Montag, 3. Januar 2011

Quadrantiden und SoFi im Januar

Man kennt das: Der Monat Januar scheint sich nach den W- und S-Ereignissen im Dezember endlos hinzuziehen. Auch Astronomen haben nicht immer gute Eindrücke vom ersten Monat des Jahres, ist doch das Wetter in diesem Wintermonat nur selten so gut, dass man an eine Beobachtung denken kann.

Dies ist 2011 anscheinend nicht anders. In der kommenden Nacht gibt es das Maximum der Quadrantiden, genau um 2 Uhr MEZ. Aus dem Sternbild Bärenhüter scheinen dann besonders viele Sternschnuppen herab zu fallen, was angesichts des nahen Neumonds in diesem Jahr besonders schön zu beobachten sein müsste. Allerdings steht dann der Radiant, das ist der Punkt, aus dem die Schnuppen scheinbar herkommen, sehr tief, sodass man schon eine günstige Beobachtungsposition einnehmen müsste. Ursprungskörper der Quadrantiden, deren stündliche Fallrate, auch ZHR genannt, schwer vorherzusagen ist, ist der Asteroid 2003 EH1, bei dem es sich womöglich um den ausgegasten Überrest des Kometen C71490/Yi handelt. Seine Bahnelemente passen gut zur Radiantenposition, die allerdings nicht festliegt, sondern Änderungen unterworfen zu sein scheint. Sie führen dazu, dass die Teilchen, die der Komet auf seiner Bahn hinterlassen hat (diese sind es, die wir dann als Sternschnuppen sehen) in ein paar Jahrhunderten die Wege der Erde nicht mehr kreuzen werden.

Und dann gibt es ein paar Stunden später noch eine Sonnenfinsternis, die nirgendwo auf der Erde total, sondern, je nach Standort, mehr oder weniger partiell ist. Prinzipiell ist die teilverfinsterte Sonne in einem Gebiet von Nordeuropa bis Nordafrika, von der französischen Westküste und Spanien bis weit hinter dem Ural sichtbar. Skelleftea in Nordschweden, gelegen auf  64°39'30'' nördlicher Breite und 20°50'22'' östlicher Länge, ist der Ort mit der maximal möglichen Bedeckung von fast 80%. Der Mond schiebt sich auch hier nicht vollständig vor die Sonne, das könnte man nur von einer polnahen Position im Weltraum erreichen. In Hamburg wird die Sonne im Maximum zu 73,7% bedeckt sein. Der Eintritt in den Kernschatten erfolgt um 8:35 Uhr, die Mitte wird um 9:25 Uhr erreicht, der Austritt aus dem Kernschatten um 10:48 Uhr. Die Sonne geht aber in Hamburg erst gegen 8:40 Uhr auf, sie wird also teilverfinstert am Horizont erscheinen.

Was gegen die Sichtbarkeit spricht, ist das Wetter, denn das sieht für die kommende Nacht gruselig aus. Der Himmel soll in der Nacht und am Tag völlig bedeckt sein. Man kann nur auf kurzfristige Aufklarungen hoffen.

Der Blogger wird sich daher im Kirchenzentrum Feste Burg in Neu-Allermöhe auf die Lauer legen, hoffen und später hier berichten, ob sich der Aufwand gelohnt hat, oder nicht.

Auf jeden Fall sollten Sie aber eine Sonnenfinsternisbrille dabei haben, denn im Gegensatz zu einer Behauptung einer großen deutschen Boulevardzeitung mit vier Buchstaben, darf man NIE OHNE SCHUTZ direkt in die Sonne schauen!

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