der Aufnahmeart hinzu. Bilder, die zu schwach belichtet werden, etwa eine weit entfernte Galaxie, einen Kleinplaneten oder eine Supernova etc. zeigen, bedürfen einer besonderen Aufbereitung, um druckfähig zu sein. Diese Aufgabe haben wir in der Redaktion an einen Bildverarbeitungsspezialisten übergeben. Es macht nämlich einen Unterscheid, ob man ein Astromotiv für eine gedruckte Zeitschrift oder für das Betrachten am Monitor bearbeitet. Was am Rechner gut aussieht, muss nicht unbedingt druckfähig sein (so brennen beispielsweise häufig Details im Zentrum von M 42 aus, wenn sie gedruckt werden, am Bildschirm aber kann das noch recht passabel aussehen).

So werden beim Sternkieker (wie auch bei vielen anderen Profi- und Amateurzeitschriften) Texte und Bilder aufbereitet, bevor man an das Layout geht. Anhand der bei oder nach Redaktionsschluss vorliegenden Texte und Bilder kann man schon eine Reihenfolge festlegen, aber dazu später mehr.

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