Dienstag, 4. Januar 2011

Sonnenfinsternis am 4.1.2011

Das war sie nun, die partielle Sonnenfinsternis vom 4. Januar 2011 und gesehen habe ich davon, erwartungsgemäß, nichts. Die Hochnebeldecke über Hamburg blieb hartnäckig dicht und es klarte sich nicht mal für ein paar Minuten auf, wie noch am Vortag etwa um die gleiche Zeit zu beobachten war. Gemeinsam mit zwei Sternfreunden von der GvA Hamburg harrte ich im Kirchenzentrum Neu-Allermöhe aus und selbst Stoßgebete halfen an diesem Vormittag wenig, denn es war und blieb bedeckt.

Ich hatte zuvor einen Kollegen in Lohbrügge abgeholt, nach dem Gang zum Bäcker sind wir dann nach Neu-Allermöhe gefahren, wo schon ein weiterer Kollege auf uns wartete (der zuvor telefonisch anfragte, wo wir bleiben, weil wir uns aufgrund der Verkehrssituation leicht verspätet hatten). Auf der Hinfahrt hatte es nämlich leicht geschneit. Man fragt sich auch als aktiver Sternfreund dann schon, was man an so einem Tag eigentlich so treibt, bei Wetteraussichten, die 8/8-Bewölkung versprechen. So war unsere Erwartung auch nicht sehr groß. Es konnte nur besser werden, wurde es aber nicht.

In dem von uns genutzten Raum hatten wir zunächst unsere Gerätschaften, Kleinteleskope und Kameras mit Teleobjektiven, aufgebaut, um damit im Notfall schnell nach draußen gehen und ein paar Aufnahmen durch den Hochnebel hindurch machen zu können. Leider blieb es beim Willen.

Einzig der in der Nähe landende Rettungshubschrauber brachte am Himmel ein wenig Abwechslung. Kurz nach Ende der Finsternis startete er dann wieder.

Was man aber dennoch deutlich merkte, war der Anstieg der Himmelshelligkeit, etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde nach der Mitte der Finsternis mit ihrem Bedeckungsgrad von fast 74%. Einen langsamen Helligkeitsabfall nach Sonnenaufgang, der durch das Voranschreiten der Bedeckungsphase eigentlich hätte bemerkt werden müssen, war uns nicht aufgefallen. Einerseits hing das mit der Dämmerung zusammen, die dann gleich in die Finsternishelligkeit überging, andererseits ist das bei dem trüben Wetter mit tief hängenden Wolken auch immer sehr schwer abzuschätzen.

Dieser Eindruck bestätigte sich durch Meldungen anderer Sternfreunde in diversen Foren und auf Mailinglisten. Genaue Messungen haben wir aber nicht vorgenommen. Da das menschliche Auge durchaus auch Fehlinterpretationen unterliegt, wird trotz der Fähigkeit, Helligkeitsanstiege und -abfälle logarithmisch zu erfassen, das daraus resultierende Ergebnis physiologisch nicht umgesetzt. Mit anderen Worten: Der Eindruck des relativen Helligkeitsanstieges kann und wird, was die Höhe und den Zeitpunkt angeht, falsch interpretiert. Hier würden nur Aufnahmen des bedeckten Himmels bei gleich bleibender Belichtungszeit, Blende und ISO-Zahl Klarheit schaffen.

So bleibt nur der scheinbare (und wohl sicher auch reale) Eindruck der Eintrübung der Himmelshelligkeit aufgrund der partiellen Sonnenfinsternis und die Erkenntnis, dass die Mühe nicht belohnt wurde, wir aber trotzdem unseren Spaß hatten.

Kommentare:

  1. Ich hatte auch keine Möglichkeit die Sonnenfinsternis zu sehen das es keine Wolkenlücke gab.

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  2. Hallo, ja, das war schon sehr ärgerlich, weil wohl alle anderen mehr oder weniger etwas gesehen haben, nur wir Nordlichter mal wieder nicht. Und für die Mondfinsternis im Regenmonat Juni habe ich auch nicht viel Hoffnung. Mit sternfreundlichen Grüßen Manfred Holl

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