Donnerstag, 13. Januar 2011

Immer wieder lustig: SF-Filme

Einige meiner Freunde und Bekannten wissen, das ich ein Faible habe für schlechte Filme, für B- und C-Movies gerade auf dem Sektor der Science-Fiction. Als Sternfreund fallen einem, gerade bei neuen Produktionen, oft eine ganze Reihe von Filmfehlern auf, Zusammenhänge, die physikalisch schlicht unmöglich sind und andere obskure Skurrilitäten. Ein Beispiel hierfür sind die derzeit drei auf dem Markt befindlichen Spielfilme zum Thema 2012. Lustig sind sie alle, aber auch haarsträubend und irrational, für Genre-Fans aber ein Muss.

In der Arbeit von Roland Emmerich (2012) wird die Erde von verstärkter Sonnenaktivität und Mikrowellenstrahlung regelrecht gegrillt, was zum Schmelzen der Erdkruste, Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüchen führt. Eben alles, was gängige Katastrophenszenarien aktuell so hergeben.

In 2012-Doomsday wird wegen des Endes der Langen Zählung im Maya-Kalender die Erde abgebremst, nur der Glaube an den christlichen Gott, oder genauer, das Einsetzen eines Kruzifixes bei einer alten Maya-Pyramide führt zum Übergang von der alten, untergehenden, in eine neue Welt. Sozusagen ein Neustart der Erde.

Ähnlich kurios geht es bei Supernova 2012 zu. Hier soll eine Supernova in einer erdnahen Galaxie explodieren (huch, erdnahe Galaxie, klingt brandgefährlich, ist aber ein großes „Aua“). Wie auch immer, diese, wie es im Begleittext heißt, „Sonnenexplosion“ rast logischerweise direkt auf die Erde zu (ja, wohin denn auch sonst, soviel Platz scheint im Universum ja nicht zu sein, wenn immer nur die Erde getroffen wird). Meteoriteneinschläge und Erdbeben sind die Folge, Rettung verspricht aber eine Atombombenexplosion in der Stratosphäre, die die Supernova außer Kraft setzt. Wenn doch alles so einfach wäre.

Das erinnert mich an den Film Arctic Blast, der vor ein paar Tagen bei RTL 2 lief. Hier löst eine totale Sonnenfinsternis ein Loch in der Ozonschicht aus, wodurch ein Kältestrahl aus der Stratosphäre zur Erde gelangt und diese vereist. Nur mit Hilfe chemischer Mittel gelingt es, alle Ozonlöcher der Welt zu schließen und die Erde zu retten. Nun ja, wie gesagt, wenn alles so einfach wäre.

Weltuntergangsstimmung gibt es auch bei Quantum Apocalypse, wo gleich mehrere physikalische Gesetze komplett außer Kraft gesetzt werden. Ein Meteorit zerstört den Mars (im Film zu Anfang Mond genannt), weil Strangelets in Erdnähe alles anziehen. Die Singularität führt dazu, dass die Erdatmosphäre abgesaugt, die Schwerkraft außer Kraft gesetzt wird. Nur das Auto des Filmhelden ist dank zweier LKW-Batterien an Bord von den Effekten nicht betroffen und zwei völlig durchgeknallte Wissenschaftler und ein autistischer Amateur retten die Welt, in dem sie in der Nähe der Strangelets die Zeit außer Kraft setzen und einfach an einem früheren Punkt wieder anfangen, wo es die Strangelets angeblich nicht gab und der Meteorit (eigentlich ist es ja ein Asteroid) harmlos am Mars vorbeifliegt. Also wenn man wirklich die Zeitlinie außer Kraft setzen oder eine alternative Zukunft per Strangelets herstellen könnte … Eine hanebüchene Story.

Da lobe ich mir den Film Der schweigende Stern aus dem Jahr 1960, der sich gerade in meinem DVD-Player dreht. Ein sozialistisch-propagandistischer SF-Film aus DDR- und polnischer Gemeinschaftsproduktion. Zwar ist der politische Unterton unüberhörbar und irgendwie unfreiwillig komisch. Der idealisierte Sowjetmensch und seine internationalen, nur an Forschung und Erkenntnisgewinn interessierten Kollegen streifen dabei munter durch die Landschaften der Venus, doch ist hier der damalige Kenntnisstand der Weltraumwissenschaften einigermaßen neutral wiedergegeben und extrapoliert worden, was unter des Voraussetzungen der damaligen technischen Möglichkeiten schon eine beachtliche Leistung war. Die Oberfläche der Venus (um eine Expedition zu unserem Nachbarplaneten geht es hier nämlich) mutet heute unfreiwillig komisch an, entspricht aber durchaus in Teilen den Vorstellungen, die man noch in den 50er Jahren von ihr hatte. Die Kernaussage dieses Films ist die Ablehnung aller Atomwaffen und die Folgen von Hiroshima zu überwinden. Schließlich haben sich die ehemaligen technisch und ethisch hochstehenden Venusbewohner (woher weiß man das?) durch einen Atomkrieg selbst vernichtet und die Atmosphäre ihres Planeten zerstört und unbewohnbar gemacht. Ein Schicksal, das auch der Erde drohen könnte. Aber es gibt Hoffnung in Form neuer Pflanzen, die auf der Venus gedeihen, na ja.

So gehen die meisten SF-Filme irgendwie mit der Zeit, kümmern sich aber leider oft genug nicht um Physik, Chemie und andere Naturwissenschaften. Diese stören anscheinend beim apokalyptischen Sujet.

In diesen Kontext passt auch Countdown: Jerusalem, wo die Welt ein ums andere Mal vor dem Untergang steht und nur durch den rechten Glauben an Gott in Israel gerettet werden kann. Einmal mehr der Versuch, Katastrophen durch aufrechte jüdisch-christliche Gläubige zu überwinden. Schließlich endete so auch Emmerichs Film, wo am Ende ausgewählte Völker Afrika neu besiedeln und, wie einst beim biblischen Adam und seiner aus seiner Rippe geborenen Eva, die Erde erneut in Besitz nehmen. Klar, dass das Schiff mit den Russen die Geschichte nicht überlebt …

1 Kommentar:

  1. Ziemlich schöne Liste. Viele der Filme kannte ich noch gar nicht. Wenn du Lust hast, kannst du auch gerne mal auf meinem Blog vorbeischauen, da habe ich ein paar nette Science Fiction Filme zusammengestellt.

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