Montag, 24. Januar 2011

25 Jahre CHALLENGER-Absturz und kaum einer erinnert daran

Als ich vorhin, vom Hausarzt kommend, nach der Blutentnahme in einer Bäckerei ein ausgedehntes Frühstück mit zwei Brötchen, Marmelade und einem dicken Pott Kaffee zu mir nahm, fiel mir jener 28. Januar 1986 wieder ein, als 73 Sekunden nach dem Start in Cape Canaveral die Raumfähre CHALLENGER explodierte. Angeregt durch eine Dokumentation, die in der Nacht auf Phoenix lief, kam mir in den Sinn, dass außer dieser Sendung und einer weiteren hinterher, im deutschen TV keine weiteren TV-Beiträge nichts angekündigt ist, was auf diesen traurigen Jahrestag hinweist. Was in den Nachrichtensendungen am kommenden Freitag gesendet wird, kann man heute natürlich noch nicht wissen.

Inzwischen beim zweiten Brötchen angelangt, dachte ich an die Zeit vor 25 Jahren, als im damaligen TV extra das normal Programm unterbrochen worden war und man im Minutentakt die Raumfähre immer wieder explodieren, die Feststoffrakete in den blauen Himmel über Florida rasen sah, bis der Treibstoff verbrannt war. Es war das bis dahin größte Unglück der amerikanischen Raumfahrt. Bis dahin waren es immer die Russen, die große Verluste zu erleiden hatten. Später erst kam heraus, dass die Kanzel mit den sieben Astronauten weitgehend intakt geblieben war und drei Besatzungsmitglieder noch ihre Atemschutzmasken anlegen konnten (was auch in der Doku in der Nacht beschrieben wurde). Den Aufprall mit mehr als 300km/h auf dem Atlantik hat dann keiner mehr überlebt, ob die gesamte Mannschaft hier schon bewusstlos war – durch die Ereignisse ist das anzunehmen -, darüber kann nur spekuliert und gerätselt werden. Jedenfalls wurde die das Cockpit später auf dem Meeresgrund gefunden und geborgen.

Die Ursache des CHALLENGER-Unglücks war relativ schnell gefunden: Die Dichtungsringe im rechten Booster waren undicht und schon beim Abheben des Shuttles waren schwarze Rauchwolken auszumachen und, wie in der sekundengenauen Doku gezeigt wurde, der austretende Treibstoff fraß sich in die Außenhülle des Haupttanks und brachte hier schließlich Sauerstoff und Wasserstoff zur Explosion. Doch war es nicht allein die Technik, die versagt hat. Auch das Management musste vor dem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses viele Fehler eingestehen. Vor allem die tiefen Temperaturen am Starttag, der Wille, die Raumfähre unbedingt starten zu lassen, um den Zeitplan einzuhalten sowie die grobe Vernachlässigung von Sicherheitsstandards und das völlige Ignorieren von Warnungen über das Verhalten der Dichtungsringe bei Minusgraden haben schließlich zu der Katastrophe geführt. Gründe, die Jahre später teilweise auch zum Absturz des Space Shuttle COLUMBIA am 3. Februar 2003 über Texas führten.

Die Überreste der Raumfähre CHALLENGER sind bis heute in einem ehemaligen Raketensilo der Cape Canaveral Air Force Station beim Startkomplex 31 eingelagert.

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