Donnerstag, 27. Januar 2011

Vortrag über den Umbau von Canon-Kameras zu Astrokameras II

Das war er nun, der Klönsnackabend der GvA mit einem spannenden Thema, das von Eric-Sven Vesting vom astro-shop hintergründig und kenntnisreich vorgetragen wurde. Oftmals hatte ich da so ein „Aha-Erlebnis“ und mir wurde so einiges klar. Etwa, dass man - aus meiner Sicht - den Umbau der Kameras lieber den Profis überlassen sollte, und dass es viele Möglichkeiten gibt, aus einer handelsüblichen Kamera eine für die Astrofotografie taugliche zu machen. Auch ist es empfehlenswert, das für diesen Zweck ausgesuchte Aufnahmegerät ausschließlich für die Astrofotografie zu verwenden. Es gibt diverse Möglichkeiten (Weißlichtabgleich), die Kamera auch im normalen Alltag zu verwenden, ich würde das aber nicht machen wollen.

Dass der Umbau derzeit nur mit Canon-Kameras geht (die in den USA erstaunlicherweise als ausgesprochene Billigmarke gilt), liegt vor allem an den Hürden in der Software der anderen Kamerahersteller, technischen Gegebenheiten etc. Es gibt auch etliche Gemeinheiten wie unterschiedliche Filterdicken, die den Umbau – auch bei Canon – zu einer mühseligen Angelegenheit machen. Auch der Support der Firmen ist höchst unterschiedlich, vor allem, was technische Details der Kameras und die in ihnen verbauten Bauteile angeht.

Ein weites Feld sind die relevanten Umbauten zu Astro-, Vollspektrum- und „Nur-IR“-Kameras, das man zu dem Zweck macht, um die H-alpha- sowie die generelle Empfindlichkeit der Kamera zu steigern. Einige Bildbeispiele verdeutlichten die Wirkung einer normalen Kamera zur Astrokamera: Normale Bilder zeigten kaum, umgebaute erheblich mehr Einzelheiten in Galaxien und Wasserstoffgebieten. Ein Umbau, der sich lohnt.

Die Zahl der Variationen bei den Umbauten überraschte mich schon sehr und es gibt dabei naturgemäß auch einige, die nicht funktionieren oder für die Astrofotografie schlicht untauglich sind. Unterschiede gibt es auch zwischen alten und neuen Kameras der Baujahre 2003 – 2006 und 2006 – 2010, diese wurden übersichtlich herausgearbeitet.

Überdies gab es auch jede Menge Tipps, wie man selbst so einen Umbau durchführen kann und welche Risiken darin verborgen sind. Für mich wäre das, ehrlich gesagt, nichts.

Ich kann gar nicht alles wiedergeben, was in der sehr lehrreichen Veranstaltung an Informationen geboten wurde. Zum Schluss gab es eine kleine Fragerunde und man durfte sich noch eine zerlegte Kamera ansehen, was auch schon sehr eindrucksvoll war.

Fazit: Umbauten, gerade von Kameras, die man gebraucht erstanden hat, und von der man nicht weiß, ob sie schon umgebaut wurden (vielleicht zur Vollspektrum-Kamera), sind ein heikles Thema und man sollte sie den Leuten überlassen, die davon wirklich Ahnung haben und wissen, was sie tun, wie der Vortragende.

Hinterher gingen wir noch rüber ins Knips am Bahnhof Klein Flottbek, so dass der Abend in gemütlich-anregender Runde ausklang und länger wurde als geplant.

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